Unser Freiwilliges Jahr am Landgut

 

Freiwilliges Ökologisches Jahr am LGKSDie Aufgaben in einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb sind vielfältig und ändern sich im Laufe der Jahreszeiten. Um einen Einblick zu geben, was das FÖJ an Aufgaben und Herausforderungen bereithält, wird das FÖJ-Jahr 2017/18 in einem Blog dokumentiert. Jede Woche fasst Madline die Erlebnisse der drei Mädchen in kurzweiligen Texten zusammen. Ob Umweltbildung, Streuobstpflege, Naturschutzprojekte oder der Umgang mit den Pferden: Langeweile kommt bei ihnen jedenfalls nie auf.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Unbezwinglich ist, wer warten kann

16.04.-20.04.2018

Hallo Ihr Lieben!

FÖJ 2017/18Das Warten hat ein Ende! Es gibt endlich wieder einen druckfrischen Blogeintrag.
In der Woche meiner Abwesenheit ist allerhand passiert. Der Frühling hat endlich so richtig Einzug gehalten im Müglitztal. Die Fjordies haben plötzlich kein Winterfell mehr (ich hätte einige fast nicht wiedererkannt) die Bäume fangen an zu blühen und Wiesen und Felder sprießen was das Zeug hält. Auch der Nachwuchs ist im Anmarsch, nicht nur bei den Katzen und Vögeln. Auch bei den Fjordies stehen die ersten Geburten bevor. Mit ganz viel Glück könnten wir am Ende der Woche bereits ein kleines Laerke Fohlen auf dem Landgut begrüßen. Es wird bereits mit Spannung erwartet.

Aber der Reihe nach.
Meine Woche begann nicht wie üblich am Montag, sondern schon am Samstag mit der bereits angekündigten Wanderung. Gemeinsam mit Jakob und einer bunt gemischten Wandertruppe machten wir uns auf die Suche nach der Kirschblüte. Und der beste Ort um damit anzufangen ist sicherlich die berühmt berüchtigte Streuobstwiese. Doch leider sah es anfangs echt mau aus mit Kirschblüten. Trotz strahlendem Sonnenschein ließen die Kirschblüten auf sich warten. Macht aber nichts, denn Jakob hat wie immer keine Kosten und Mühen gescheut, um die Wanderung informativ, aktiv und witzig zu gestalten. (Vielleicht werde ich in diesem Leben doch noch zum begeisterten Wanderer.) Am Ende unserer Wanderung haben wir dann tatsächlich noch einen blühenden Kirschbaum gefunden. Es sah einfach traumhaft aus; die weißen Blüten und der blaue Himmel.

Sonntag war dann auch für mich Ruhetag, um dann Montag wieder frisch, fromm, froh und frei durchzustarten. Leider erst mal wieder alleine, denn Manuela genoss ein verlängertes Wochenende und Lia hatte diese Woche Urlaub. Aber im Baby-Modus sind wir trotz räumlicher Differenzen alle. Wir können es zugegebenermaßen kaum abwarten.

Leider war am Montag weder von einem Fohlen noch von der schönen Sonne des Wochenendes etwas zu sehen. (Da hat wohl wieder jemand nicht aufgegessen) Es regnete. Aber wenigstens war es schön warm. Richtiges Graswachswetter; das freut die Pferde. Neben den täglichen Stallarbeiten half ich beim Putzen und Versorgen der Pferde.
Am Dienstag hatte sich wieder der Schmied angekündigt. Und da Manuela nun auch wieder voll fit durchstarten kann, halfen wir nun endlich bei Sonnenschein dem Schmied bei seiner Arbeit. Und wie immer wenn der Schmied da ist, gibt es etwas Besonderes. Diesmal war es Kuchen aus dem Burkhardswalder Konsum; eine Delikatesse. Ja, Schmied müsste man sein….
Am Mittwoch war es ebenfalls sonnig und warm; fast schon T-Shirt Wetter. Doch von dem Fohlen noch keine Spur. Also mussten wir weiterhin warten. Nach dem Ausmisten kümmerte ich mich wieder um die Pferde (sie mussten „Fliegensicher“ gemacht werden), während Manuela die Boxen endgültig „Fohlensicher“ machte. Sie brachte zusätzliche Gitter an den Boxenwänden an, damit die Fohlen nicht ausversehen darunter hindurch rutschen.

Wie jeden Morgen kamen wir auch am Donnerstagmorgen voller Hoffnung in den Stall, doch leider konnten wir noch immer kein Baby-Laerke begrüßen. Mama Laerke lässt sich eben nicht hetzten. Und so hieß es für uns: weiter warten.
Jetzt konnten wir allerdings im T-Shirt arbeiten. Es wurde fast schon sommerlich- mit dramatischen Folgen für meine Haut. Denn trotz intensiven Sonnenschutzes bin ich anstatt braun - rot geworden. Keine Sorge, es handelte sich noch nicht um Sonnenbrand, aber von sommerlicher Bräune konnte auch nicht die Rede sein….

Am Nachmittag zeigten sich die verborgenen handwerklichen Talente von Manuela und mir. Wir hatten die Aufgabe erhalten, ein kaputtes Cavaletti zu reparieren (ein Cavaletti ist ein kleines Hindernis für die Pferde) Anfangs erst mal ratlos und verzweifelt, da Lia solche Aufgaben normalerweise löst, gelang es uns dann doch mit Akkuschrauber, Zange, Hammer und vielleicht auch unkonventionellen Methoden das Cavaletti zu reparieren .Es hat letztendlich echt Spaß gemacht und Manuela und ich sind wirklich stolz auf unserer Arbeit. Wir wachsen mit unseren Aufgaben. Danach hieß es für uns das Cavaletti und die dazugehörigen Stangen zu reinigen. Da kam eins meiner Lieblingsgeräte zum Einsatz. (Auch wenn ich das Aufräumen dieses Geräts so gar nicht mag) Der Wasserschlauch. Bei dem heißen Wetter eine willkommene Abkühlung für uns.

FÖJ 2017/18Auch am Freitag gab es leider keine Frohe Kunde zu verzeichnen, so ging die Warterei weiter und der ganz normale Hofalltag seinen Gang. Und Freitag heißt: GTA Tag! Nach beinahe endlos langer Pause besuchte uns nun die 2. Gruppe des GTA Fjordpferd. Wie auch bereits letzte Woche (leider ohne meine Anwesenheit) hieß es für die Kinder reiten- mit einem richtigen Sattel. Gar nicht so einfach, besonders im Trab, aber die Kleinen schlagen sich gut. Da aber immer nur einer reiten kann, mussten Manuela, Jakob und ich uns um den Rest der ungeduldigen Meute kümmern. Während ich mit einem Teil der Kinder Aufhalftern, Anbinden und Putzen übte, bastelte Jakob mit dem anderen Teil „Bitte nicht füttern“-Schilder, die demnächst um die Koppeln herum angebracht werden sollen. Manuela ging förmlich in ihrer neuen Rolle als Paparazzi auf. Sie hielt alles bildlich fest- und sie könnte Lia fast schon Konkurrenz machen.
Und so geht eine ereignisreiche Woche zu Ende.

Jetzt ist es Sonntagnachmittag und ich schreibe gerade die letzten Zeilen dieses Blogeintrages. Jetzt haben wir die ganze Woche gewartet und auch am Wochenende wollte Laerkes Sprössling einfach nicht auf die Welt kommen. Das ist ziemlich schade wie wir finden, denn nächste Woche heißt es für uns schon wieder: Hurra, hurra Seminar! Dieses Mal im östlichsten Osten von Sachsen; in Großhennersdorf. Ich freue mich schon tierisch, denn in dieser Gegend bin ich noch nie gewesen. Außerdem ist das das Seminar, welches Lia und Manuela vorbereiten. Mal sehen was das wird. Es bleibt abzuwarten.
Bis dahin!

Eure FÖJlerin Madeline

 

 

Frühlingserwachen

02.04.-06.04.2018

Hallo an alle, die ihre Teller immer schön leer gegessen haben!
In dieser Woche überschlagen sich die Ereignisse beinahe. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll… Vielleicht am Anfang…
FÖJ 2017/18Am Anfang stand der Ostermontag, der, wie ich bereits verraten kann, ein voller Erfolg war. Das Wetter war suuuper (ja, „suuuper“ mit  drei „u“). Daher ein großes Dankeschön, an alle die immer so fleißig aufgegessen haben, es hat sich wirklich gelohnt. Jetzt kann der Frühling offiziell kommen.

Leider konnte Manuela an diesem denkwürdigen Tag nicht dabei sein, da sie immer noch krankgeschrieben ist. Aber wir waren dennoch nicht alleine. An diesem besonderen Montag erhielten wir natürlich tatkräftige Unterstützung. Nicht nur, dass Sophie und Maria (zwei unserer FÖJ Vorgängerinnen) uns zu Hand gingen, auch seelisch moralischer Beistand von Seiten der Familie wurde geleistet. Meine kleine Schwester Minou hatte mich über die Osterfeiertage besucht und hat sich natürlich das Spektakel am Ostermontag nicht entgehen lassen. Schließlich wollte sie alle Menschen und Tiere kennen lernen, von denen ich immer so erzähle (und schreibe).

Doch bevor es so richtig Osterlich losgehen konnte, stand wie jeden Morgen die Stallarbeit an. Außerdem mussten letze Aufbau- und Dekorationsarbeiten erledigt werden. Sträuße wurden mit bunten Ostereiern behängt, Tische mit kleinen Blümchen geschmückt und auf dem ganzen Gelände ließen sich Osternester mit Eiern, Möhren und ein bisschen Schoki finden. Jakob und Lia hatten mit der Osterrallye alle Hände voll zu tun. Pünktlich um 10 Uhr öffnete dann das Landgut seine Tore. Währen Lia, Jakob bei der Rallye half und alles fotografisch dokumentierte, half ich beim Ponyreiten. Die Stuten Lalinga, Lavanda und Laleleu trugen geduldig jeden kleinen Reiter sicher über den Longierzirklel. Neben der Osterrallye und dem Ponyreiten (beides wurde von den Kindern sehnsüchtig erwartet) gab es einige kulinarische Köstlichkeiten. Neben einer beträchtlichen Auswahl an Kuchen sorgte ein sog. „Backschwein“ (= eine Art Wildschweinbraten) für Gaumenergüsse.

Das sonnige Wetter freute nicht nur uns und die Besucher, sondern verleitete auch die Pferde zu einem kleinen Osterspaziergang… Um 13:00 Uhr war der ganze Spaß dann auch schon wieder vorbei. Ein wenig erschöpft ließen sich die Stuten ihr wohlverdientes „Feierabend-Möhrchen“ schmecken und auch wir hatten nur endlich die Gelegenheit ein Stück Backschwein zu ergattern. Am Nachmittag begannen wir dann schon mit einigen kleinen Aufräumarbeiten. Alles in allem war der Tag ein ganzer Erfolg.

Außerdem bedanke ich mich bei all den Leuten, die am Ostermontag für unsere „Katzen-Operation“ gespendet haben. Vor lauter Ostervorbereitung hatte ich ganz vergessen zu berichten, dass wir drei FÖJlerinnen uns etwas in den Kopf gesetzt haben. Auf dem Landgut leben nämlich 2 wunderschöne Mietzen; und leider wissen das auch die Kater in der Umgebung… Deshalb gibt es immer wieder  Nachwuchs auf dem Hof. (Alt eingesessene Blogleser werden sich erinnern) Doch leider würden die kleinen Kätzchen nicht sehr alt werden, da sie von den Hunden als appetitliches Häppchen angesehen werden. Und die Vermittlung von Babykatzen ist auch recht schwierig… Daher wollen wir gern die beiden noch namenlosen Katzen sterilisieren lassen, damit es gar nicht erst so weit kommen muss. (Auch im Sinne des Tierschutzes ist dies kein schlechtes Unterfangen, denn so verhindern wir weitere unkontrollierte Vermehrung von freilebenden Katzen) Deswegen haben wir mit der Unterstützung meines lieben Schwesterchens Muffins gebacken, die als kleiner Spendenanreiz dienen sollten. Und es sind tatsächlich über 70 Euro zusammen gekommen(!) Doch leider reicht dies erst für eine halbe Katze… Trotzdem ein großes Dankeschön, an alle die uns unterstützt haben, wir sind der Sache ein ganzes Stück näher gekommen.

Am Dienstag kehrte dann so langsam Normalität ein. Aber ein letzter Osterlicher Gruß erreichte uns an diesem Dienstagmorgen dann doch noch. Die Kinder hatten am Vortag ein kleines Osternest für uns vorbereitet. Eine sehr süße Idee, über die wir uns sehr gefreut haben. Nach der täglichen Stallarbeit räumten wir so nach und nach alles wieder an seinen ursprünglichen Platz. Das Wetter setze an diesem Tag noch einen drauf: das erste Mal im T-Shirt arbeiten in diesem Jahr! Ich hoffe natürlich, dass es so bleibt. Am Nachmittag mussten dann auch schon wieder die Zelte daran glauben. Fein säuberlich wurden sie für das nächste Jahr wieder verstaut. Außerdem gab es an diesem Dienstag noch Baby-News. „Mama-Katze“ ist, wie wir es bereits vermutet haben, schon wieder Mama geworden. Einerseits freut uns das natürlich; Katzenbabys sind ultra niedlich; andererseits ist es, wie bereits erwähnt, natürlich wieder schwierig ein schönes neues Zuhause für die Kleinen zu finden. Aber natürlich werden wir unser Bestes geben und dafür sorgen, dass „Mama-Katze“ nicht mehr Mama werden muss.
Auch der Mittwoch stand ganz im Sinne des Aufräumens. Sogenannte KG Rohre mussten umgelagert werden. Doch mit Lia, Jakob, dem Schäffer und bestem Wetter war dies im Handumdrehen erledigt. Außerdem erhielten wir überraschenden Besuch von Manuela. Auch sie nutze das schöne Wetter um einen kleinen Spaziergang zu machen und um auf dem Landgut nach dem Rechten zu sehen. (Manuela als großer Katzen-Fan hatte natürlich gehofft, einen Blick auf die Baby Mietzen erhaschen zu können, aber Mama Katze hat die Kleinen gut versteckt).

FÖJ 2017/18Der Donnerstag gestaltete sich schon wieder sehr normal. Es wurden wieder einmal die Pinsel geschwungen. Ein weiterer kleiner Lagerraum sollte Einsatzbereit gemacht werden. Natürlich gehört da eine ordentliche Wandfarbe dazu. Außerdem hatten wir noch etwas Zeit, um diverse Mähnen zu schneiden. Nach dem Mittag machten wir eine kleine Schäffer-Rundfahrt. Aber natürlich nicht einfach so, sondern um verschiedenes Holz aus verschiedenen Ecken des Landguts abzuholen und zum zentralen Sammelort zu bringen. Die Fahrten da hin sind immer sehr angenehm. Bei dem schönen Wetter hat man Gelegenheit, die Natur und die Landschaft zu genießen.
Wer übrigens auch die Natur und die Landschaft rund um das Landgut genießen und/oder Jakob (und mich) live erleben möchte, ist ganz recht herzlich zur nächsten geführten Wanderung am 14.04.2018 eingeladen.

Und schon sind wir am letzen Tag einer sehr ereignisreichen Woche angelangt. Nachdem wir den kleinen Lagerraum ein zweites Mal gestrichen hatten, mussten die darin stehenden Schränke so gestellt werden, dass man sie gut erreichen kann. Keine so leichte Aufgabe, mit sieben sperrigen Büroschränken in einem relativ kleinen Raum- Tetris für Profis. Doch wir haben es letztendlich geschafft.

Nächste Woche können die Schränke dann eingeräumt werden. Leider müssen die Mädels das ohne mich schaffen, denn ich habe nächste Woche Urlaub. Aber ich denke, dass sie das gut hinbekommen werden.
Also bis dahin!

Eure FÖJlerin Madeline

 

 

FÖJler aller Träger vereinigt euch!

25.03.-30.03.2018

Hallo an alle Osterfreunde!

Auch in dieser Woche sind wir fulminant gestartet.
Die Vorbereitungen für den Ostermontag sind in vollem Gange.

FÖJ 2017/18Am Montag hieß es Zeltaufbauen. Zwei große „Party“-Zelte mussten aufgebaut und wetterfest gemacht werden. Gesagt, getan. Und anders als ich es erwartete hatte, endete die ganze Aktion nicht im Chaos, sondern mit sehr brauchbaren Ergebnissen, in einer rekordverdächtigen Zeit. Zum Glück hatte Herr Thömel den Durchblick, sonst wären wir vielleicht nicht so schnell fertig gewesen. Während die Männer die Zelte mit Riesen-Heringen und unseren Sandsäcken sturmfest machten, befestigten Lia, Jakob und ich die Zeltplanen mit speziellen Gummis. (Über den Namen dieser speziellen Gummis ist tatsächlich eine Fachdiskussion ausgebrochen. Ich hätte diese Teile einfach Zeltgummis genannt, aber Lia und Jakob würden sie eher als Pinöpel bezeichnen) Außerdem hatte ich die große Ehre die obersten Ecken des Zeltes mit diesen Gummis zu befestigen. Es ist ja auch logisch, die kleinste aus dem Team das machen zulassen.

Am Nachmittag gingen Lia und Jakob ihren GTA Tätigkeiten nach. Ich hingegen ging einer meiner absoluten Lieblingstätigkeiten nach: Fohlen putzen. (Wobei sie ja mittlerweile keine Fohlen mehr sind, sonder Jährlinge. Aber niedlich sind sie trotzdem noch)
Am Dienstag mussten wir leider auf Lia verzichten. Sie hatte bereits etwas Osterurlaub. Also war ich der einsame FÖJler auf dem Landgut, da Manuela strenge Ruhe verordnet wurde. Während ich die gesamte Stallarbeit also allein meisterte, häckselten die Männer das restliche Schnittgut. Danach widmeten Jakob und ich, uns dem füllen und verpacken der Ostertassen.

Auch am Mittwoch war ich der einzige FÖJler auf dem Hof. Nach dem Ausmisten des Stalls schnappte ich mir den Besen und kehrte die Zufahrtstraße zum Hof. Eine ziemlich anstrengende Tätigkeit; den Muskelkater spüre ich immer noch. Aber nun sieht die Straße für Ostern wieder schick schön aus. nachdem dies erledigt war, hatten wir eine letzte kurze Teambesprechung, um noch letzte Abstimmungen für kommenden Montag zu treffen. Der endgültige Aufbau und der zeitliche Ablauf wurden geklärt und auch noch letze Aufgaben zu Vorbereitung verteilt. eine von ihnen war das Frisieren der Fjordies; schließlich sollen sie ja besonders schön aussehen. Also machte ich mich am Nachmittag ans Mähneschneiden.

Den Donnerstag verbrachten Lia und ich nicht wie sonst auf dem Landgut, sondern im ehemaligen Karl-Marx Stadt (heute Chemnitz). Und was haben wir da schönes gemacht? Randale in der Stadt? Nein, natürlich haben wir Insektensterben aufmerksam gemacht, was auch sonst? Spaß beiseite.

Am Gründonnerstag haben sich alle FÖJler der Grünen Liga und die der LANU (Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt; auch ein FÖJ Träger) in Chemnitz zum Landesaktionstag. Der diesjährige Landesaktionstag fand wie bereits erwähnt zum Thema „Insektensterben“ statt. Um 9:30 Uhr trafen wir uns alle im „Kraftwerk“ Chemnitz um den Ablauf des Tages zu besprechen. FÖJ 2017/18Begrüßt wurden wir durch unsere Gruppensprecher Lisa, Lucie und Roman. Danach folgte eine kurze Chorprobe (wozu werdet ihr noch herausfinden) und der fachliche einstieg durch Ute Wetzel, einer absoluten Expertin in Sachen Bienen, Honig und Co. . Danach ging es fleißig an Bauen und Basteln. Insektenhotels nahmen Langsam ihre Gestalt an. Dabei entstand eine reichliche Vielfalt an neuen Unterkünften. Außerdem startete das Thema „Öffentlichkeitsarbeit“ (zu welchem auch ich gehörte) in seine Tätigkeit. Ökologisch abbaubare Tüten wurden mit ausführlichem Infomaterial zu den Themen FÖJ, Insektensterben, Bienen,….. befüllt, um das später auf der Straße an Leute verteilt zu werden. Das Highlight folgte am Nachmittag: Ein Sternenlauf durch Chemnitz. Aber natürlich nicht irgendwie, sondern als wunderhübsche Schmetterlinge verkleidet. In der Chemnitzer Innenstadt folgte dann unser langfristig einstudierter Chorauftritt. Passend zu Thema gaben wir „Karl der Käfer“ zum Besten, in der Hoffnung so ein paar Leute auf das Thema aufmerksam zu machen. Im Anschluss wurde weiter kräftig Leute aufgeklärt und Insektenhotels gebaut und nach einem erfolgreich missionarischen Tag machten wir uns wieder auf den Heimweg nach Burkhardswalde.
Am Karfreitag hatten wir alle frei. Ein letzes Kräftesammeln für den Ostermontag. 
Hoffentlich habt ihr auch wirklich alle aufgegessen…

Eure FÖJlerin Madeline

 

 

Gut gehäckselt ist halb gewonnen

19.03.-23.03.2018

Seid gegrüßt!

Hallo ihr Lieben!

FÖJ 2017/18Auch in dieser Woche gab es wieder allerhand zu tun auf dem Landgut.
Montag hatte Lia frei. Also hielten Manuela und ich die Stellung auf dem Hof. Nachdem wir den Stall fertig ausgemistet hatten, gingen schon die ersten Ostervorbereitungen los. Wir bewaffneten uns mit einer Schere und schnitten Heu in kleine Schnipsel. Und wozu das Ganze? Als Preis für die erfolgreich bestrittene Osterrallye soll es kleine Osternester in Form von exklusiven Landgut Tassen geben. Und damit diese ein wenig österlich gefüllt sind, muss das Heu auch in die Tassen passen. So schnitten wir wie die Weltmeister und hatten am Ende drei Eimer geschnittenes Heu.

Normalerweise unterstützt Lia immer montags Jakob beim GTA „Wiese, Wald und Fledermaus“. Doch da diese ihren freien Montag genoss, hatte ich dieses Mal die Ehre ihn zu begleiten. Das schöne Wetter bot sich an, um mit den Kindern raus zu gehen. Denn draußen gibt es allerhand zu entdecken. Aber natürlich sollten sie auch etwas zum Thema Natur lernen. Glücklicherweise kennt Jakob einige witzige Spiele, die eben ein bisschen Wissen vermitteln und auffrischen. So sollten sich die Kinder in einer Reihe aufstellen. Jakob und ich standen jeweils links und rechts 10 (große)Schritte von ihnen entfernt. Dann hat Jakob Aussagen zur Fledermaus gemacht und die Kinder sollten entscheiden, ob diese Aussagen richtig oder falsch sind. Wenn sie richtig sind, sollten sie zu Jakob rennen, wenn sie falsch sind, zu mir. Ein ziemlich witziges Spiel, das sich in abgewandelter Form vielleicht auch mit den Kindern vom GTA Fjordpferd spielen lässt.

Am Dienstag machten sich Lia und Manuela auf nach Freiberg ins Büro der Grünen Liga. Das Vorbereitungstreffen für ihr Seminar stand an. (Und ich bin schon sehr gespannt auf ihr Seminar) Ich hingegen hatte einen entspannten, frühlingshaften Tag auf dem Hof, denn der Schmied hatte sich angekündigt. Neben dem Ausschneiden diverser Fjordie-Stuten bekamen Ferdinand und Lalelu neue Hufeisen. Zu unserer großen Freude durften Lia und ich Ferdinands Alte Hufeisen behalten. Jetzt haben wir den ultimativen Glücksbringer, denn was bringt schon mehr Glück, als ein Hufeisen von so einem tollen Pferd. Ferdinand ist ja eh schon ein Hufschmied-Profi, aber auch die Stuten, und besonders Lalelu, verzogen keine Miene. Selbst beim anpassen des Hufeisens hielt Lalelu still, obwohl ihr das nicht ganz so geheuer war. Und wie immer wenn der Schmied kommt, gibt es einen kleinen Snack für zwischendurch. (Schmied scheint ein attraktiver Beruf zu sein) Frisch gestärkt machten wir uns danach an die restliche Stallarbeit und genossen die warmen Sonnenstrahlen.

Denn am Mittwoch war es vorbei mit Frühling. Es hatte über Nacht geschneit. Minusgrade waren angesagt. (Und dabei war ich doch schon voll im Frühlingsmodus) Manuela war an diesem Mittwoch leider nicht von der Partie. Für sie stand an diesem Tag ein kleiner Routineeingriff im Krankenhaus an, weswegen sie auch für die nächste Woche ausfällt. Aber ich kann Entwarnung geben, ihr geht es den Umständen entsprechend gut. Nichtsdestotrotz gab es wieder viel zu tun. Die Küche für unseren neuen Aufenthaltsraum musste transportiert, aufgebaut, und angeschlossen werden. Lia und ich halfen natürlich beim Transport, aber den Rest überließen wir den Fachkundigen Männern. Am Nachmittag widmeten Lia und ich uns einer weiteren wichtigen Vorbereitungsmaßnahme für Ostern: Sandsäcke mit Sand befüllen. 40 an der Zahl. Sie sind für die Zelte, damit diese bei Wind nicht wegfliegen. Außerdem hatte Jakob noch ein wenig Zeit gefunden, um den Waldrand noch weiter freizuschneiden. Daher halfen wir ihm danach wieder, die Äste fachgerecht zu stapeln.

FÖJ 2017/18Am Donnerstag ging es dann den geschnittenen Ästen an den Kragen. Sie wurden gehäckselt. Der Häcksler ist ein ziemlich lustiges Gerät. Man steckt ganze Äste; z.T. auch Baumstämme hinein, und heraus kommen kleine Holz-Schnipsel, die man geschickt mit einem Anhänger einfangen muss. Und das Platzieren von Schäffer und Anhänger ist gar nicht so einfach. Als zumindest alles Wichtige gehäckselt war, wurde unsere Häckselaktion jäh unterbrochen, da es ein winziges Problem mit dem Schäffer gab. Aufgrund des Schnees und des rutschigen Untergrundes ist der Schäffer einen kleinen Abhang hinunter gerutscht und kam ohne Hilfe nicht mehr weg. Schweres Gerät musste aufgefahren werden. Doch Herr Thömel und der Landgut-eigene Bagger schafften es den Schäffer wieder zu bergen.

Nach so viel Aufregung folgte ein recht entspannter Freitag- trotz oder vielleicht auch wegen des GTA‘s. Die 2. Gruppe sollte nun auch endlich ihre erste Reitstunde erhalten. Allerding schien diese Gruppe weniger aufgeregt als die erste. Aber sie hatten mindestens genauso viel Spaß. Während immer ein Kind ritt, beschäftigten die restlichen Kinder Lia und mich. Erst bastelten wir mit ihnen einige Buttons, was wiederum für große Freude sorgte, und später ging es wieder an das Pferde putzen. Es ist schön zu sehen, wie viel Spaß die Kinder bei der Sache haben, auch wenn dies hin und wieder, zu Ungeduld und Überstürzung führt. Aber Lia und ich hatten die Sache bestens im Griff und trotz aller Ungeduld, sind alle Kinder ja super lieb, was uns das Arbeiten wirklich erleichtert.
Jetzt steht erst mal Ostern an. Wir hoffen alle sehr auf schönes Wetter. Das heißt für euch da draußen: Immer schön aufessen! Wehe es regnet am Ostermontag…

Eure FÖJlerin Madeline

 

Abgekratzt und doch lebendig

12.03.-16.03.2018

Seid gegrüßt!

FÖJ 2017/18Diese Woche konnten wir endlich wieder Manuela auf dem Landgut begrüßen. Allerdings starteten wir in die Woche wieder nicht vollzählig. Ich genoss am Montag die Vorzüge eines langen Wochenendes, aber Manuela und Lia hielten wie immer die Stellung.

Vollzählig und voller Tatendrang starteten wir am Dienstag dann endlich wieder richtig durch. Nach der täglichen Stallarbeit hieß es Arbeitsteilung. Während Lia und Manuela weiter abkratzten (also die Wände) stürzte ich mich in diverse „Büroarbeiten“ bezüglich unseres GTAs. Elternbriefe mussten sortiert und abgeheftet werden, Anwesenheitslisten geschrieben, Listen der teilnehmenden Kinder für den Hort in Liebstadt und eine große Übersicht mit allen Kindern und allen wissenswerten Dingen mussten erstellt werden. Damit war ich auch erst mal gut beschäftigt, aber die Arbeit hat sich gelohnt, denn jetzt ist alles fein säuberlich abgeheftet und sortiert. (Ich hoffe doch sehr, dass das auch so bleibt!) Auch die beiden Abkratzer haben ganz schön was geschafft. Jetzt können bald wieder Pinsel geschwungen werden.

Am Mittwoch wurde Lia in den Wald entführt. Keine Sorge, ihr geht es gut. Sie hat den Männern bei der Waldarbeit geholfen. Sturmholz musste geborgen werden und ihre Aufgabe war es, das Stahlseil zum jeweiligen Baum zu ziehen und daran zu befestigen, sodass Traktor und Seilwinde die Bäume bergen können. Manuela und ich hingegen halfen dabei Lalinga und Laerke auf ihre wichtigste Aufgabe überhaupt vorzubereiten. Sie sollten schon ein bisschen fit gemacht werden, um am Freitag ohne Probleme die ersten Kinder tragen zu können. Doch die beiden schlugen sich ziemlich gut, sodass wir uns keine Sorgen wegen Freitag machen mussten.

Donnerstag hieß es wieder fleißig abkratzen. Eine besonders schlimme Box musste „renoviert“ werden. Aber auch das war dank unserer Übung und der richtigen Technik kein Problem für uns. Außerdem nutzen wir die Zeit, um einmal Lalelu‘s Schweif richtig zu pflegen. Konkret bedeutete das: waschen und verlesen. Außerdem kamen am Donnerstag Fans von großen Maschinen (u.a. ich) auf ihre Kosten, denn wir bekamen vier LKW Ladungen Mineralbeton. (Mineralbeton ist ein Gemisch aus Kies Splitt oder Brechkies; also in unbearbeiteter Form ein Haufen Steine, die in Form gebracht werden können) Vier Mal konnten wir den großen Kipplader dabei beobachten, wie er höchst präzise den Beton manövrierte und ablud. Sehr faszinierend. Der Beton war nötig, da Wind und Wetter ihre Spuren hinterlassen hatten, sodass es an einigen Stellen auf dem Hof etwas abschüssig geworden ist. Durch den Mineralbeton wurden die Flächen wieder begradigt. Jetzt kann man diese wieder nutzen um Zelte, Tische und Bänke für eventuelle Osterveranstaltungen aufzustellen.

Und eh man sich versah war auch schon wieder Freitag. Da es am Montag einige Personalausfälle gab, wurde unsere wöchentliche Besprechung auf eben diesen Freitag verschoben. Die Pläne für die Osterveranstaltung werden immer konkreter. Aufgaben wurden verteilt und bereits konkrete Pläne für die Vorbereitung, Aufbau und Verpflegung erstellt. Es soll ja schließlich an nichts mangeln. Jetzt müssen wir nur noch auf gutes Wetter hoffen. Ich persönlich würde Limonade, Tee und Glühwein vorziehen. Außerdem wurde mit schwerem Gerät der Mineralbeton in Form gebracht. Bagger, Traktor und co., machten aus dem großen Steinhaufen eine ebene Fläche. Diese Arbeit haben wir natürlich nicht verrichtet, sondern den fachkundigen Männern überlassen. FÖJ 2017/18Wir hatten es am Nachmittag mit einem ganz anderen Haufen zu tun… Ein Haufen Pferdeverrückter Grundschüler  beanspruchte unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Die erste Reitstunde stand an, was natürlich für allgemeine  Aufregung sorgte- im positiven Sinne. Leider war das Wetter nicht so schön, wie wir uns es gewünscht hatten, aber die Kinder sind hart im nehmen. Während immer ein Kind beim Reiten von Herren Vogel betreut wurde, übten die anderen Kinder sich wiederum im Pferde anbinden und putzen und lernten durch ein sehr schönes Fjordie Quiz, etwas über diese wunderschöne Rasse. Sie hatten wie immer viele Tausend Fragen und waren, vor allem mit richtig viel Spaß bei der Sache. Das freute mich natürlich umso mehr.

Zu guter Letzt habe ich noch Nachrichten von Cinnimini, Karl, Thorin und Martin. „Wer soll das denn bitte sein?!“ Na unsere erfolgreich vermittelten Baby Mietzen, die mittlerweile schon ganz schön groß geworden sind und ihren neuen Besitzern viel Freude bereiten. Dank Manuelas Connection bekommen wir immer mal wieder Nachrichten von unseren ehemaligen Sorgenkindern. Es hat sich herausgestellt dass es drei Kater und eine Mietze sind und sie entwickeln sich prächtig. Das freut unser Herz für Tiere sehr. In diesem Sinne!

Bis dahin!

Eure FÖJlerin Madeline

 

Winterspaß und Frühlingsgefühle

05.03.-09.03.2018

Hallo an alle eifrigen Blogleser!

FÖJ 2017/18Auch diese Woche startete wieder fulminant. Leider wieder ohne Manuela, da diese immer noch an den Folgen der Grippe leidet.
Nichtsdestotrotz erschienen Lia und ich so gesund es eben geht am Montagmorgen auf dem Landgut. Wie immer begann der Tag für uns mit dem Ausmisten der Ställe und im Anschuss gab es die übliche Wochenbesprechung. Großes Thema war die Osterveranstaltung am Ostermontag. Dinge wie die Osterrallye, das Fjodiereiten oder die Verpflegung mussten geklärt werden. Doch so langsam nehmen die Pläne Gestalt an.

Am Dienstag ist soweit nichts Spannendes passiert. Neben dem Ausmisten nutzten wir die verbliebene Zeit, um noch einmal kräftig aufzuräumen und um an unseren Projekten zu arbeiten.

Der Mittwoch gestaltete sich schon außergewöhnlicher. Es hatte über Nacht (mindestens!) 5 cm geschneit. So viel Schnee hatten wir den ganzen Winter über nicht. Uns so nutzten Lia und ich das winterliche Wetter, um noch einige schöne Schneefotos zu schießen. Lia, Profi an der Kamera, schoss die Fotos, während ich nach schönen Motiven Ausschau hielt und dafür sorgte, dass Pferde stillstanden oder sich bewegten. Außerdem ließen wir unserer Kreativität freien Lauf: wir bauten einen Schneemann. Aber da dies ja an sich viel zu langweilig ist und wir keinen schöneren Ort fanden, bauten wir ihn mitten auf der Koppel der Fjordies. Sehr zur Freude dieser, da sie den Bauprozess unglaublich spannend fanden. Unser Meisterwerk konnte sich sehen lassen. Doch ehe wir uns versahen kam das wahre Gesicht der Norwegischen Fjordpferde zum Vorschein. Keine drei Minuten nach der Fertigstellung wurde unser armer Schneemann gründlich auseinander genommen. Die Fjordies hatten sichtlich Spaß dabei und natürlich haben wir den Zerstörungsprozess ordentlich dokumentiert, sodass zumindest einige lustige Fotos entstanden sind.
Und so schnell wie der Schnee gekommen ist, war er auch wieder verschwunden. Zwischen Mittwoch und Donnerstag lagen Welten; also vom Wetter her betrachtet. Vom Schnee des Vortages war nicht mehr viel übrig und auch die dicke Winterjacke konnte schon etwas gelockert werden. Ein Hauch von Frühling lag in der Luft. Und was macht man normalerweise im Frühling? Richtig, man gestaltet die Inneneinrichtung neu. Gesagt getan: Streichen stand auf dem Plan. Doch zunächst habe ich Lia beim abkratzen geholfen. Keine Sorge, Lia geht es gut. Aber dem Schmutz und anderen Hinterlassenschaften der Pferde an den Boxenwänden nicht mehr. Aus mir unerklärlichen Gründen lehnen sich Pferde gerne beim „großen Geschäft“ mit dem Hintern gegen die Boxenwände. Wir wissen leider nicht, warum sie das machen, oder was sie uns damit sagen möchten, aber so wirklich schön sieht das leider nicht aus. Daher müssen die Wände regelmäßig davon befreit werden, um dann mit Supfkalk neu gestrichen zu werden zu können. Freundlicherweise übernahm Lia den Part des Streichens während ich mich um die restlichen Hinterlassenschaften kümmerte.

Freitag ist GTA-Tag. Daher ist nach der täglichen Stallarbeit alles auf die Vorbereitung ausgelegt. Damit es die Kinder nicht mit allzu dreckigen Pferden zu tun haben, haben Lia und ich die besagten Stuten schon einmal vorgereinigt. FÖJ 2017/18Und pünktlich um 13:14 Uhr mitteleuropäischer Winterzeit traf die zweite Gruppe Grundschüler auf dem Landgut ein. Für sie stand das gleiche auf dem Programm wie für die Kinder letze Woche. Nach einer Begrüßung mit leckerem Tee ging es los mit Halfter anlegen, anbinden, putzen und führen. Auch hier schlugen sich die Kinder hervorragend. Man merkt kaum, dass sie noch nicht so viel Erfahrung im Umgang mit Pferden haben. Außerdem ist es für mich sehr spannend zu beobachten, wie die Kinder an die Dinge herangehen. Es gibt die, die noch ein bisschen ängstlich sind, und sich nicht wirklich an das Pferd herantrauen; die, die zwar ängstlich sind, aber trotzdem alles versuchen wollen, die Übereifrigen, die es kaum erwarten können loszulegen und etwas zu lernen und die, die die Pferde am liebsten den ganzen Tag knuddeln wollen, aber die Pferdehaare auf den Klamotten nicht ganz so töfte finden. Also eine bunt gemischte Truppe. Doch ich bin zuversichtlich, dass auch die ängstlichen ihre Angst bald verlieren und die „Knuddler“ mit den Pferdehaaren klarkommen werden. Unsere Fjordies und wir, sind dafür die besten Lehrmeister. Nächste Woche könnte es dann schon soweit sein: Die erste Reitstunde ist geplant.

Bis dahin!

Eure FÖJlerin Madeline

 

Leben am Limit

26.02.-03.03.2018

Hallo liebe Frostbeulen!

FÖJ 2017/18Ich hoffe ihr habt die wohl kälteste Woche des Jahres gut überstanden. Ich muss zugeben, die Temperaturen waren schon hart an der Grenze. Und die Kälte stellte uns vor ganz neue Herausforderungen…

Leicht schockgefrostet kamen Lia und ich am Montagmorgen auf dem Landgut an. (Manuela hat leider die Grippe erwischt) Um nicht festzufrieren begannen wir mit der täglichen Stallarbeit. Das Misten, Einstreuen und Füttern hielt uns warm. Um Punkt neun Uhr wurde dann zur Wochenbesprechung gerufen. In unserem schönen, neuen und warmen Aufenthaltsraum besprachen wir wie immer, was in dieser Woche anstand. Danach hielt uns unsere Lieblingsbeschäftigung weiter warm: Holz spalten.

Am Dienstag ging es gleich noch kälter weiter. Es war über Nacht so kalt geworden, dass die Wasserleitung zu den Selbsttränken in einem Teil des Stalles zugefroren waren. (Das kann durchaus schon mal passieren) Sofortmaßnahmen wurden sofort eingeleitet. Mit Heizlüfter und Wasserkocher bewaffnet versuchten wir den ganzen Tag über die Tränken wieder aufzutauen- mit Erfolg. Aber da es nicht wärmer werden sollte, stellten wir in die betroffenen Boxen noch zusätzlich Wasserbottiche, damit kein Pferd durstig schlafen gehen muss. Neben der Auftauaktion nutzen Lia und ich unsere Zeit, um den Stall mal richtig durch zu saugen. Ja richtig, wir haben im Stall gestaubsaugt. Mit einem ziemlich coolen Industriestaubsauger war dies auch wirklich effektiv. Der Staub von Boxenstangen und Fensterbänken, der sich leider wegen Heu und Stroh nicht vermeiden lässt, ließ sich kinderleicht entfernen.

Am Mittwoch bot sich uns leider das gleiche Bild: zugefrorene Tränken. Aber die Pferde hatten das Angebot der Bottiche angenommen und so langsam hatten wir den Dreh raus, sodass die Tränken im Nu aufgetaut waren. Neben der Stallarbeit stand auch wieder Holzspalten auf dem Plan.

Und eh man sich versah, war auch schon März. Aber irgendwie lässt das frühlingshafte Wetter auf sich warten. Naja, wenigstens hat die Sonne geschienen, das hat die Kälte erträglicher gemacht. Neben diversen Aufräumaktionen verbrachten wir den Donnerstag unter anderem damit, die Fjordiestuten für den nächsten Tag vorzubereiten. Schließlich sollten sie es nicht mit allzu dreckigen Pferden zu tun haben. Also bekamen Lalelu, Lalinga und Lavanda eine ausführliche Schönheitskur.

Am Freitag war es dann endlich so weit. Die erste Gruppe Grundschüler kam für das GTA Norwegisches Fjordpferd zu uns auf das Landgut. Lia und ich holten die neugierige Truppe von der Bushaltestelle ab und konnten uns vor Fragen kaum retten. „Wo müssen wir denn hin?“ „Wo sind die Pferde?“ „Wann dürfen wir reiten?“ Doch bevor es los ging gab es erst mal eine Begrüßung durch Herrn Vogel, Frau Kemper Lia, Jakob und mich, mit leckerem Tee und Keksen. Als es dann endlich los ging was die Begeisterung und der Wissensdrang der Kinder kaum zu bremsen. Begleitet wurden wir durch die Paparazzi Lia und Jakob, die keinen Moment unfotografiert ließen. Als erstes haben wir das Halfteranlegen mit den Kindern geübt. Obwohl die Fjordies super lieb sind und eigentlich nicht sehr groß, hatten einige der Kinder doch so ihre Probleme. Macht aber überhaupt nichts, denn sie haben noch sehr oft die Gelegenheit zu üben und für den Anfang haben sie sich gut geschlagen. (Man muss auch bedenken, dass ein Großteil der Kinder noch nie etwas mit Pferden zu tun gehabt hat) FÖJ 2017/18Dann ging es ans Anbinden und Putzen der Pferde. Hier konnten wir natürlich gleich das wiederholen, was im Theorieunterricht schon einmal Thema war. Und tatsächlich haben sich die Kinder die Namen der verschiedenen Putzutensilien gemerkt, und was man mit ihnen macht. Auch ich blicke so langsam mit den Namen durch, auch wenn ich einige noch immer verwechsele. Aber Angelina und Laura sehen das zum Glück gelassen. Nachdem die Pferde ordentlich  geputzt wurden, ging es für uns alle auf den Longierzirkel. Auch ein Pferd richtig zu führen will gelernt werden. Auch hier war die Begeisterung groß, jeder wollte Lavanda führen. Und sie hat das natürlich auch super gemeistert. Aber da Pferde Fluchttiere sind, was wir auch den Kinder immer wieder sagen, hat zunächst Frau Kemper und später dann ich, die ganze Sache abgesichert, sodass wirklich nichts passieren konnte. Sichtlich zufrieden, wenn auch ein wenig eingefroren kehrten die Kinder wieder in unseren Aufenthaltsraum zurück, wo sie sich Tee und Kekse noch einmal schmecken lassen haben. Und dann war die erste praktische Stunde GTA Fjordpferd auch schon vorbei. Ich bin wirklich froh, dass es so gut geklappt hat und die Kinder sichtlich Spaß hatten. So kann es gern weiter gehen, aber bitte etwas wärmer. Allerdings war meine Woche am Freitag noch nicht zu Ende.

Samstag stand wandern auf dem Programm. Natürlich bin ich nicht einfach so losgezogen, (das wäre durchaus fatal, bei meinem Orientierungssinn) sondern wurde professionell von Jakob mit einer Gruppe super netter Wanderfreunde durch das Müglitztal geführt. Aber wenn Jakob eine Wanderung organisiert, läuft man nicht nur durch die Gegend und genießt den schönen Ausblick, sondern man lernt allerhand über die Natur- und Tierwelt. Und das natürlich nicht irgendwie, sondern mit altersübergreifend interaktiven Spielen. Wer also Lust hat, auf einen lehreichen, sportlichen und witzigen Samstagvormittag, kann gern bei der nächsten Wanderung dabei sein. Dich nächste findet bereits am 14. April statt. Dort werdet ihr höchstwahrscheinlich Lia; Manuela oder mich höchst persönlich kennen lernen. Bis dahin!

 

Eure FÖJlerin Madeline

 

Der Natur auf der Spur

19.02.-23.02.2018

Ahoi ihr Landratten und Leichtmatrosen!

Nein, ich bin nicht unter die Seefahrer gegangen, sondern habe diese Woche wieder einmal die Ehre, von unserem Seminar zu berichten. Dieses Mal trafen wir uns im wunderschönen Dresden. Aber nicht irgendwo in Dresden, sondern auf dem CVJM Jugendschiff; einem ehemaligen Ausflugsschiff, welches nun als eine Art Jugendherberge dient.

FÖJ 2017/18Unsere Unterkunft zu finden war am Montagmorgen die erste große Hürde. Manuela befand sich glücklicherweise schon in Dresden, sodass Lia und ich uns in aller Frühe allein auf die Reise begaben. Nachdem wir uns ein bisschen verfahren hatten, wussten wir wenigstens wir der Landtag und das Kongresszentrum aussahen. Trotz unseres unfreiwilligen Roadtrips haben wir unser Ziel schließlich gut erreicht und waren auf dem Schiff dann wieder glücklich mit Manuela, Antonia und den anderen „Ökis“ vereint. Natürlich wurden wir wie immer mit den Regeln des Hauses vertraut gemacht und durch unsere Betreuer Anni und Nic begrüßt. Ein kurzer, thematisch passender Film stimmte uns schon einmal auf die kommende Woche ein. Das Seminar stand unter dem großen Thema „Stadtökologie“. Wie immer gab es natürlich wieder kleine Untergruppen mit den Themen „Natur und Tierwelt in der Stadt“, „Stadtplanung und Mobilität“ und „Konsum“ Während Manuela und ich die Tier und Pflanzenwelt Dresdens genauer unter die Lupe nahmen; entschieden sich Lia und Antonia dafür, die Stadt und ihren Aufbau näher zu untersuchen. Nach dem Mittagessen starteten die einzelnen Gruppen in ihre Arbeit. Für uns stand als erstes die Diskussion um eine Brücke an. Wahrscheinlich die berühmteste Brücke Dresdens: die Waldschlösschenbrücke. Wir haben darüber diskutiert, welche Vor- und Nachteile sie bringt und welche Auswirkungen ihr Bau auf Natur und Tiere hat. Danach machten wir einen kurzen Ausflug zu eben besagter Brücke, um uns ihr Ausmaß besser vorstellen zu können. Außerdem besuchten wir ebenfalls an diesem Nachmittag die Kinder und Jugendfarm „Spielwiese“ (ebenfalls eine Einsatzstelle der Grünen Liga) um dort beim Stapeln der Heuballen zu helfen. (An dieser Stelle möchte ich meine lieben Kollegen grüßen, die denken, dass unsere Seminare nur aus rumsitzen bestehen) Nachdem wir dies erfolgreich beendet hatten, halfen wir natürlich beim Füttern der vielen Tiere.

Der Dienstag begann genauso produktiv wie der Montag endete. Zu Fuß begaben wir uns in die Neustadt, um mit den Dresdnern über ihre Stadt zu sprechen. Dresden ist eine der grünsten Städte Deutschlands und die Einheimischen hier wissen dies sehr zu schätzen. Am Nachmittag startete unser zweiter Arbeitseinsatz. Es ging ans Kopfweiden beschneiden. Etwas am Rande von Dresden trafen wir uns mit einem netten Herren vom Naturschutzbund, der uns allerlei wichtiges über die Pflege und die Bedeutung der Kopfweiden näher brachte. (Leider konnte ich mir seinen vollen Namen nicht merken, doch sein Vorname war recht leicht. Der gute Mann hieß nämlich Jakob) Und eh Manuela und ich uns versahen schnitten wir mit Astschere und Handsäge Kopfweiden frei (Welch Ironie). Lia und Antonia hingegen besuchten das Panometer in Dresden, wo derzeit eine eindrucksvolle „Ausstellung“ über die Zerstörung Dresdens während des 2. Weltkriegs zu sehen war. Am Nachmittag hatten sie dann die Möglichkeit, mit einer Zeitzeugin über diese Zerstörung zu reden.

FÖJ 2017/18Am Mittwoch wurde es nicht weniger aktiv. Am Vormittag besuchten wir das sog. Jugend-Öko-Haus am Großen Garten (auch eine FÖJ-Einsatzstelle) Es folgte eine super spannende Exkursion durch den großen Garten und wir entdeckten dabei viel verschiedene Tiere und Pflanzen, die die Stadt ihr Zuhause nennen. Abermals hatten wir fachkundige Anleitung von einem sehr netten Herren, dessen Namen ich mit nicht merken konnte. Am Nachmittag besuchten wir dann den Dresdner Zoo (auch eine FÖJ Einsatzstelle der Grünen Liga; Antonia arbeitet dort) und erhielten eine sehr schöne und lehrreich Führung von einem der Biologen der Zoos (leider ist mir auch sein Name entfallen). So konnten wir auch einmal eine Blick hinter die Kulissen des Zoos werfen und sehen, wo die Zebras ihre Stallungen haben oder wie das Futter für die Tiere vorbereitet wird. Highlight war natürlich der Besuch des Giraffenhauses. Dank unserer exklusiv-Führung konnten wir dorthin, wo normalerweise nur die die Tierpfleger Zutritt haben. Die Giraffen können dort nämlich ihren Hals durch eine Art Fenster stecken, damit Tierarzt und co. sie dort untersuchen können. Aber Digo, der Herr im Giraffenhaus, nutzte die Möglichkeit, um sich unsere Gruppe aus der Nähe anzuschauen. Und plötzlich war der Kopf dieser fünf Meter großen Giraffe nur noch zwanzig Zentimeter von unseren Köpfen entfernt. Sehr beeindruckend. Nicht weniger beeindruckend fand Lia den Besuch der Dresdner Verkehrsbetriebe, wie sie uns am Abend erzählte. In der Zentrale der DVB hat ihre Gruppe eine interessante Führung bekommen und dabei so einiges über die Funktion und Koordination der unzähligen Busse und Straßenbahnen in Dresden gelernt.

Der Donnerstag begann wieder mit einer kleinen Wanderung. Frisch auf machten wir uns auf dem Weg zum „Hechtgrün“ einem der über zwanzig sog. „Urban Gardening“ Projekten in Dresden.  „Urban Gardening“ ist, wie ich finde, eine ziemlich coole Sache. Dort treffen sich alle möglichen Leute, die Lust auf grün haben, in einem Gemeinschaftsgarten mitten in der Stadt und bauen gemeinsam alle möglichen Dinge an. Im Vordergrund steht nicht so sehr der Anbau von Gemüse und co. sondern das Miteinander und der Austausch von Erfahrungen. Aber dennoch wird die Stadt dadurch ein klein wenig grüner. Am Nachmittag beschäftigten wir uns mit dem „Müllproblem“ der Großstädte und diskutierten hitzig, über mögliche Lösungen und deren Umsetzung.

Und eh man sich versah, war die Woche auch schon am Ende angelangt. Freitagvormittag fand wie immer eine ausführliche Auswertung der Woche statt und im Anschluss informierten und unserer FÖJ Sprecher über allerlei Organisatorisches; wie zum Beispiel den bald anstehenden Landesaktionstag. Und nach dem Traditionellen Gruppenfoto wurden wir ins Wochenende entlassen.
Unser nächstes Seminar findet dann im April statt. Ich bin schon sehr gespannt, da dies das Seminar ist, welches Lia und Manuela vorbereiten. Doch bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit.

 

Eure FÖJlerin Madeline

 

Frisch auf!

12.02.-16.02.2018

Hallo an alle Wanderfreunde!

FÖJ 2017/18Wie immer waren wir auch in dieser Woche wieder höchst produktiv.
Montag und Dienstag nutzten wir neben der täglichen Stallarbeit für unsere FÖJ Projekte. So langsam nehmen sie Gestalt an. Lia hat bereits zugeschnittene Bretter für ihr Insektenhotel. Also konnten wir uns schon auf die Suche nach Füllmaterial begeben. Das Landgut und dessen Umgebung sind ein echtes Paradies für Insektenhotelarchitekten. Nahezu alles, was Insekten das Wohnen komfortabel macht, lässt sich hier finden. Auch für Manuelas Mauer werden die Pläne langsam konkret. Doch später mehr dazu.

Am Mittwoch konnten wir dann den wieder genesenen Jakob auf dem Landgut begrüßen. Und eh wir uns versahen standen wir mit Motorsense, Astschere und Handsäge im Wald und schnitten dessen Rand frei. Während Lia mit dem Freischneider (bzw. Motorsense) die Brombeeren und Sträucher bekämpfte und Jakob mit schwerem Gerät kleinere Bäume fällte, räumten Manuela und ich hinter ihnen auf. Gar nicht so einfach, da manche Bäume und Äste recht widerspenstig waren. Aber wir konnten sie fachgerecht (mit dem dicken Ende zum Weg, damit man sie später besser häckseln kann) schichten. Am Nachmittag kundschafteten Manuela und Jakob einen geeigneten Platz für die Trockensteinmauer aus und Lia und ich zogen weiterhin widerspenstige Bäume aus dem Wald. Einen von ihnen konnten wir sogar eigenhändig fällen. Es geht doch nichts über wahre FÖJ-Power.

Der Donnerstag ging ähnlich vonstatten wie der Mittwoch. Während Jakob sägte, zogen wir das Schnittgut beiseite und schichteten es an den Wegrand. Am Nachmittag folgte dann eine kleine Bildungswanderung. Lia und ich waren neugierig, welche Stelle sie wohl am Vortag für die Trockensteinmauer ausgewählt hatten. Also hieß es für uns „Frisch auf!“ und ab in den Wald. Nach einem Fußmarsch, den ich mir deutlich länger vorgestellt hatte, kamen wir an dem auserwählten Platz an. Zwar muss die endgültige und genaue Stelle noch festgelegt werden, aber dich Richtung stimmt. Praktischerweise gibt es am beschriebenem Ort bereits eine große Auswahl an Steinen, sodass Manuela (und uns natürlich auch) das Bauen erleichtert wird. Nach dem wir uns die in Frage kommenden Stellen angeschaut hatten, tat sich uns ein Mysterium auf. Wohin führte wohl dieser Weg? Und da wir noch Zeit hatten und eh den Wald erkunden wollten, gingen wir unserer Neugier nach. Jedoch wurde aus der Wanderung schnell eine Kletterpartie, da ein umgefallener Baum quer über dem Weg lag. Nun stellten sich Fragen: Oberhalb? Unterhalb? Oder mitten durch? Ich entschied mich, Jakob zu folgen und oberhalb des umgeknickten Baumes zu entlang zu klettern. Lia und Manuela entschieden sich für den Weg durch die Fichte (Fichte=Nadelbaum= mäßig gutes Durchkommen + Schmerz + Belustigung für Jakob und mich) Doch letztendlich hatten sie es heil aus den Fängen des Baumes geschafft und wir konnten unseren Bildungsausflug fortsetzen. Was hat es denn nun mit der Bildung auf sich? Ganz einfach: Jakob ist sozusagen ein Waldexperte und frischte während der Wanderung unser Wissen über Baumarten, Tierspuren und co. auf. Jetzt sind wir wieder top in Form.

FÖJ 2017/18 Am Freitag hatte Manuela frei und da Jakobs Geist im Wald gefragt war (die Männer waren dabei neues Holz um Spalten zu bergen) waren Lia und ich am Vormittag auf dem Hof beschäftigt. Doch Langweile hatten wir keinesfalls. Wir bekamen es wieder mit unserem Erzfeind zu tun: den Brombeeren. Ein Graben unweit des Hofes musste von ihnen befreit werden. „Ja, das wird bestimmt nicht so schlimm sein“ dachte ich mir. War leider falsch gedacht, denn es war schlimm. Die Brombeeranken waren so dick wie kleine Bäume und so dicht wie der australische Dschungel. Ein Durchkommen war kaum möglich; zumal dies von den spitzen Wiederhakendornen noch erschwert wurde. Aber: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Oder: Wo Lia mit dem Freischneider ist; sind bald keine Brombeeren mehr. Es dauerte zwar ein Stück, bis wir die richtige Technik heraus hatten, aber dann klappte es perfekt. Während Lia die Ranken ummähte, zog ich die losen Brombeeren mit dem Rechen aus dem Graben, sodass Lia weiter voran kam. Nach eineinhalb Stunden waren wir dann schneller fertig, als gedacht. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Nächste Woche ist es nun wieder soweit: Hurra; hurra Seminar! Diesmal in unserer super schönen Landeshauptstadt. Wir freuen uns schon sehr auf die Woche voller altbekannter Gesichter und neuen Erfahrungen. Bis dahin!

 

Eure FÖJlerin Madeline

 

Projekt: „Projektplanung“

05.02.-09.02.2018

Hallo liebe Projektplaner dort draußen!
In dieser Woche hatten wir es mit eisig, winterlichen Temperaturen zu tun. Minus 8 Grad zeigte das Thermometer am Dienstagmorgen an. Doch alles der Reihe nach.

Am Montag stand wie immer unsere wöchentliche Besprechung an. Leider ohne Jakob, da diesen die Grippe erwischt hat, aber dafür zum ersten Mal in unserem neuen Aufenthaltsraum.  FÖJ 2017/18Zwar ist er auch noch nicht ganz eingerichtet, aber man kann bereits gemütlich darin sitzen und Pläne für die anstehende Woche schmieden. Außerdem standen wir am Montagnachmittag vor einer neuen alten Herausforderung. Da Jakob leider krank war, hatte Lia die ehrenvolle Aufgabe, das GTA Wiese, Wald und Fledermaus zu übernehmen. Und natürlich standen Manuela und ich ihr als seelisch moralische Unterstützung zur Seite. Gemeinsam mit den Kindern haben wir einen schönen Film über Fledermäuse angeschaut und später das sonnige Wetter genutzt um nach draußen zu gehen und eins meiner Lieblingsspiele aus dem Seminar zu spielen. Womit ich natürlich absolut gar nicht gerechnet hatte, ist, dass mich die Kinder vom GTA Fjordpferd wiedererkennen würden. Und so hatte ich plötzlich eine Traube Mädchen um mich herum, die sich sehr freuten mich zu sehen und mich mit Fragen löcherten. Außerdem erzählten sie mir, wie schade sie es finden, dass in dieser Woche kein GTA stattfindet (wegen der Zeugnisausgabe) und wie sehr sie sich auf das Landgut und die Fjordies freuen. (Ich muss zugeben, ich fand das schon sehr süß.)

Wie bereits erwähnt erreichten wir am Dienstag den frostigen Tiefpunkt dieser Woche von
-8°C; bei strahlendem Sonnenschein. Verpackt wie die Zwiebeln war die tägliche Stallarbeit für uns jedoch absolut kein Problem. Während ich beim Ausmisten des Winterquartiers half, nutzten Lia und Manuela das sonnige Wetter, um schöne Fotos von Natur und Tieren zu schießen. Nachmittags startete dann unser „großes“ Wochenprojekt: „Projekt Mähneschneiden“ Aus mir unbekannten Gründen wachsen die Mähnen der Fjordies extrem schnell. (Vielleicht liegt es am guten Futter; vielleicht an der guten Pflege….man weiß es nicht) Auf jeden Fall hat nun jedes Fjordie eine neue Frisur erhalten und Lia hat ihr verborgenes Mähnenschneidtalent entdeckt.

Am Mittwoch haben wir die Zeit zwischen ausmisten und Mähnenschneiden kreativ für unsere FÖJ Projekte genutzt. Wie Ihr vielleicht wisst, hat jeder FÖJler während seines FÖJs die Aufgabe, eine Projektarbeit zu erstellen. Diese kann von ganz unterschiedlicher Natur sein. Wer zum Beispiel eher handwerklich begabt ist kann etwas bauen; wer eher der Theoretiker ist, etwas dokumentieren oder die Künstler können etwas gestalten. Es sind also kaum Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass man sich eigenständig darum kümmert und die Einsatzstelle damit unterstützt. Lia und Manuela haben sich für etwas praktisches entschieden, das dem Tier- und Artenschutz dient. Lia hat es sich zu Aufgabe gemacht, den obdachlosen Insekten eine komfortable Unterkunft zu gestalten- sie beschäftigt sich mit dem Bau eines Insektenhotels. FÖJ 2017/18Manuela hingegen hat die Absicht eine Mauer zu errichten. Aber keine Sorge, sie wird damit nicht das ganze Land teilen, sondern nur einigen Kleinsäugern und anderem Getier einen Unterschlupf bieten. Sie möchte eine sog. Trockensteinmauer bauen. Ich hingegen habe mich für ein bisschen Theorie entschieden. Praktischerweise wurde ich für die Hilfe bei der Betreuung des GTA Fjordpferds auserwählt. Die Idee, dieses GTA als mein Projekt anzusehen hat mir gut gefallen und so ist es nun meine Aufgabe, die  Planung, Organisation und Durchführung des Ganztagesangebots teilweise zu übernehmen und natürlich zu helfen wo ich kann. Und während ich mir über mögliche Inhalte und deren Durchführung Gedanken machte, lasen Manuela und Lia Bücher über die Theorie ihrer Projekte (Material, Standort, Nutzen,…..)

Den Donnerstag nutzen wir dann für Herr Thömels Lieblingsprojekt: „Projekt Holzspalten“ Doch da wir ein super eingespieltes Team sind, war der Berg Holz innerhalb von 2 Stunden regelrecht vernichtet. Aber wie heißt es so schön: Nach dem Holz ist vor dem Holz.
Am Freitag hatten wir wieder Zeit für unsere Projektarbeiten. Außerdem schien die Sonne wieder so herrlich, dass man einfach Fotos machen musste. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse.

 

Eure FÖJlerin Madeline

Die Tannen vor lauter Unkraut nicht sehen

29.01.-02.02.2018

Hallo liebe Freischneiderinnen und Waldjungen!

FÖJ 2017/18 Voller Tatendrang starteten wir wieder in die neue Woche. Nachdem am Montag die Aufgaben(wie üblich mit ein bisschen Verpflegung) für die neue Woche festgelegt wurden, ging es auch schon tatkräftig los. Während Lia und ich uns um die Pferde und den Stall kümmerten, befreiten Manuela und Jakob den Weg am Waldrand entlang von Ästen, Brombeeren und co. um ihn wieder einwandfrei befahrbar zu machen. Am Dienstag begann die harte Waldarbeit dann so richtig. Letze Arbeiten im Schulwald mussten erledigt werden, wie zum Beispiel das Freischneiden des Zaunes. Außerdem wurden noch einige Bäume gefällt, um für andere Bäumchen neuen Platz und bessere Lichtverhältnisse zu schaffen.

Der Mittwoch ging dann ebenso waldig weiter. Das LGKS Wald-Einsatzteam, bestehend aus Lia, Manuela und Jakob, wagte sich nun in neue Gebiete vor. Eine Anpflanzung von jungen Weißtannen musste von Gras und dem Erzfeind, den Brombeeren, befreit werden. Mit Motorsensen, Kettensäge und Rechen bewaffnet, machten sich die drei ans Werk, während ich auf dem Hof die Stellung hielt und beim Putzen, Bewegen und Arbeiten der Pferde half.

Der Donnerstag gestaltete sich ähnlich wie der Mittwoch. Unserem Wald-Einsatzteam gelang es, alle jungen Weißtannen erfolgreich vom Unkraut zu befreien, sodass die jungen Bäumchen wieder ohne Konkurrenz weiter wachsen können. Auch ich war nicht ganz untätig. Während Manuela, Lia und Jakob gegen die Brombeeren und die Erdanziehungskraft kämpften (die Anpflanzung befindet sich an einem relativ steilem Hang), kämpfte ich gegen widerspenstige Mähnen und versuchte, nicht aufgefressen werden. Nicht nur, dass die Mähne vom "kleinen" Valentino sehr anspruchsvoll zu schneiden ist, Valerio meinte auch noch mich beim Putzen ständig anknabbern zu müssen (Er hat mich anscheinend zum Fressen gern).

FÖJ 2017/18 Am Freitag hatte ich nun endlich wieder Verstärkung auf dem Hof. (Jakob hatte Lia und Manuela nicht wieder in den Wald gelockt; zum Glück) Nach der täglichen Stallarbeit stand dann die restliche Planung und Vorbereitung für die bevorstehende GTA Stunde an. Diesmal hatten wir Lia als Paparazzi dabei, denn wir brauchten einige pressetaugliche Fotos. Ich denke, das ist uns; aber vor allem Lia; gut gelungen. Auch die Kinder haben wieder sehr schön mitgemacht. In der letzen Stunde haben wir uns den spezifischen Körperbau und die Merkmale der Fjordpferde angeschaut und bei dieser Gelegenheit auch gleich noch diverse Körperteile wiederholt. Außerdem haben die Kinder ihr allgemeines Pferdewissen mithilfe eines Arbeitsblattes erweitert. Auf diesem waren nämlich einige irreführende Aussagen zu Pferden, bei denen die Kinder entscheiden mussten, ob diese nun wahr oder falsch sind.

Dies war auch schon unsere letzte Theoriestunde mit den Kindern, denn das nächste Mal kommen sie schon zu uns aufs Landgut. Da es recht viele Kinder sind (insgesamt 22 an der Zahl) haben wir die Klasse in 2 Gruppen geteilt, sodass jede Gruppe abwechselnd zu uns kommt. Allerdings ist das nächste Mal erst Anfang März, da es am kommenden Freitag die berüchtigten Zeugnisse gibt und in den beiden Wochen darauf die wohlverdienten Ferien anstehen. Für uns gibt es bis dahin noch einiges vorzubereiten, aber ich bin guter Dinge, dass wir das bis dahin alles super gemanagt bekommen. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr, die Kinder hier in Empfang zu nehmen. Bis dahin!

 

Eure FÖJlerin Madeline

 

Böse Brombeeren…

22.01.-26.01.2018

Hallo an alle Naturfreaks dort draußen!

Diese Woche stand ganz im Zeichen des Schulwaldes und der Bekämpfung von Brombeeranken.
Doch der Montag begann wie üblich mit dem Ausmisten der Ställe- zumindest für mich, denn Herr Thömel hatte für Lia und Manuela etwas anderes geplant…Das restliche Holz musste noch gespalten werden. Und sie haben es tatsächlich geschafft!!! Vorerst. Denn nach dem Holz ist vor dem Holz. Um Punkt neun Uhr war unsere Wöchentliche Besprechung angesetzt, in welcher die große Wochenaufgabe festgelegt wurde: Der Schulwald. Dieser sollte so schick schön wie möglich gemacht werden, um im Frühjahr und Sommer wieder verschiedene Umweltprojekte mit Schulkassen durführen zu können. Konkret hieß das also: das Waldstück von altem Gras und Brombeeranken zu befreien.

FÖJ 2017/18Gesagt getan. Am Dienstag schnappten sich Lia und Jakob die Motorsensen und mähten los. (Lia war endlich wieder in ihrem Element) Und die beiden haben ordentlich Meter gemacht; alle Achtung.  Während die beiden mit Brombeeren und co, kämpften, kämpften Manuela und ich mit Unordnung und Staub. Aufgrund der derzeitigen Bauarbeiten auf dem Landgut (unser neuer Aufenthaltsraum und das Badezimmer nehmen langsam Gestalt an) herrschte in kleines bisschen Chaos, da bestimmte Stellen für die Bauarbeiter frei geräumt werden mussten. Doch da sich die Bauarbeiten langsam dem Ende neigen, konnten wir zumindest ein bisschen Ordnung schaffen. Weniger mit Chaos, dafür mehr mit Staub hatten wir dann im Heizungsraum zu tun; der Ort, an dem unsere gespaltenes Holz seiner Bestimmung zugeführt wird. Und da dies ein fast schon Heilliger Ort ist, haben Manuela und dich ihn gründlich von Staub und Schmutz befreit. Außerdem fand ich am Dienstag auch ein bisschen Zeit, um für das GTA Fjordpferd zu planen. Am Nachmittag durfte ich dann mit den Profis in den Wald, um gegen den Erzfeind zu kämpfen. Brombeeranken sind wirklich hartnäckige Gewächse. (Das wirklich gemeine an ihnen sind die spitzen Dornen, die durch jeden Handschuh gehen und sich an den Klamotten festhaken, sodass man zeitweise gefangen scheint.) Doch auch die hartnäckigsten hatten gegen mich und meine Astschere keine Chance. Manuela und Herr Vogel hingegen hatten mit ganz anderen Dingen zu kämpfen. Ein alter Kirschbaum ist leider bei dem Sturm letzte Woche umgefallen und nun mussten diese Spuren beseitigt werden.

Den Mittwoch verbrachten Lia, Manuela und Jakob so gut wie komplett im Schulwald. Nun mussten Bäume freigeschnitten und noch mehr Brombeeranken besiegt werden. Keine allzu leichte Aufgabe, denn Brombeeren sind wie gesagt höchst widerspenstig. Den Berichten zufolge handelte es sich um Exemplare von ca. 3 Metern Länge („mindestens“ Anm. d. Red.). Außerdem wurden auch schon einige wenige Bäume gefällt, um für andere Bäume mehr Platz und bessere Lichtverhältnisse zu schaffen.

FÖJ 2017/18Aufgrund des viel zu warmen Januarwetters an diesem Mittwoch konnten wir nun auch wieder mit den Pferden arbeiten. Allerdings machten diese es mir nicht unbedingt einfach beim Putzen. Anscheinend sind Schlammbäder gerade besonders im Trend. Da kostete es mich schon einige Mühe die Fjordies wieder annähernd sauber zu bekommen.

Der Donnerstag lief ähnlich ab wie der Mittwoch. Manuela, Lia und Jakob stellten sich weiterhin der Herausforderung Brombeere während ich mit schlammigen Fjordies zu tun hatte.
Hier endete die Woche für mich bereits; doch Manuela und Lia hielten natürlich wie immer die Stellung. Nun hatte Lia die Ehrenvolle Aufgabe mich beim GTA Fjordpferd zu vertreten. Doch ihren Berichten zufolge lief die Sache auch ohne mich wie geschmiert. Die Kinder ließen sich aufmerksam über die Unterschiede zwischen Spring-, Dressur- und Vielseitigkeitssattel informieren und konnten ihre Fähigkeiten im Anbinden nochmals vertiefen.
Nächste Woche bin ich dann natürlich wieder anwesend. Mal sehen gegen welche Gegner und Gefahren wir bis dahin noch kämpfen müssen.

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Holzspalten verbindet

15.01.–19.01.2018

Seid gegrüßt Freunde der Sonne!
FÖJ 2017/18In dieser Woche hatten wir mit ziemlich verrücktem Wetter zu kämpfen. Aprilwetter; mitten im Januar… Von Schnee über regen zu Schneeregen, Sonnenschein und Sturm war diese Woche alles vertreten. (Da stellt sich die Frage welches Wetter uns wohl im richtigen April erwartet)
So begann der Montag recht kalt. Aufgrund des gefrorenen Bodens war es ersteimal nicht möglich mit den Pferden zu arbeiten. Aber wer nun glaubt, dass es dann ja sonst nichts zu tun gibt, liegt gehörig falsch, denn zu tun gibt es auf dem Landgut allerhand. Was dies genau ist, besprachen wir Montagvormittag ausführlich in unserer Teambesprechung. Doch da solche Besprechungen sehr hungrig machen, war es meine Aufgabe, etwas zu Essen zu organisieren. Also wurde ich ausnahmsweise vom täglichen Stalldienst freigestellt und machte mich auf die Jagt. (Endlich kenne ich die sagenumwobene Bäckerei in Schlottwitz, von der immer alle sprechen) Themen unserer Besprechung waren unteranderem das neue „GTA Fjordpferd“, unsere FÖJ Projekte, der Stroh Konsum und die Arbeiten im Wald, die demnächst anstehen.  Den Nachmittag verbachten Manuela und ich damit, noch restliche Geschenke einzupacken, während Lia und Jakob ihr „GTA Streuobstwiese“ in der Grundschule in Liebstadt ausübten.

Am Dienstag war der Boden ebenfalls gefroren, sodass unsere Arbeit wiederum nach drinnen verlegt wurde. Wir schwangen erneut die Pinsel. Diesmal in unserem neuen Badezimmer und im neuen Werkzeugraum. So langsam nimmt die ganze Sache Gestalt an.
Das Highlight der Woche folgte in der Mitte der Woche: Wir spalteten endlich wieder Holz!!! (es wurde aber auch aller höchste Zeit) Lange mussten wir warten, bevor wir unsere Lieblingsbeschäftigung ausüben konnten. Doch nun war es so weit. So waren wir den ganzen Tag sehr gut beschäftigt und haben wieder eine Menge geschafft. Dies könnte vielleicht auch daran liegen, dass das gesamte Personal des Landguts an diesem heiligen Akt beteiligt war. Holzspalten verbindet eben.

Und weil  es so schön war, wurde am Donnerstag gleich weiter gespalten. Allerdings unter erschwerten Bedingungen. Das Wetter spielte nun wirklich verrückt. Erst schneite es, dann regnete es und zusätzlich blies ein eisiger Wind. Holzspalten extrem; sozusagen. Aber bei schönem Wetter kann das ja jeder. Und außerdem gibt es kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Wie die Zwiebeln verpackt war das spalten und stapeln des Holzes also kein Problem für uns.

Am Freitag hieß es dann Sturmschäden beseitigen - zum Glück nichts schlimmeres; nur ein paar Streifenvorhänge wieder aufhängen und weggeflogenen Planen  einsammeln und auf ihren ursprünglichen Platz zurückbringen. Doch nach dem Sturm ist vor dem Sturm. FÖJ 2017/18Denn pünktlich um 12:40 Uhr begann unsere erste richtige Stunde zum GTA Fjordpferd in der Grundschule in Liebstadt. Meine anfängliche Aufregung hatte sich doch im Nu gelegt, da die Kinder trotz der späten Urzeit sehr aufmerksam und interessiert mitgearbeitet haben. Unsere Themen waren diese Woche die Körperteile des Pferdes (zu diesem Zweck waren meine künstlerischen Fähigkeiten mehr als nur gefragt), das Putzzeug und das Erlernen des richtigen Anbindeknotens. Die Kinder hatten sichtlich Freude daran. Dies wiederum hat mir sehr große Freude bereitet. Ein wenig erkenne  ich mich in ihnen auch wieder. Ich währe wahrscheinlich ebenso begeistert gewesen. Hoffentlich läuft es in den kommenden Wochen genauso gut.

Zu guter Letzt möchte ich diese Woche noch ein kleines Jubiläum feiern. Dies ist der zwanzigste(!!!) Blogeintrag von mir. Zwanzig Wochen Liegen hinter uns…(In der Realität würde ich jetzt „Krasse Sache“ sagen; aber das wäre viel zu informell) Wenn man mal bedenkt, was in dieser  Zeit alles so passiert ist; was wir gesehen gelernt und erlebt haben…
Krasse Sache.

Eure FÖJlerin Madeline

 

Pferde den ganzen Tag

08.01.-12.01.2018

Hallo liebe Pferdefans!
In dieser Woche waren wir wieder besonders produktiv; was vielleicht auch daran lag, dass wir wieder in voller Besetzung antreten konnten.
Der Montag startete gleich mit einer Schönheitskur- leider nicht für uns (wir haben sowas ja auch gar nicht nötig), sondern für Lavita. FÖJ 2017/18Für die hübsche Fjordstute hatten sich an diesem Tag Interessenten angekündigt und da sollte sie sich schon von ihrer besten Seite zeigen. Während Lia und Manuela dem Ausmisten nachgingen, schniegelte und bügelte ich Lavita bis kein einziges Staubkorn mehr an ihr war; mit Erfolg, denn die Interessenten schienen nicht abgeneigt. Es bleibt spannend. Nachdem Lia und Manuela mit dem Stall fertig waren, schnappte sich Lia Ferdinand und Manuela ebenfalls das Putzzeug und während sie und ich Lavita und Lavanda putzten, nutzte Lalelu die Zeit für ein Nickerchen. Ein bisschen neidisch waren wir schon auf Lalelu, aber auch sie kam an diesem Tag nicht um die Arbeit herum. Sie und Lavanda machen sich schon recht gut unter dem Sattel, von Ferdinand natürlich ganz zu schweigen. Aber auch Lavita und Valerio machen Fortschritte.
Am Dienstag haben beide zum ersten Mal einen Sattel auf den Rücken bekommen; natürlich ganz vorsichtig. Doch nach kurzem anfänglichen Unbehagen haben sie beide auch diese Herausforderung gemeistert. Während Lia longierte nutzten Manuela und ich die Zeit, um noch ein paar Mähnen zu schneiden und Pferde zu Putzen. (Irgendwie vergeht die Zeit viel zu schnell…Wir hatten erst allen Stuten die Mähne geschnitten…)

Am Mittwoch ging es dann den Fohlen an die Mähne. Die Mähnen vom kleinen Lalelu- Fohlen sah schon aus wie die von einem Zebra. Aber gewusst wie, haben wir sie wieder in ein Fjordpferd verwandelt. Sie entwickeln sich wirklich super. Die beiden ehemals scheuen Fohlen haben sich schon fast zu echten Schmusebacken gemausert. Doch natürlich blieben auch die „großen“ Pferde nicht auf der Strecke. Das gute Wetter musste genutzt werden, um so viel wie möglich mit ihnen zu arbeiten. (Wobei „gutes Wetter“ bedeutet, dass der Boden nicht gefroren ist) So wurden auch am Mittwoch Ferdinand. Lalelu, Lavanda,  Lavita und Valerio longiert und/oder geritten.  Mit Valerio freunden wir uns auch allmählich an. Da dieser als Junghengst nur so vor Energie (und auch jugendlichen Flausen im Kopf) strotzt, sind wir ihm bisher sehr vorsichtig begegnet. Aber die tägliche Arbeit scheint ihm gut zu bekommen, sodass wir mittlerweile auch ganz gut mit dem wirklich schönen Hengst zurechtkommen.

Am Donnerstag war ich in Sachen Zukunft unterwegs. Denn, auch wenn ich jetzt noch nicht wirklch darüber nachdenken möchte, es gibt auch eine Zeit nach dem FÖJ. Zu diesem Zweck war ich am Donnerstag in Dresden, zum Tag der offenen Hochschule. Doch natürlich haben Manuela und Lia wie immer die Stellung gehalten. Da die Veranstaltung früher zu Ende war, als ich dachte, bin ich am Nachmittag doch noch zum Arbeiten gekommen. Erfreut über mein Erscheinen hat man mir auch gleich Lavanda in die Hand gedrückt. Kein Problem für mich, denn schließlich habe ich diese Woche verhältnismäßig wenig longiert und freute mich deshalb über die Arbeit mit ihr.
Am Freitag war nun der große Tag gekommen. Nicht nur dass Valerio und Lavita schon mal eine Vorgeschmack darauf bekamen, wie es ist einen Reiter auf sich aufsteigen zu lassen, sondern auch die Lehrtätigkeiten von Herrn Vogel und mir wurden auf den Prüfstand gestellt. Ich weiß ja nicht, ob ihr es wusstet, aber seit diesem Jahr gibt es in der Grundschule in Liebstadt ein neues Ganztagesangebot, nämlich das „GTA Fjordpferd“. Jeden Freitag fahren entweder wir nach

Liebstadt, oder die Kinder kommen zu uns auf das Landgut, um alles Wissenswerte zum Thema Pferde; insbesondere natürlich zum Fjordpferd, zu lernen. Eben dieses GTA ist an vergangenen Freitag mit einem ersten Kennenlernen  gestartet. 19 Pferdebegeisterte Kinder (mit einer deutlich Mehrheit an Mädchen) warteten gespannt auf uns. Zunächst haben wir  natürlich ein paar organisatorische Dinge geklärt und später schon einmal herausgefunden, was die Kinder schon alles über Pferde wissen. Die Kinder waren natürlich hellauf begeistert. Ich denke, ich wäre auch ziemlich aus dem Häuschen gewesen. Ich bin gespannt, wie sich dich Sache noch weiter entwickelt. Doch bis dahin steht erst einmal wieder eine ereignisreiche Woche auf dem Landgut an.
In diesem Sinne!

Eure FÖJlerin Madeline

Neues Jahr, neue Herausforderungen

01.01.-05.01.2018

Hallo Liebe Pferdemädchen und Naturburschen!

Ich hoffe ihr habt die Feiertage und den Jahreswechsel gut überstanden. Viel zu vollgefuttert kehrte ich am 1.1. zurück nach Burkhardswalde um dann am 2.1. mit Manuela wieder voll durchzustarten. Lia hatte, verdienter Weise, ihren Weihnachtsurlaub noch um eine Woche verlängert.

Doch für uns war diese Woche einen kurze Woche. Wir sind schon voller Tatendrang im neuen Jahr angekommen. Wie immer begann der Dienstagmorgen für uns mit dem Ausmisten der Ställe. Danach allerdings lief es wieder rund; also ich lief rund- im Longierzirkel. Neben Ferdinand longierte ich auch zu meiner Freude wieder Lalelu und Lavanda. Manuela hingegen sorgte für ordentlich Wärme. Fleißig (wie immer) stapelte sie unser gespaltenes Holz in den Heizungsraum.

Am Mittwoch wurde die Fjordpferd-Power maximiert. Neben den drei Kandidaten vom Vortag wurden dann auch noch die beiden Jungspunde Valerio und Lavita longiert und ich finde, dass sieht schon sehr vielversprechend aus. Außerdem fegten, saugten und putzten Manuela und ich den Heizungsraum, sodass er blitzte und blinkte.

Auch am Donnerstag zog ich meine Kreise auf dem Longierzirkel. Und Ferdinand und ich hatten äußerst kritisches Publikum. Fünf freche Fjordpferd Fohlen (welch Alliteration!) beäugten aufmerksam dieses Spektakel, denn momentan befindet sich die Fohlenkoppel direkt dem Longierzirkel. Doch Ferdinand; ein Vollprofi, hat sich natürlich nicht ablenken lassen. Es war schon ein sehr lustiges Bild, wie die fünf in einer Reihe stehen und zusehen, wie wir arbeiten. Was die sich wohl gedacht haben? Vielleicht sowas wie „Ätsch! Ihr müsst arbeiten und wir können Quatsch machen!“ oder „Was hat der da komisches auf dem Rücken?“ Wir werden es wohl nie erfahren.  Aber eins ist sicher: Irgendwann blüht den Kleinen das gleiche. Doch jetzt noch nicht. Sie sind ja auch noch viel zu jung. Aber sie finden mittlerweile den Weg in den Stall schon wie die „Großen“. Auch die „Großen“ wurden natürlich nicht vernachlässigt. Ich hatte die Ehre, Lavita zum ersten Mal in ihrem jungen Fjordpferdleben einen Gurt und eine  Trense anzulegen. Verständlicherweise war beides anfangs ein bisschen ungewohnt, aber sie hatte sich schnell daran gewöhn und sah zudem noch sehr schick aus. Und um sie noch schicker zu machen schnitt ich ihr nach dem longieren auch noch die Mähne. Lavanda wurde natürlich auch nicht vergessen. Lalelu hatte Donnerstag frei- worüber sie wahrscheinlich nicht böse war.

FÖJ 2017/18Der Freitag verlief wieder ähnlich wie der Donnerstag. Neben Stall ausmisten und Longieren nutzten wir das ungewöhnlich warme Wetter um Lavitas Schweif zu waschen. Sie hat dies super entspannt über sich ergehen lassen und sieht mit ihrem frisch gewaschenen und verlesenen Schweif echt schick aus. Außerdem hatten wir am Freitag die Gelegenheit, Lavanda und Lalelu richtig ordentlich zu Putzten, was bei diesem Wetter zur Zeit keine leichte Aufgabe ist. Währens ich mit Lalelu Huf-geb- Training machte, frisierte Manuela Lavandas Mähne Diese ist aus unerklärlichen Gründen nicht mehr buschig und zerzaust, sondern steht genauso spitzenmäßig wie die von ihrer Mama Lalinga.
Und ich habe diese Woche einen neuen Freund gefunden. Eigentlich dachte ich, dass alle Katzen mich nicht leiden können, aber ich fand heraus, dass nur eine bestimmte Katze mich nicht sonderlich leiden kann. (An dieser Stelle möchte ich Krümel recht herzlich grüßen) Deswegen hab ich meistens einen Bogen um Katzen gemacht. Die Katzen auf dem Landgut allerdings, scheinen mich richtig zu mögen. (Okay, sie mögen jeden, der sie streichelt, aber das tut nichts zur Sache)  Jedenfalls sind der noch namenlose Hofkater und ich nun Best Buddies.

In den nächsten Wochen sind wir dann wieder voll besetzet. Und so viel sei verraten: Es kommen neue, große Herausforderungen auf uns zu. Doch ich bin sicher, dass wir diese meistern werden. Bis dahin!

Eure FÖJlerin Madeline

Was machen FÖJler eigentlich in ihrer Freizeit?

25.12.-29.12.2017

Was machen FÖJler eigentlich in ihrer Freizeit? Diese Frage habt ihr euch doch bestimmt auch schon gestellt. Und falls nicht, dann kommt hier jetzt trotzdem eine Antwort. Unser Leben außerhalb des Landgutes ist mindestens genauso spannend wie unser Arbeitsleben. Diese Woche wollte ich gern nutzen, um einen kleinen Einblick in dieses zu geben.

Lia, Manuela und ich wohnen und leben seit dem 3. September 2017 in einer Ferienwohnung bei  Familie Ullrich in Burkhardswalde, einem Nachbarort von Großröhrsdorf. Anfangs hatte ich einige Bedenken, dass wir Mädels uns nicht verstehen könnten, aber diese sind zum Glück absolut unbegründet. Mittlerweile sind wir nicht nur auf dem Hof ein unschlagbares Team, sondern auch zuhause, wenn es ums Kochen, Putzen, Deutsch lernen und Kühe treiben geht. Aber alles der Reihe nach.

FÖJ 2017/18Wenn wir am Montag von der Arbeit kommen steht meistens das Einkaufen an. Da Lia und ich mit jeweils einem Auto gesegnet sind, ist dies auch kein Problem. Zwar haben wir in Burkhardswalde auch die Möglichkeit in einem kleinen „Konsum“ einzukaufen, allerdings zieht es uns doch öfter in die große Stadt. Pirna ist nur einen Galoppsprung entfernt und dort finden wir neben Cornflakes, Frischkäse und Co. alles war unsere Hobbykoch-Herzen erfüllt. Kochen ist nämlich ein wichtiger Punkt in unserem After-Work-Leben. Wir kochen eigentlich jeden Tag zusammen. Und nein, unter Kochen verstehen wir nicht TK Pizza in den Ofen und fertig; bei uns gibt es hauptsächlich frische Kost. Dabei übernimmt meistens einer das „Kommando“ und die anderen beiden helfen beim Schnippeln oder Ähnlichen. So haben wir schon viele verschiedene Gerichte ausprobiert und neu kennen gelernt und vor allem gelernt, sie selbst zu kochen. So sind zum Beispiel Porree-Nudeln unser WG Gericht Nummer Eins. Aber auch Schnitzel, Kürbis-Kartoffel-Gratin, Möhrencremesuppe und Geschnetzeltes schaffen es immer wieder auf unsere Teller.

Ich freue mich sehr über unsere Kochaktivitäten, da ich super gerne kochen lernen wollte. Hier haben die Mädels und ich endlich die Gelegenheit dazu. Wir haben für das nächste Jahr auch schon wieder neue leckere Anregungen, die wir ausprobieren wollen. Ich bin sehr gespannt.

Ein weiterer wichtiger Punkt in unserer Freizeit spielt das Erlernen der deutschen Sprache. Ich weiß ja nicht ob ihr es wusstet, aber Manuela kommt ursprünglich aus Kolumbien und lebt schon seit geraumer Zeit in Deutschland. Daher lernt sie auch sehr fleißig Deutsch. Und wie könnte man besser Deutsch lernen als von Muttersprachlern? Allerding haben Lia und ich feststellen müssen, dass Deutsch eine super komplizierte Sprache ist. Oftmals können wir ihr zwar sagen, wie das nun richtig formuliert oder ausgesprochen wird, aber warum das so ist, können wir meist auch nicht erklären. Doch Manuela schlägt sich wirklich bravourös.

FÖJ 2017/18Auch verschiedene Ausflüge haben wir bereits getätigt. Die Sächsische Schweiz und ihre Umgebung bietet so einiges. So waren unsere Ziele zum Beispiel die Bastei, Schloss Moritzburg (ja Lia und ich stehen vor der berühmten Aschenbrödel-Kulisse) oder unsere Landeshauptstadt. Es ist kein Geheimnis, dass ich großer Fan von Dresden bin. Und dieses ist höchstens zwei Galoppsprünge entfernt; nicht nur mit dem Auto, sondern auch sehr gut mit dem Zug zu erreichen.

Selbst in unserer Freizeit lässt uns die Landwirtschaft nicht los. (Was wir persönlich nicht schlimm finden). Denn wenn Frau Ullrich klingelt und fragt, ob wir Angst vor Kühen haben, können wir natürlich nicht „Ja“ sagen. Familie Ulrich besitzt nämlich auch einen sehr schönen Hof und eben ein paar Rinder, die ab und zu von A nach B getrieben werden müssen. Und wir helfen natürlich gerne, auch weil die Kühe echt süß sind und man vor ihnen keine Angst haben muss. Wir fühlen uns allgemein bei Familie Ullrich sehr wohl. Wir können uns immer an Herren oder Frau Ullrich wenden, wenn wir Fragen oder Probleme haben. Auch zu kleinen Veranstaltungen der Familie, wie zum Beispiel zu einem kleinen Weihnachtsmarkt, wurden wir schon eingeladen.

Wenn sich die Woche dann dem Ende neigt, steht noch das Putzen an. Freitag ist Putztag. Und Putzplan? Nur Amateure brauchen einen Putzplan. Wir einigen uns so, wer welchen Part übernimmt. Wie gesagt, wir sind ein unschlagbares Team. Ab nächster Woche gibt es dann wieder neue Berichte vom Landgut, dann schon im neuen Jahr 2018. Ich hoffe ihr seid alle gut hinein- aber nicht ausgerutscht.

Eure FÖJlerin Madeline

„Schnee is schee!“

18.12.–22.12.2017

Hallo liebe Fangemeinde!
FÖJ 2017/18In dieser letzten Woche vor Weihnachten hielt doch tatsächlich der Winter Einzug in Großröhrsdorf. Naja, zumindest die ersten drei Tage. So nutzten wir das schöne Winterwetter am Montag, um schöne Schneebilder von den Pferden und natürlich auch von uns zu machen. Während Manuela uns ich ein bisschen Bewegung in die Herden brachte, fing Lia die Schokoladenseiten der Pferde ein.
Nicht nur wir freuten uns über das super schöne Winterwetter, sondern auch die Pferde; allen voran natürlich die Fjordies. Diese kommen ja ursprünglich aus dem kalten Norwegen und haben somit keinesfalls ein Problem mit dem Schnee. Wir hatten sogar das Gefühl, dass sie richtig Spaß hatten, im Schnee zu toben. Mit ihrem dicken, flauschigen Winterfell sind sie dafür ja auch bestens gerüstet. Aber auch die Rheinländer hatten sichtlich Spaß im Schnee. Das winterliche Wetter hielt auch am Dienstag an. Allerdings leider ohne Sonnenschein. So setzen wir nach der morgendlichen Stallarbeit unsere Malerarbeiten drinnen fort. Für den Nachmittag hatte sich dann noch einmal der Schmied angekündigt. Ferdinand sollte neue Winterschuhe bekommen. Und wie immer wenn der Schmied kommt, muss ihm auch etwas geboten werden. Also ließ ich meine Kaffe-Kochkünste walten und kochte Kaffee. Während Lia dann beim Beschlagen half, hatten Manuela und ich Zeit und Gelegenheit, einmal über die Fjordstuten zu putzen. Hier zeigte sich wieder einmal, wie verschmust die Damen doch sind, denn sie haben die extra Putz- und Kuscheleinheiten wirklich genossen.

Am Mittwoch machte sich dann schon leichtes Tauwetter bemerkbar. Auch eher ungemütlich und da unsere Wand immer noch nicht endgültig fertig war, nutzen wir unsere Zeit und strichen die Wand zu Ende. Nun stahlt sie in strahlendem Weiß und unser neuer Aufenthaltsraum nimmt so langsam Gestalt an. Außerdem haben wir noch für Weihnachten ein bisschen saubergemacht und aufgeräumt.

Donnerstag war der große Tag für die Fjordfohlen. Sie durften zum ersten Mal ohne ihre Mütter nach draußen auf die richtige Weide. Bisher standen sie nur auf dem Sandauslauf, da wir befürchteten, sie würden versuchen zu ihren Müttern zu laufen. (Fohlen sind da sehr erfinderisch, wenn es ums Ausbrechen geht, daher sollte man dies nicht unterschätzen) Aber da sich der Trennungsschmerz auf beiden Seiten gelegt hatte, war nun die Zeit gekommen, die Fohlen auf die große Weide zu lassen. Die Begeisterung der Fohlen war groß. So tobten und spielten sie mindestens eine halbe Stunde im mittlerweile Schneematsch und plötzlich hatten wir fünf Mausfalben. (Falbe = Färbung des Pferdefells; beigebraun mit Aalstrich; so wie z. B. bei den Fjordies; Mausfalbe ist das gleiche nur in grau) Leider hat es den Fohlen draußen so gut gefallen, dass es am Nachmittag ein ganz schöner Akt war, sie wieder in den Stall zu bekommen. Wir hatten alles an Personal aufgefahren, doch die letzten beiden Fohlen wollten sich einfach nicht in den Stall treiben lassen. Und als unsere Bemühungen in einer Schlammschlacht zu enden drohten (ich hatte bereits im Matsch gelegen), blieb uns nur noch die Option Herdentrieb. Also holten wir zunächst die Stutenherde herein und ließen die Weide der Fohlen offen, so dass sie den Stuten hinterher laufen konnten. Und Tadaaa! Als wäre nie etwas gewesen, liefen auch die zwei hartnäckigen Fohlen in den Stall. Jetzt mussten wir sie nur noch wieder aus der Herde sortieren.

FÖJ 2017/18Am Freitag wollten wir dieses Schauspiel nach Möglichkeit vermeiden.(Ich möchte nicht wissen wie das von außen ausgesehen haben muss…). Deshalb kam der Vorschlag, es mit Futter zu versuchen, denn die Pferde lieben dieses Müsli. Aber auch das hat nicht ganz so funktioniert – die Fohlen sind einfach an mir und dem Futtereimer vorbei gelaufen und haben sich wie die „Großen“ in ihren Stall treiben lassen, so als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Verstehe einer diese Pferde. Und so schnell wie sie gekommen war, was sie auch schon wieder vorbei, diese letzte Woche vor Weihnachten. Nächste Woche haben wir alle frei, daher wird es erst nächstes Jahr wieder neue Berichte vom Landgut geben. Allerdings kann ich sagen, dass es in der nächsten Woche einen Blogeintrag geben wird. Bis dahin wünschen wir euch allen schöne Weihnachten, viel Glück, Gesundheit und gutes Essen und einen Guten Rutsch ins Jahr 2018!

 

Eure FÖJlerinnen Lia, Manuela & Madeline

 

Time to say goodbye...

11.12.-15.12.2017

Hallo liebe Winterfreunde!
FÖJ 2017/18Die Woche startete für uns mit echtem Abschiedsschmerz. Dark Beauty hat das Landgut Montagmorgen verlassen und die Reise in seine neue Heimat zu seinen neuen Besitzern angetreten. Ich muss zugeben, dass wir schon ein bisschen traurig waren, aber ich bin sicher, dass er seinen neuen Besitzern viel Freude bereiten wird. Und so viel Zeit zum trauern hatten wir auch gar nicht, denn die nächste Trennungsaktion erfolgte schneller als man „Holz spalten“ sagen kann. Es war nun an der Zeit für die Fohlen „Tschüss“ zu ihren Müttern zu sagen. Diese sind nämlich teilweise wieder trächtig und brauchen auch ihre „Baby Pause“. Trotzdem war der Schmerz auf beiden Seiten groß. Den ganzen Tag über hallte sehnsüchtiges wiehern über den Hof.  Doch wir gaben natürlich unser Bestes, um sowohl den Stuten als auch den Fohlen die Trennung so angenehm wie möglich zu gestalten. So haben alle Stuten einen Haarschnitt bekommen und sehen jetzt wieder super schick schön aus. Die Fohlen haben von uns eine extra Portion Liebe bekommen und die Versicherung, dass es gar nicht so schlimm ist, „von zuhause auszuziehen“. Ferdinand wurde natürlich auch nicht vernachlässigt. Nachdem ich ihn longiert hatte wurde mit ihm ebenfalls das „Auf den Anhänger gehen“ geübt. Allerdings war bei ihm ein bisschen mehr Überredung nötig als bei Dark Beauty. Leider war Ferdinand wenig begeistert von der der Idee, in einen engen Raum auf Rädern zu gehen. Aber mit vereinten Kräften, viel Geduld und Müsli  hat er es letztendlich doch in den Anhänger geschafft.

Aber Übung macht den Meister. Daher haben wir das ganze Spiel am Mittwoch ebenfalls wiederholt. Immer noch skeptisch aber mit viel weniger Angst und vor allem viel schneller ging Ferdinand fast von allein in den Anhänger. Es wird. Wir bleiben dran. Doch natürlich blieb die Stallarbeit nicht auf der Strecke. Und unser Können als Weihnachtswichtel wurde noch einmal von uns abverlangt. Gemeinsam mit Frau Thömel bereiteten wir die Geschenke für Freitagabend vor. Am Freitag fand nämlich unsere Hofweihnachtsfeier statt. Doch vorher gab es wie immer noch allerhand zu tun. Da der Boden leider zu gefroren war, um mit den Pferden zu arbeiten, haben wir den Mittwochnachmittag genutzt, um den Stall wieder ein bisschen zu putzen. Da sich nicht nur die Pferde, sondern auch Spinnen im Stall ziemlich wohl fühlen, mussten die Wände von Spinnenweben befreit werden.

Am Donnerstag machte uns dann das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es Stürmte, wie verrückt. Kein Wetter, bei dem man unbedingt draußen sein möchte. Also suchten wir uns nach dem morgendlichen misten die Schlechtwetterbeschäftigung schlechthin: Lederzeug fetten. Lia uns ich schnappten uns die Sättel, während Manuela die Trensen übernahm.
Am Freitag stürmte es zwar nicht mehr, dafür schneeregnete es. Nun war es an der Zeit, die Sturmschäden vom vorherigen Tag zu beseitigen- der Sturm hatte die Streifenvorhänge heruntergerissen. Doch dank Lias Fachwissen wurde auch dieses Problem schnell gelöst. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Malerarbeiten. Die Wand von unserem neuen Aufenthaltsraum brauchte einen neuen Anstrich; und, wie sollte es auch anderssein, das Ergebnis kann sich sehen lassen. FÖJ 2017/18Freitagabend war sie dann nun endlich gekommen: Unsere Weihnachtsfeier. Frisch aufgehübscht ging es zu „Grahls Weinstube“ wo ein super leckeres Wildessen auf uns wartete. Es war ein wirklich schöner Abend. Wir haben sehr viel gelacht und uns gut unterhalten.
Und schwubdiwupp haben wir die letzte Woche vor Weihnachten erreicht. In diesem Sinne wünsche ich noch eine schöne Adventszeit und bis nächste Woche!
 

Eure FÖJlerin Madeline

Es weihnachtet schon

04.12.-08.12.2017

Ein fröhliches Ho-ho-ho an alle dort draußen!
FÖJ 2017/18 Der Montag startete leider ohne mich, da ich noch einen freien Tag übrig hatte, aber Lia und Manuela kommen natürlich auch ohne mich klar. (Behaupten sie jedenfalls)
Der Besuch des Nikolaus und seiner Gehilfen war natürlich das Highlight der Woche. Dafür waren am Dienstag natürlich noch so einige Vorbereitungen zu treffen; wie zum Beispiel das Verzieren und Packen der Geschenke. Da die Papiertüten ein bisschen unweihnachtlich aussahen, wurde unser ganzes kreatives Können gefordert, um ihnen den gewissen künstlerischen Touch zu geben. Da ich leider so künstlerisch begabt bin, wie eine Walnuss, hatten Manuela, Lia und Jakob diese Aufgabe zu meistern- mit durchaus brauchbaren Ergebnissen. Nun zierten eine Weihnachtsbaum und Sterne die Vorderseiten der Geschenktüten. (An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass alle Tüten  mit viel Liebe handbemalt wurden) Meine Aufgabe war nun das Bepacken der fertig bemalten Tüten. Zum Inhalt (den ich ja jetzt verraten kann) gehörten: ein kleines Heftchen zu Thema „Streuobstwiese“, eine wunderschöne Weihnachtskarte mit Pferdemotiv vom Landgut, Weihnachtsobst wie Äpfel und Mandarinen, Nüsse und natürlich darf ein Schoki- Nikolaus nicht fehlen.

Am  Mittwoch war dann nun der große Tag gekommen. Allerdings verlief der Vormittag eher unspektakulär. Neben den täglichen Stallarbeiten wurden auch Dark Beauty und Ferdinand bewegt. Dann wurden natürlich noch letzte Vorbereitungen getroffen. Kostüme wurden zusammengesammelt, Säcke mit Geschenken gefüllt, Wichtelmützen aufgesetzt und Laerke wurde auf Hochglanz poliert. Bevor die Fahrt dann losging, gab es noch ein kleines weihnachtliches  Fotoshooting. Natürlich vor weihnachtlicher Kulisse und mit weihnachtlichem Outfit. Mit Frau Kemper als Knecht Ruprecht, dem waschechten Nikolaus, Jakob dem Fotobeauftragten, Weihnachtspferd Laerke und uns Wichteln Anna, (Frau Kempers Tochter) Manuela, Lia und mir ging es dann in Richtung Liebstadt. Von den Hortkindern wurden wir mit einem Lied empfangen und dann erfüllten wir unsere Pflicht als Weihnachtswichtel. Einzeln oder in kleinen Gruppen präsentierten uns die Kinder Gedichte und Lieder und natürlich gab es dann auch ein kleines Geschenk. Wer wollte, durfte natürlich auch Weihnachtspferd Laerke streicheln. Ich hatte den Eindruck, sie sorgte sowieso für die meiste Begeisterung bei den Kindern.  Also ich wäre auf jeden Fall schwer begeistert gewesen. Auch hab ich mich in manchen Situationen an mich selbst erinnert gefühlt.  Zum Beispiel als ein kleines Mädchen Laerke zwar streicheln wollte, sich aber nicht allein getraut hat. (Ich muss auch zugeben Nikolaus und Knecht Ruprecht sahen schon sehr bedrohlich neben Laerke aus) Wir, als gute Weihnachtswichtel haben ihr natürlich geholfen, Laerke doch noch zu streicheln. Darüber hat sie sich wirklich gefreut; was wiederum uns gefreut hat. Laerke hat ihren Job auch bravourös gemeistert. Ohne Probleme trug sie die gut gefüllten Geschenkesäcke zu den Kindern und lies sich gern von ihnen streicheln. Ich glaube, sie ist nun der feste Gehilfe des Nikolaus.

FÖJ 2017/18Am Donnertag trat dann wieder Normalität ein. Neben dem ganzen normalen Ausmist –und Longierwahnsinn wurde das schöne Wetter noch einmal genutzt um ein paar Fotos zu machen, unter anderem von Dark Beauty; und er hat seinem Namen wirklich alle Ehre gemacht. Aber auch die Rheinländer Stuten haben ihre Fotogenität unter Beweis gestellt und Lia als Fotoprofi hat sie natürlich gekonnt in Szene gesetzt.

Außerdem wurde mit Dark Beauty auch noch Anhänger- Training absolviert. Er sollte lernen, dass ein Pferdeanhänger nichts Schlimmes ist und dass er davor keine Angst haben muss, sodass er später ohne Probleme hinein geht. Und mit ein bissen Überredungskunst und leckerem Pferdemüsli hat er auch die Hürde Pferdeanhänger bestens gemeistert

Den ganzen Spaß haben wir natürlich am Freitag wiederholt, denn sowohl Pferde als auch Menschen lernen am besten durch Wiederholung. Außerdem hat die kleine Levke, unser Fjordie- Jährling, eine Rundumschönheitskur bekommen, sodass sie nun super schick schön aussieht. Anschließend haben wir auch von ihr noch ein paar hübsche Fotos geschossen.

Die nächste Woche steht vermutlich im Zeichen des Trennungsschmerzes. Ich hoffe, es wird nicht allzu dramatisch. Bis dahin!

Eure FÖJlerin Madeline

Advent, Advent...

27.11.-01.12.2017

Einen schönen ersten Advent an alle fleißigen Blogleser!


FÖJ 2017/18 Auch bei uns auf dem Landgut kehrt so allmählich Weihnachtsstimmung ein. Immerhin ist ja schon Dezember. Wir haben jetzt schon ein Viertel unseres FÖJs hinter uns. Schon gruselig, wie die Zeit vergeht. Aber wir haben ja auch noch viele schöne Dinge vor uns. Wie zum Beispiel die Nikolausaktion in der Grundschule in Liebstadt am 6. Dezember. Aber was genau verbirgt sich denn eigentlich dahinter? Nun, der waschechte Nikolaus wird mit seinem treuen Gehilfen und den Weihnachtswichteln die Kinder in der Grundschule besuchen und gegen eine kleine Leistung, in Form eines Gedichtes oder Lieds, bekommen sie ein kleines Geschenk. (Ich glaube, ich sollte vielleicht auch ein Gedicht lernen, nur für den Fall.)

Jedenfalls wurden dafür diese Woche so langsam die Vorbereitungen getroffen. Wichtige Fragen mussten geklärt werden. Zum Beispiel: „Wie viele Kinder werden da sein? Was kommt in die kleinen Geschenktüten? Welches Pferd wird der treue Gehilfe vom Nikolaus? Und wer spielt überhaupt den Nikolaus? (Letztere Frage wurde allerdings noch nicht endgültig geklärt, da die Kandidaten noch zu großen Respekt vor dieser Aufgabe haben) Die Fragen kann ich natürlich noch nicht beantworten (besonders die mit den Geschenken nicht- es soll ja auch noch spannend bleiben) Aber ich kann verraten, dass die liebe Laerke sich den Posten als Gehilfe des Nikolaus gesichert hat. Allerdings wird man nicht einfach so der Gehilfe des Nikolaus, sondern man braucht eine überaus spezielle „Ausbildung“. Und eben diese „Ausbildung“ war nun meine Aufgabe. Also begann ich am Montag, nachdem wir unsere tägliche Stallarbeit erledigt hatten, Laerke so richtig schick schön zu machen, mit allem was so dazu gehört. Als Nikolausgehilfe kann man ja schließlich nicht aussehen wie frisch gewälzt.

FÖJ 2017/18Am Dienstag wurde es dann schon ernster für sie. Leichtes longieren stand an. Außerdem sollte sie sich daran Gewöhnen, dass 2 Säcke voller Geschenke an ihrem Rücken baumeln. Da wir die originalen Säcke noch ein bisschen schonen wollten, funktionierten Manuela und Lia kurzerhand zwei leere Futtersäcke um, und befüllten sie mit Stroh. Meine Bedenken, dass Laerke sich vor den Säcken erschrecken könnte, blieben absolut unbegründet. Sie ist die pferdgewordene Gelassenheit. Beste Voraussetzungen für ihren überaus wichtigen Job.

Am Mittwoch haben wir dann den ganzen Spaß wiederholt. Auch eine erste Kostümanprobe erfolgte, aber auch das ist kein Problem für Laerke. Doch natürlich wurden auch die anderen Pferde nicht vernachlässigt. Dark Beauty und Ferdinand wurden natürlich ebenfalls longiert und geritten.  Außerdem schmückt seit Mittwoch ein wunderschöner Weihnachtsbaum den Innenhof des Landguts. Unter professioneller Anleitung haben wir natürlich mitgeholfen, ihn zum Leuchten zu bringen, und wie sollte es auch anders sein, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Der Donnerstag begann für mich mit dem Assistieren beim Verteilen von Wurmkuren. Keine so leichte Aufgabe; zumindest bei den Pferden, die keine Lust auf Entwurmung hatten. Aber da müssen sie leider durch, auch wenn das Zeug nicht gerade wie frisches Bergwiesenheu schmeckt. Doch nach geraumer Zeit hatten wir dann auch alle Pferde erwischt. Ansonsten lief der Donnerstag seinen gewohnten Gang. Am Freitag war ich so frei, und habe mir frei genommen. (Ich hatte noch einen Feiertag übrig) Aber Lia und Manuela haben natürlich die Stellung gehalten und haben es endlich geschafft, dem „großen“ Valentino die Mähe zu schneiden. Hoffentlich sieht er jetzt wieder aus wie ein echter Bundesprämienhengst. Kommende Woche steht nun die Nikolausaktion an. Ich hoffe, das klappt alles so, wie wir uns das vorstellen. Bis dahin wünsche ich euch allen eine wunderschöne Adventszeit!

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Das letzte Fjordpferd

20.11.-24.11.2017

Hallo an alle Pferdemädchen und Naturburschen dort draußen!

Frisch vom Seminar wiedergekehrt, traten wir nun wieder eine neue Woche auf dem Landgut an- zumindest 2/3 von uns, da Manuela die Woche nach dem Seminar gleich für einen kleinen Urlaub nutzte.

FÖJ 2017/18Montagmorgen dachten wir, wir könnten unseren Augen nicht trauen: es schneite. Dicke, weiße Flocken. Mit einer Mischung aus Vorfreude und leichtem Entsetzten über dieses Wetterphänomen setzten wir unsere Arbeit wie gewohnt fort. Das Ausmisten am Vormittag ist schon zur Routine geworden. Diese wurde allerdings schnell durchbrochen. Für den Nachmittag hatte sich nämlich Besuch angekündigt. Die Kinder vom GTA Streuobstwiese besuchten uns am Montagnachmittag auf dem Landgut. Unter der professionellen Anleitung von Forstwissenschaftler Jakob haben sie den Spaten geschwungen und neue Obstbäumchen eingepflanzt. Leider hat das Wetter nicht so wirklich mitgespielt, doch die Kiddies haben tapfer durchgehalten. Als kleine Entschädigung gab es hinterher noch warmen Tee und von Jakob (selbst!!!) gebackenen Kuchen. (Da Lia und ich leider kein Stück abbekommen haben, fordern wir Jakob hiermit auf, nochmals einen Kuchen zu backen!)

Der Dienstag verlief dann wieder etwas unspektakulärerer. Neben unseren täglichen Pflichten vernachlässigten wir natürlich nicht die Arbeit mit Ferdinand und Dark Beauty. Herr Vogel hat während unseres Seminars ordentlich mit Dark Beauty gearbeitet, sodass er jetzt auch im Galopp unter dem Reiter eine traumhafte Figur macht. Am Mittwoch hatten wir (schon wieder) einen Feiertag. Und zur Feier des Tages, arbeiteten wir nur den halben Tag, sodass die wichtigsten Dinge erledigt wurden. Konkret bedeutete das: Ausmisten und Ferdinand und Dark Beauty bewegen. Und da das Wetter am Mittwoch schon beinahe sommerliche Ausmaße annahm, wurde Lia prompt aufs Pferd gesetzt. Ich finde, sie und Ferdinand bilden ein gutes Team. Auch in den folgenden zwei Tagen hatte sie die Ehre, mit dem guten Ferdinand zu arbeiten.

FÖJ 2017/18Zum Donnerstag gibt es eigentlich nicht wirklich viel zu berichten. Die richtig spannenden Dinge sind dann erst am Freitag passiert. Der Tag beginnt für uns immer zuerst mit dem Rausbringen der Pferde auf die Weide. Die große Fjordherde steht zurzeit auf dem „Hirschberg“, der hintersten Koppel des Landguts und um dort hin zugelangen wird die ganze Herde über einen eingezäunten Weg getrieben. Dabei muss einer von uns voraus laufen und den Zaun der Koppel öffnen, und der andere treibt die Pferde zur Weide.  An diesem Morgen lief Lia voraus und ich sollte die „Mädels“ nach hinten begleiten. Gesagt, getan. Ich begleitete die Fjordies aus ihrem Stall und trieb die Herde bis zu Hirschberg. Allerding hatte ich nicht noch einmal durchgezählt, ob auch alle Pferde da sind. Ihr könnt euch sicherlich denken, worauf das jetzt hinausläuft. Als Lia den Weidezaun gerade geschlossen hatte, hörte ich von ihr nur ein erschrockenes „Fjordie!!!“ und sah dann ein einsames Fjordpferd auf dem Triebweg umherirren. Doch plötzlich setzte die Stute zum Galopp an und in nahezu Überschallgeschwindigkeit raste sie an mir vorbei. Lia hatte es gerade noch so geschafft, den Zaun wieder zu öffnen und die Stute sicher auf die Koppel zu geleiten. Sie war so schnell, dass wir nicht einmal sehen konnten, wen ich da eigentlich im Stall vergessen hatte. Ich denke, es war Lalinga, aber Lia meint, es könnte auch Lavanda gewesen sein. Wir werden es  wohl nie erfahren, aber auf dem Rückweg zu Stall ist uns glücklicherweise kein weiteres Fjordie entgegen gekommen.

Im weiteren Verlauf des Vormittags ist Lia wieder Ferdinand geritten und ich habe meine fotografischen Fähigkeiten gezeigt. Und ich muss sagen, es sind recht passable Bilder entstanden. Allerding war der arme Ferdinand von meinen Paparazzi-Tätigkeiten ein wenig abgelenkt und so suchte ich mir neue Models, die ich in Szene setzen konnte. (Das hat zugegebener Maßen  nur so halb gut funktioniert, aber ein, zwei Schnappschüsse sind mir doch gelungen).

Ich bin schon sehr gespannt auf nächste Woche, da wir da dann verstärkt unsere Nikolausaktion in der Grundschule in Liebstadt vorbereiten werden.  Das könnte sehr amüsant werden.

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Ökos machen Kleidung

13.11.-17.11.2017

Hallo an alle Hobby-Ökos dort draußen!

Wie versprochen berichte ich diese Woche von unserem 2. Seminar. Dieses fand auf dem Kinderbauerngut Langstriegis bei Frankenberg (in der Nähe von Chemnitz) statt. Erst einmal muss ich sagen, dass es mir auf dem Kinderbauerngut richtig, richtig gut gefallen hat. Das Kinderbauerngut ist ein Bauernhof mit integrierter Jugendherberge. Der Hof hat sich darauf spezialisiert, Kindern (hauptsächlich Grundschülern) das Leben auf dem Bauernhof, insbesondere das Leben mit den Bauernhoftieren, näher zu bringen. Und Tiere haben sie dort eine Menge, was natürlich auch mich sehr erfreute. Dort leben unter anderem Pferde, Esel, Schafe, Ziegen, Schweine, Gänse, Hühner und sehr verschmuste Katzen. Zwei der Schweine und einige Hühner können sich sogar frei auf dem ganzen Hofgelände bewegen - sehr zu Freude aller, da die kleine Rosine und Paula (die beiden Schweine) echt goldig sind.

FÖJ 2017/18Aber wir waren dort natürlich nicht nur zum Tiere streicheln. Es wurde auch wieder viel nachgedacht, diskutiert, erarbeitet und auch gelacht. Allerdings merkt man, dass die Einrichtung eigentlich auf Grundschüler ausgelegt ist - es gab endlich Waschbecken auf meiner Höhe.

Das Seminar lief unter dem großen Thema „Ökologie in meinem Alltag“ und für uns, meine Gruppe und mich, stand das Thema „Kleidung“ im Mittelpunkt. Dies ist das Seminar, das meine Kollegen Antonia, Marleen, Walter und Elias und ich vorbereiteten, sodass es für unsere Teilnehmer eine informative, abwechslungsreiche und spannende Woche wurde.

Nachdem wir am Montag das übliche Begrüßungsritual und die Belehrung hinter uns hatten, ging es auch schon in den einzelnen Seminargruppen los. Montag war mein Tag. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, die Einleitung zu gestalten. Mein Ziel war es, dass unsere Teilnehmer sich ein erstes Mal mit dem Thema Ökologie und Kleidung auseinandersetzen und in die Materie hinein finden. Dabei habe ich sie mit Fragen bombardiert, wie zum Beispiel: „Was macht du mit alter oder kaputter Kleidung?“ oder „Achtest du beim Kauf neuer Kleidung auf die Herkunft / Herstellung und / oder nur auf den Preis?“

Danach wurde es schon etwas praktischer. Wir hatten auf dem Kinderbauerngut die Möglichkeit zu weben (sowohl an einem großen Webstuhl als auch an kleinen Webrahmen), zu filzen und zu spinnen. Am Nachmittag hat uns dann Marleen  unter dem Punkt „Vegane Kleidung“ alternative und vegane Stoffe vorgestellt, aus denen ebenfalls Kleidung hergestellt werden kann. Wusstet ihr, dass man aus den Blättern der Ananas, aus Sojasprossen oder Algen Kleidung herstellen kann? Abends hatten wir natürlich auch ein bisschen Freizeit. Und was machen FÖJler in ihrer Freizeit? Richtig: Tischkickern. Dabei musste ich auf die harte Tour lernen, dass ich eine echte Niete bin, denn gegen Lia hat niemand eine Chance. Auch beim Tischtennis spielen glänzte ich leider nicht so wirklich, aber Lia hatte in Antonia einen würdigen Gegner gefunden.

FÖJ 2017/18Am Dienstag beschäftigten wir uns mit der Herstellung und der Herkunft unserer Kleidung. Da dies ein wirklich sehr umfangreiches und komplexes Thema ist, haben wir uns fachkundige Unterstützung geholt. Sara Liebsch und Marlen Neumann vom Verein „Aha- Anders handeln e.V.“. brachten uns diese durchaus ernste Thematik sehr anschaulich näher. Es wurde viel diskutiert und vor allem der Film „Der Preis der Mode“ brachte uns alle zum Nachdenken. Wir haben aus diesem Workshop wirklich viele neue Erkenntnisse erhalten und ich kann euch zukünftigen FÖJlern diesen Workshop nur empfehlen. Den Nachmittag gestaltete dann Antonia mit der Frage, ob Markenklamotten besser sind als Nicht-Markenklamotten.

Der Mittwoch begann für mich um Punkt 7.30 Uhr mit dem Füttern der vielen Tiere. Man hatte uns angeboten, beim Füttern der Tiere mitzuhelfen und das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Den restlichen Mittwoch haben wir dann mit Re- und Upcycling verbracht. Konkret hieß das, aus alten Klamotten neue Dinge machen. Fachkundig unterstützt wurden wir dabei von Anett, der Mama von Walter. Lia und ich hatten uns an einem Stoffbeutel versucht, und ich muss sagen, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es sind zwei echte Unikate entstanden.

Am Donnerstag wurde es dann historisch. Wir besuchten das Esche-Museum in Limbach- Oberfrohna, in welchem die Geschichte der Strumpf- und Handschuhwirkerei ausgestellt ist. Im Anschluss daran informierte Elias uns über die verstecken Schadstoffe, die sich in unserer Kleidung befinden, und deren Folgen für Mensch und Natur. Am Abend gab es dann unsere märchenhaft schöne Wochenrückblickshow. In dieser stellen die Gruppen sich gegenseitig in sehr künstlerischer Form ihre Arbeiten der Woche vor.

Freitags hieß es schon wieder Abschied nehmen. Es war eine wirklich schöne Woche. Wir FÖJler wachsen als Gruppe immer mehr zusammen. Es macht Spaß, sich mit den andern zu unterhalten, Erfahrungen auszutauschen und einen Marathon im Tischtennis auszutragen. Ich freue mich sehr auf das nächste Seminar und hoffe, dass es dort auch einen Tischkicker und eine Tischtennisplatte gibt. Ich muss schließlich üben.

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Wasser marsch!

06.11.-10.11.2017

Hallo liebe Freunde!

Die Woche begann für uns mit einer traurigen Nachricht. Wir haben den guten Valør als überaus freundliches und liebenswürdiges Pferd kennengelernt und obwohl wir ihn „nur“ 2 Monate kannten, ist er uns wirklich sehr ans Herz gewachsen. Dementsprechend groß war die Trauer über sein Ableben auch bei Lia, Manuela und mir. Wir vermissen ihn. Aber, wie man bereits in seinem wunderschönen Nachruf lesen konnte, lebt er in seinen nicht weniger freundlichen und liebenswürdigen Söhnen und Töchtern weiter.

FÖJ 2017/18Dieser Gedanke hilft uns bei unserer Arbeit, denn diese muss auch in betrübten Zeiten weitergehen.
Und trotz gemischten Gefühlen hatten wir am Montag schon wieder ein bisschen Grund zu lachen. Denn fast hätten wir aus dem „kleinen“ Valentino und Valerio See-Fjordpferdchen gemacht. Aber alles der Reihe nach.

Der Montag startete für uns wie gewohnt. Erst brachten wir alle Pferde auf die Weide und dann wurde kräftig ausgemistet. Die Boxen der beiden Junghengste Valentino III und Valerio misten wir meist zum Schluss aus. Als dies dann auch erfolgreich erledigt war, musste nur noch frisches Wasser aufgefüllt werden. Gesagt, getan. Wasser marsch. Und da das Auffüllen immer ein Stück dauert, dachten wir uns, wir könnten in der Zwischenzeit bereits Dark Beauty und Ferdinand von der Weide holen und putzen. Und das Wasser lief und lief und lief. Nach einer guten Dreiviertelstunde bemerkte Manuela, dass wir womöglich etwas vergessen haben könnten. Panisch liefen Lia und Manuela zum Hengststall, um das Ausmaß der Katastrophe zu begutachten. Und tatsächlich stand der Hengststall ein bisschen unter Wasser. Als Lia die Sache nun Herr Vogel beichtete, wünschte dieser uns nur ein fröhliches Ausmisten und versicherte uns, dass wir nicht die ersten seien, denen das passiert ist. Trotzdem war die Sache sehr ärgerlich, da wir gerade alles frisch eingestreut hatten. Mit Schaufeln, Besen und Schubkarren bewaffnet konnten wir etwas Stroh retten und das Wasser bestmöglich aus dem Stall befördern, sodass Valerio und Valentino nicht schwimmen mussten und wieder eine schöne, kuschelig warme und vor allem trockene Box hatten.

FÖJ 2017/18Am Dienstag verfolgten wir dann wieder unser aller Lieblingstätigkeit: Holz spalten und stapeln. Und wir waren wirklich produktiv, wir spalteten alles weg, was ging. Die Pferde wurden natürlich auch nicht vernachlässigt. Lia hat es sogar auf den Rücken des guten Ferdinands verschlagen. Ich finde, die beiden geben ein schönes Gespann ab und Lia ist sogar zu Höherem berufen, aber dazu mehr, wenn es soweit ist. Auch für Dante wurde es am Dienstag ernst. Er soll jetzt nämlich so richtig rittig gemacht werden. Er hat sich auch schon mit Lia angefreundet.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Pferde. Wir haben es tatsächlich geschafft, mit Ferdinand, Dark Beauty, Dante, Lalelu und Lavanda zu arbeiten. Ich hab mich natürlich sehr gefreut, wieder mit „meinen“ Ponys zu arbeiten.  Aber auch Dark Beauty macht wirklich gute Fortschritte unter dem Sattel. Ich bin ganz begeistert von seiner reiterlichen Entwicklung, auch wenn er zurzeit meint, mich ärgern zu müssen. Aber ich gebe natürlich mein Bestes und lasse mich nicht ärgern, auch wenn das nicht immer einfach ist.

Ab Donnerstag waren Manuela und ich nur noch zu zweit, da Lia ihre Feiertage nachholte. Aber wir bewältigten die tägliche Stallarbeit natürlich mit Bravur. (Wie immer.) Allerdings müsste man meinen, wir hätten aus dem Vorfall  vom Montag gelernt und würden jetzt besser auf das Wasser aufpassen. Naja, dieses Mal hat es zum Glück nur den Auslauf des Paddocks im Hof getroffen. Der Freitag lief dann genau so ab, wie der Donnerstag, nur dass wir zwischendurch noch ein paar Baumscheiben Mulchen konnten und den Sand vom Rand des Longierzirkels wieder in die Mitte geharkt haben. Obwohl die Woche von diesem traurigen Ereignis überschattet wurde, haben wir doch wieder jede Menge geschafft.

Nächste Woche heißt es wieder: Hurra, hurra Seminar! Natürlich werde ich wie immer live und in Farbe berichten, immerhin ist es das Seminar von meiner Gruppe und mir. Das kann ja was werden.

In diesem Sinne: Au revoir mes amis!
Eure FÖJlerin Madeline

Schönheit beginnt mit schönem Haar

30.10.-03.11.2017

Hallo Freunde des stürmischen Wetters!

Ich hoffe, der Sturm hat euch nicht weggepustet. Wir hier in Großröhrsdorf haben das Sturmtief auch soweit gut überstanden. Da Manuela diese Woche Urlaub hatte und Lia aufgrund des Sturms im tiefsten Westen Deutschlands festsaß, musste ich FÖJ-Power für 3 aktivieren. Daher herrschte auch ein bisschen Ausnahmezustand auf dem Landgut. Nicht nur, dass ein kleiner Baum in den Sandauslauf des großen Laufstalls gekippt war und eine Pfütze so groß wie die Talsperre Pöhl den Auslauf überflutete, nein, der Sturm hatte auch noch meinen mühsam aufgehängten Streifenvorhang  heruntergeweht.

FÖJ 2017/18Aber von so ein bisschen Wind lassen wir uns doch nicht unterkriegen. So war ich dann den Tag über mit misten beschäftigt und als am Nachmittag Lia auch noch eintraf, stießen wir erst einmal mit Frau Kemper auf den überstandenen Sturm an. Am Dienstag, dem Feiertag, waren wir natürlich auch am Landgut, schließlich wollen die Pferde auch an Feiertagen Futter und ein gemachtes Bett. Also hieß es: die ganzen Pferde auf die Koppel bringen und misten bis die Gabeln glühen. Da ist man schon ein ganzes Stück beschäftigt, gerade wenn es um den großen Laufstall geht.

In den folgenden Tagen veränderte sich unser Tagesablauf wenig bis gar nicht. Das heißt konkret: Morgens die Pferde rausbringen, ausmisten, mit diversen Pferden arbeiten, Pferde wieder reinholen. Wenn dann zwischendurch doch mal Zeit ist, kommt ein bisschen Abwechslung ins Spiel. Am Mittwoch haben wir dann nämlich die heruntergefallenen Streifenvorhänge wieder aufgehängt. Mit einem Hammer, Lias fachmännischer Hilfe und ohne Fjordies im Laufstall war dies dann auch blitzschnell erledigt.

Am Donnerstag wurden wir wieder mit Mähnen schneiden beauftragt. Diesmal waren die Fohlen wieder an der Reihe. Da müssen sie leider durch, immerhin wollen sie aussehen wie echte Norwegische Fjordpferde. Deswegen muss sich die Mähne schon im jungen Alter ans aufrechte Stehen „gewöhnen“. Hier auf dem Landgut ist Mähnen schneiden, neben ausmisten, Pferde putzen, longieren, Holz spalten und Holz stapeln, eine der häufigsten Tätigkeiten von uns FÖJlerinnen. Daher möchte ich in dieser Woche diese wichtige Tätigkeit etwas näher beleuchten.
FÖJ 2017/18Eine schöne Stehmähne gehört, wie gesagt, einfach zu einem Fjordpferd dazu. Sie sollte möglichst nicht umkippen und auch nicht ausgefranst oder zerzaust sein. Natürlich hat jedes Pferd eine eigene Mähnenstruktur, das heißt, bei manchen Pfaden kippt die Mähne schneller als bei anderen. So stehen zum Beispiel die Mähnen von Lalinga und Lalelu wie eine eins, während die von Laerke und Valør selbst im kurzen Zustand schon ein wenig umkippen. Dann gibt es noch Mähen vom Typ „buschig und zerzaust“, so wie bei Lavanda. Aber auch das stellt kein Problem dar, wenn man die richtigen Tricks kennt.

Aber man schneidet die Mähe natürlich nicht irgendwie, sondern es gibt gewisse „Regeln“, an die man sich besser halten sollte. Erst einmal  kürzt man die Mähne auf ca. eine Hand Breit über dem Mähnenkamm. Dabei sollte man versuchen, den Bogen des Halses herauszuschneiden, das bedeutet, dass am Genick und am Wiederrist ein bisschen kürzer geschnitten wird, damit die Mähne eben einen schönen runden Bogen bekommt. Jetzt wird es tricky. Die Mähne bei den Fjordies besteht in der Mitte aus einem schwarzen Teil, der sich dann auf dem Rücken als Aalstrich fortsetzt, und einem weißen Teil, der das Schwarze in der Mitte begrenzt. Nun schneidet man das Weiße etwas kürzer, sodass der schwarze Streifen darüber hinausragt. Dabei darf der schwarze Teil nur einen Zentimeter über dem Weißen herausragen, sodass, ich zitiere: „die nicht ganz so aussehen wie Urpferde“ (Marko Vogel). Ich muss zugeben, dass ich das die letzten Male nicht ganz richtig gemacht habe. Bei mir war der schwarze Streifen immer breiter als ein  Zentimeter. Aber ich habe noch viel Gelegenheit zum Üben. Die Mähne sollte nämlich ca. alle 2 Monate geschnitten werden und nächste Woche sind die Hengste dran.

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Und es ist schon wieder Winter…

23.10.- 27.10.2017

Hallo liebe Freunde der kalten Jahreszeit!

Das Wetter ist schon komisch. Letzte Woche konnte man noch im T-Shirt longieren und in dieser war Regenjacke angesagt. Auch wenn wir es nicht wahr haben wollen: es geht straff auf den Winter zu. Deshalb wurden diese Woche allerhand Maßnahmen getroffen, um bestens für den Winter gewappnet zu sein.

FÖJ 2017/18So verbrachte ich den Montag neben meiner täglichen Arbeit mit den Pferden damit, Streifenvorhänge am Eingang des großen Laufstalls anzubringen. (Streifenvorhänge sind breite, stabile Kunststoffstreifen, die verhindern, dass Wind und Kälte in den Stall dringen, aber den Pferden gleichzeitig ermöglichen, nach draußen zu gehen, wann immer sie möchten.) Das klingt erst mal nach keiner schwierigen Aufgabe, allerdings sind die Halterungen für die Vorhänge in unerreichbarer Höhe. Zumindest für mich. Lia konnte am vorherigen Wochenende schon welche anbringen. Sie hat die erforderliche Mindestgröße für diese Arbeit - ich leider nicht. Aber was tun, wenn man nicht „ran kommt“? Ganz einfach - Trick 17: Man hole sich ein kleines Heugebund und benutzte es als „Fußbank“.  Gesagt, getan. Nur leider hatte ich die Rechnung ohne die Fjordies gemacht. Die meinten nämlich an meiner „Fußbank“ herumfressen zu müssen und mir so die Arbeit zu erschweren. Die Neugier dieser Tiere ist einfach nicht zu bremsen. Letztendlich hatte ich alle Streifenvorhänge angebracht und freute mich darüber, dass die Fjordies nun einen geschützten Stall haben. Doch leider hatte ich nicht bedacht, dass sie sich erst einmal an die Vorhänge gewöhnen müssen. Die Fohlen haben so etwas ja noch nie gesehen. Daher haben sie sich erst einmal nicht getraut, hindurch zu gehen und waren somit sowohl im Innen-, als auch im Außenbereich des Laufstalls „gefangen“. Erst als dann ein Streifenvorhang wieder abgenommen wurde, kam es zur großen Wiedervereinigung zwischen Fohlen und Mutterstuten. Die armen Fjordies haben es echt nicht leicht mit mir.

Am Nachmittag wartete dann noch eine ganz besondere Aufgabe auf uns: Wir sollten das GTA Streuobstwiese mit den Kindern in der Grundschule durchführen. Aber auch diese meisterten wir mit links. Die Kinder sind echte Künstler. Wir haben schöne Bilder gebastelt, auf denen die Tiere der Streuobstwiese zu sehen sind.

FÖJ 2017/18Auch am Dienstag wurden wintervorsorgende Maßnahmen getroffen: Holz wurde gespalten (leider ohne mich) und Boxen eingestreut.  Außerdem haben wir natürlich wieder mit Lalelu und Lavanda (die beiden sind echte Streber) und Ferdinand und Dark Beauty gearbeitet.

Da wir beim letzten Mal  nicht alle Pferde geschafft hatten, war am Mittwoch der Hufschmied noch einmal da, um auch die restlichen Pferde winterfest zu machen. Diesmal war ich die Auserwählte, die die Pferde festhalten sollte. Manuela und Lia waren wieder fleißig mit Holzspalten und -stapeln beschäftigt. Mit der Begründung: „Mann muss den Schmied ja bei Laune halten“ hatten wir dieses Mal alle zusammen eine kleine Frühstückspause mit Kaffee, belegten Broten und Weihnachtsgebäck. Wie gesagt: der Schmied könnte ruhig öfter kommen.

Der Donnerstag verlief dann wieder wie gewohnt. Ein Großteil der Pferde steht jetzt bereits die Nacht über im Stall, das bedeutete für uns erst mal gründlich ausmisten. Da ist man morgens schon ein ganzes Stück beschäftigt. Danach hieß es für mich wieder „Pferde fertig machen“ und für Manuela und Lia Holzspalten und -stapeln. Immerhin wollen wir es im Winter schön warm haben. Da das Wetter, vor allem nachts, immer unschöner wurde, holten wir Donnerstagnachmittag alle Pferde in den Stall. Das bedeutete für uns am Freitagmorgen: noch mehr Mist. Aber auch wenn das Ausmisten wirklich anstrengend ist, ist es wichtig und gehört nun einfach dazu. So waren wir den ganzen Vormittag gut beschäftigt. Für um 11 war dann unsere wöchentliche Teambesprechung inklusive Brunch angesetzt. In diesen Besprechungen bereden wir, was die vergangene Woche alles geschafft wurde und was in der kommenden Woche noch alles ansteht.

Ich würde sagen, wir waren diese Woche wieder echt produktiv. Wie immer eben. Und ich glaube, das wird sich nächste Woche auch nicht ändern.

In diesem Sinne, bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

Von Katzenjammer und großer Mühe

16.10.- 20.10.2017

Hallo ihr Lieben!

Diese Woche überschlagen sich die Ereignisse regelrecht. Allerdings habe ich den Montag trotz des schönen Wetters drinnen verbracht. Auch war ich nicht auf dem Landgut, sondern in Freiberg, im Büro der Grünen Liga. Meine Seminargruppe und ich hatten unser Vorbereitungstreffen für unser Seminar im November. Bei diesem Treffen haben wir unsere eigenen bisherigen Vorbereitungen vorgestellt, weiter am Seminarplan gefeilt und letzte Änderungen vorgenommen. Nun müssen wir noch selbständig an unseren Seminar-Projekten arbeiten und dann steht unserem Seminar nichts mehr im Weg.

FÖJ 2017/18Als ich dann Montagnachmittag in unserer FÖJ-WG ankam, hatten Lia und Manuela mir einiges zu berichten. Vor allem die frohe Kunde über Nachwuchs begeisterte mich sehr. Vier supersüße Katzenbabys tapsten nun im Stall umher.
Dienstagmorgen musste ich sie mir natürlich gleich anschauen und Manuela und Lia haben nicht zu viel versprochen: die Mietzen sind wirklich supersüß. Und alles könnte so perfekt sein, aber nicht nur wir, sondern auch die Hunde, die es hier in der Umgebung gibt, haben kleine Katzen wortwörtlich zum Fressen gern. Das konnten wir natürlich nicht zulassen und hatten immer ein Auge auf die Kleinen. Aber früher oder später würden sie anfangen, das Landgut zu erkunden und spätestens dann könnte es für die Kitten gefährlich werden. So ließen wir unsere Kontakte spielen und suchten nach Interessenten für die Mietzen. Manuela ist es tatsächlich gelungen, jemanden für die Babys zu finden und so konnten sie alle vier am Samstag in ihr neues Zuhause umziehen.

Ansonsten lief am Dienstag alles wie gewohnt. Lalelu und Lavanda machen weiterhin große Fortschritte in ihrer Ausbildung. Herr Vogel reitet sie mittlerweile ohne meinen Beistand am Boden. Und auch Dark Beauty macht sich inzwischen richtig gut unter dem Sattel. Mich hat es diese Woche ebenfalls auf den Pferderücken verschlagen. Laerke wurde mir als Partnerin zu Seite gestellt und mit ihr gemeinsam konnte ich ein wenig mein reiterliches Können auffrischen.

Ab Mittwoch waren Lia und ich leider nur zu zweit, da Manuela sich aus gesundheitlichen Gründen ein bisschen schonen musste. Daher konnte sie leider nicht beim Holzspalten dabei sein. Ja, ihr habt richtig gehört: Wir haben (endlich!!!) wieder Holz gespalten. Auch der Donnerstag begann mit unserer Lieblingstätigkeit. Damit waren wir den ganzen Vormittag beschäftigt und wir haben wirklich ein ganzes Stück geschafft. Jetzt müssen wir wieder warten, bis neues Holz gesägt wird.

FÖJ 2017/18Vor der Mittagpause brachen dann noch einmal rodeoartige Zustände aus. Wie im wilden Westen haben wir drei Jungstuten vom einen Ende des Landguts zum anderen getrieben und mit der großen Fjordherde vergesellschaftet. Eine wirklich spannend Sache. Am Nachmittag wurde dann wieder mit Dark Beauty und Ferdinand gearbeitet.
Der Freitag nahm ebenfalls seinen gewohnten Gang. Lalelu, Lavanda, Ferdinand und Dark Beauty wurden longiert und geritten, während Lia sich um das Grünfutter kümmerte. Was ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen sollte, ist, dass die Fjordfohlen seit dieser Woche Namen besitzen, die wir mit aussuchen durften. Allerdings sind sie, denke ich, noch nicht offiziell. Aber sie werden bestimmt bald auf der Seite des Landguts erscheinen. Bis dahin bleibt es spannend.

Da wir drei FÖJ-Mädels alle über 18 Jahre sind, arbeiten wir auch ab und zu am Wochenende. Für Lia und mich war es dieses Wochenende so weit. Die Arbeit am Wochenende ist zurzeit noch ein bisschen entspannter, da der Großteil der Pferde nachts noch auf der Weide ist. So verbrachten Lia und ich den Samstag mit Holz stapeln, Katzenbabys einfangen und diverser Stallarbeit.

Am Sonntag wurden dann Dark Beauty und Ferdinand wieder longiert und geritten. Außerdem hatten sich für den Nachmittag Kaufinteressenten angemeldet. Deswegen hatten Lia und ich die Aufgabe, drei der Fjordstuten so richtig schick schön zu machen. Wir haben uns wirklich allergrößte Mühe gegeben und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Ich bin wirklich gespannt, wie sich die Interessenten entscheiden werden.

In diesem Sinne, bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

Zwischen Holz und Hufen

09.10.-13.10.2017

Hallo liebe Naturfreunde!

Diese Woche war ganz schön was los auf dem Landgut. Der Montag stand wieder ganz im Zeichen des Holzes. Wir betrieben intensive Waldarbeit. Das ist zwar nicht das gleiche wie Holz spalten, aber zumindest hat es mit Holz zu tun (Wir hatten schon Entzugserscheinungen). Während die Männer sich um die großen Bäume kümmerten, kümmerten wir uns um die kleinen. Unsere Aufgabe bestand darin, die Ränder des Weges von kleinen Bäumen und Ästen zu befreien, damit der Traktor ohne Probleme den schmalen Weg passieren kann.

FÖJ 2017/18Im weiteren Verlauf des Vormittags benötigten die Männer dann doch noch unsere FÖJ-Power. Ein Stahlseil musste nachgegeben werden. Aber alles der Reihe nach. Die Aufgabe der Männer bestand darin, kranke und von Käfern befallene Bäume mit Hilfe eines Traktors und einer extra dafür vorgesehenen Vorrichtung, mit einem Stahlseil, herauszuziehen. Und dieses Stahlseil musste eben nachgegeben werden. Klingt erst mal einfach; wäre es vielleicht auch, wenn die Bäume nicht an einem Berg mit nahezu 90% Steigung stehen würden. Okay, ich muss zugeben, es sind nicht ganz 90%, aber es ist schon sehr steil, und felsig und rutschig. Daher galt äußerste Vorsicht. Aber mit vereinten Kräften haben wir die Bäume aus dem kritischen Bereich gezogen bekommen und sind unbeschadet aus dem Wald zurückgekehrt. Am Nachmittag kehrte ein wenig Routine ein. Manuela und Lia schnappten sich die Motorsense und ich longierte den guten Ferdinand.

Am Dienstag trat wieder Normalität ein. Ich hatte alle Hände voll zu tun mit Lalelu und Co - trotz des miesen Wetters. Meine Befürchtungen von letzter Woche haben sich übrigens nicht bestätigt. Ich musste nicht  vom einen Ende des Landguts zum anderen laufen, um die Stuten einzeln herein zu holen. Wir haben gleich die ganze Herde hereingetrieben. Das hatte nur Vorteile. Ich musste nicht so viel laufen und wir konnten gleich noch die Halfter der Fohlen richten und die beiden „Wilden“ ein bisschen „zähmen“. Am Nachmittag wurden sie dann natürlich wieder in die Freiheit entlassen.
FÖJ 2017/18Für den Mittwoch hatte sich der Hufschmied angemeldet. Auch an diesem Tag haben wir die ganze Herde in den Stall getrieben. Ein Fjordie nach dem anderen bekam eine Pediküre, auch die Fohlen, und Ferdinand bekam sogar neue Schuhe. Die durfte er dann auch gleich beim logieren mit mir ausprobieren. An dieser Stelle muss ich einmal anmerken, dass Ferdinand ein echt super Pferd ist (Man kann ihn übrigens auch kaufen). Während Lia dem Schmied half und ich longierte, mähte Manuela fleißig den gesamten Hinterhof, sodass nun alles wieder schick schön aussieht. Zur Feier des Tages hatte Herr Thömel dann den Grill angeworfen und es gab leckere Würstchen zum Mittag. Die hatten wir uns verdient. Da könnte der Schmied ruhig öfter kommen.

Am Donnerstag wurde es dann ernst für Lavanda und Lalelu. Reiten war angesagt und  Herr Vogel hatte die Ehre. Erst im Schritt an der Longe, dann im Trab und schließlich konnten wir die Longe sogar ganz weglassen. Es hat super gut geklappt mit den beiden und ich bin wirklich begeistert über diese Fortschritte. Aber sie sind natürlich lange noch nicht fertig eingeritten.
Auch unsere beiden scheuen Fohlen machen Fortschritte. Sie merken langsam, dass Streicheleinheiten nicht unbedingt schlecht sind und Fohlen streicheln ist ja jetzt auch keine schlechte Aufgabe für uns. Nachmittags wurden wieder Schere und Kamm geschwungen - diesmal beim „kleinen“ Valentino (= Valentino III) Er hat es mehr oder weniger begeistert über sich ergehen lassen, aber dafür sieht er jetzt wieder hübsch aus.

Am Freitag hatte ich, wie der Name schon sagt, frei. Aber Manuela und Lia haben natürlich die Stellung auf dem Landgut gehalten. Nun war es Lias Aufgabe mit den Pferden zu arbeiten und laut ihrer Berichterstattung hat das auch bestens funktioniert.
Ich finde, das war eine durchaus produktive Woche. Hoffentlich bleibt das Wetter gut, sodass wir in der kommenden Zeit genauso viel schaffen.

Bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

„Saubermachen gehört ins Reich der Notwendigkeit“ - Walter Ludin

2.10.- 6.10.2017

Hallo liebe Naturbuschen und Pferdemädchen!

Diese Woche war wohl bisher eine der entspannteren auf dem Landgut. Vielleicht lag es am Feiertag, vielleicht auch am schlechten Wetter. Wer weiß das schon. Auf jeden Fall haben wir diese Woche sehr viel geputzt.

FÖJ 2017/18Am Montag hatte ich frei. Da der Tag der Deutschen Einheit ein Dienstag ist, haben Lia und ich unseren Feiertag vorgezogen beziehungsweise nach hinten geschoben, um eine verlängertes Wochenende zu haben. Da wir einen längeren Anreiseweg haben, lohnt sich das für uns eher, als mitten in der Woche frei zu haben. Manuela spart sich ihren Feiertag auf.
So waren wir am Feiertag glücklich vereint und zur Feier des Tages brachten wir den Stall zum Glänzen. Großreinemachen und Streichen war angesagt. Den Vormittag verbrachten wir damit, die Gitterstäbe der Boxen zu schrubben. Nachmittags strichen wir dann die hintere Boxenwand mit Kalkfarbe. Dies dient einerseits der Hygiene, da die Kalkfarbe durch ihre besonderen Eigenschaften desinfizierend wirkt, andererseits auch der Verschönerung. Nachdem wir unsere Arbeit erfolgreich erledigt hatten, war der Stall blitzblank -  aber von uns konnte man das nicht behaupten…

Am Mittwoch nutzten die Männer das schöne Wetter, um im Wald Forstarbeiten zu verrichten. Wir wiederum betrieben Weidepflege. Weidedrähte mussten freigeschnitten werden, um im Winter vollkommen funktionstüchtig zu sein. Lia und Manuela schnitten wieder den vierten unteren Weidedraht frei und ich kämpfte mich mit Säge und Astschere durch den Urwald von Großröhrsdorf. Ganze Bäume habe ich gefällt. Okay, es waren nur kleine Bäumchen, aber die wuchsen zu nah am Zaun, sodass sie dessen Funktionalität beeinträchtigten.
FÖJ 2017/18Lia, die mittlerweile ein Meister an der Motorsense ist, hatte die Wiese im Handumdrehen fertig und wies mich anschließend in die Geheimnisse des Freischneiders ein. Der Nachmittag wurde wieder nass. Diesmal reinigten Lia und ich den kleinen Naturschutzteich. Allerdings mussten wir an diesem Tag hungrig zu Bett gehen, da wir nicht mit Anglerglück gesegnet waren.

Am Donnerstag  machte uns das Wetter einen  Strich durch die Rechnung. Es regnete.  Aber wir hatten trotzdem keine Langeweile. Im Gegenteil: unser Aufenthaltsraum hatte eine Grundreinigung mal  wieder nötig. Deswegen sortierten, räumten, wischten und saugten wir wild drauf los und fanden so einige interessante Dinge.  Als sich das Wetter am Nachmittag gebessert hatte, begannen Lia und ich am Rand des Longierzirkels das Unkraut zu bekämpfen, während Manuela die übrig gebliebenen Baumscheiben erweiterte.

Am Freitag hatte Lia frei und Manuela hatte Behördengänge zu erledigen. Deshalb bin ich an diesem Morgen allein zum Landgut gefahren. Nachdem ich die tägliche morgendliche Stallarbeit (2 Boxen ausmisten, da momentan alle anderen Pferde nachts noch auf der Weide sind) erledigt hatte, setzte ich meine Tätigkeit am Longierzirkel weiter fort. Als dieser dann vom Unkraut befreit war, schwang ich noch einmal die Pinsel und strich noch eine Box mit Kalkfarbe. Nach der Mittagspause trieben Herr Thömel und ich dann die große Fjordherde, bestehend aus 5 Stuten und ihren Fohlen, von der einen Weide auf die andere. Es ist ein wirklich beeindruckendes Bild, wenn sich die ganze Herde in Bewegung setzt und mit Vorfreude auf frisches Gras  auf die neue Weide galoppiert. Aber es gibt einen Nachteil daran, dass die Fjordies jetzt auf einer anderen Weide stehen: Immer wenn mit Laleleu oder Lavanda gearbeitet werden soll, muss ich bis ans andere Ende des Landguts laufen. Naja, jeder Gang macht schlank.

In diesem Sinne bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

Rodeo und Anglerglück

25.09.-29.09.2017

Hallo liebe Naturfreunde!

Diese Woche wurde es wild auf dem Landgut. Allerdings startete der Montag noch nicht ganz so wild. Schön gemütlich begannen wir sämtliches Lederzeug zu fetten. Klingt einfach, war es aber nicht so ganz. Denn die Trensen auseinander zu nehmen und zu fetten ist eine Sache, aber sie hinterher wieder richtig zusammen zu setzen, ist die andere. Kurz darauf war es dann meine Aufgabe, frisch gemähtes Grünfutter (Gras) zusammen zu rechen - bei schönstem Regenwetter. Aber bei Sonnenschein kann das ja jeder.

FÖJ 2017/18So richtig wild wurde es dann erst am Nachmittag. Die Fjordfohlen sollten zum ersten Mal aufgehalftert werden. Drei von ihnen ließen sich das auch ganz gut gefallen, die anderen beiden waren leider nicht so begeistert. Rodeoartige Zustände brachen aus. Doch dank dem Fachwissen und der Ausdauer von Herr Vogel und unserer Hilfe wurde auch diese Herausforderung erfolgreich gemeistert. 
Nach unserer spektakulären Einfangaktion ging es wieder etwas ruhiger zu. Während Lia die Fohlen schläfrig kraulte, putzen Manuela und ich wie die Weltmeister bis das Fohlenfell schön sauber war.

Am Dienstag hieß es für mich erst einmal wieder Pferde putzen und longieren. Am Nachmittag waren Lia und ich dann im Wald, um die Speicherkarten der Wildkameras auszutauschen. Die von den Kameras fernab der Wege aufgenommenen Fotos sind regelmäßig auf der Landgut-Homepage zu sehen.

Der Mittwoch lief ähnlich ab wie der Dienstag. Ich war wiederum vollkommen mit den Pferden beschäftigt, während Manuela und Lia die Weidedrähte freischnitten. Doch neben Lavanda und Lalelu  longierte ich zum ersten Mal ein Pferd, das kein Pony war. Dark Beauty und ich kannten uns natürlich schon und er ist auch ein super liebes Pferd, aber eben nicht ganz meine Größenordnung. Doch trotz des Höhenunterschieds funktionierte das Longieren mit ein wenig Unterstützung  wirklich gut.

FÖJ 2017/18Am Donnerstag hieß es: „Bitte lächeln!“, denn es war Fototag auf dem Landgut. Daher herrschte ein bisschen Ausnahmezustand, denn wir wollten uns natürlich von unserer besten Seite präsentieren. Aber Frau Imke, die auch die Webseite des Landguts betreut, hat uns gekonnt in Szene gesetzt und unsere Modelqualitäten zum Vorschein gebracht, sodass sicherlich sehr schöne Bilder entstanden sind. Ich bin gespannt auf das Resultat.
Am Nachmittag wurde es nass. Allerdings nicht, weil es regnete und auch nur für Manuela und Jakob. Der Naturschutzteich musste von Wasserpest und Co. befreit werden, was sich als nicht ganz so leicht herausstellte. Aber sie sind trocken geblieben und haben sogar unser Abendessen aus dem Teich geangelt. Nein, natürlich haben sie den kleinen Fisch wieder in die Freiheit entlassen. Ich denke, wir wären eh nicht satt geworden.

Irgendwie werden meine Berichte immer länger und ich weiß auch nicht, wie ich mich kürzer fassen soll, deswegen der Freitag in weniger Worten: Pferde geputzt, longiert, Weidezäune freigeschnitten, ausgemistet, Teich gereinigt.

Bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

Das Seminar der Seminare

18.09.-22.09.2017

Hallo liebe Hobbyökos dort draußen!

In dieser Woche berichte ich euch live und in Farbe von unserem ersten Seminar in Frauenstein. Diese Seminare werden von unserem Träger, der Grünen Liga, organisiert und dienen zum Zweck der Umweltbildung. Allerdings kommt der Spaß nicht zu kurz. Ziel dieses Seminars ist die Planung unserer eigenen Seminare, die im Laufe eines FÖJ folgen.

FÖJ 2017/18Am Montag startet die Woche mit intensivem Kennenlernen. Alle FöJler stellen sich und ihre Einsatzstelle vor. Nach diesem intensiven Vorstellen wurden wir in drei kleinere Gruppen zu je 15 Mann eingeteilt, in denen wir unsere Seminare vorbereiten werden. Die Folgenden 3 Seminare beinhalten die Themen „Ökologie in meinem Alltag“, „Stadtökologie“ und „Spezifik einer Region“. Ich werde mich mit dem Thema  „Ökologie in meinem Alltag“ beschäftigen, während Lia und Manuela die „Spezifik einer Region“ untersuchen.
Dienstag  beschäftigten wir uns in unserer Gruppe intensiver mit der Thematik Ökologie im Alltag. Dabei ist das hier keinesfalls mit normalem Schulunterricht zu vergleichen. Es ist viel lockerer, entspannter und kreativer, aber keinesfalls weniger informativ.

Ein fester Bestandteil unsere Seminare sind gewisse „Spiele“, bei denen wir Köpfchen und Teamgeist an den Tag legen müssen und uns manchmal auch ganz schön zum Obst machen. (Eine sehr schöne Redewendung, die ich hier neu gelernt habe. Aber sie trifft es ziemlich gut.) So waren wir zum Beispiel Frösche, die mithilfe von viel zu wenigen Teppich-Seerosen einen Teich überqueren mussten. Oder hatten als Team einen 1,50m hohen gespannten Faden zu überwinden und wild gewordene Kühe im Spiel „Kuhstall“ einzufangen. Und das ist nur ein Bruchteil…
FÖJ 2017/18
Dienstagabend war der sogenannte „Kreativ-Abend“.  Dort konnten (oder mussten) wir unsere schauspielerischen Talente  unter Beweis stellen.  Unsere Stücke handelten natürlich von umweltrelevanten Themen, gepaart mit einer ordentlichen Portion Humor. Auch unsere Beteuer ließen sich allerhand Amüsantes einfallen. So bekamen wir Besuch von Prinzessin Lilifee, Darth Vader, Fred Feuerstein und einem Flamingo.
Nachdem wir den vorherigen Abend verarbeitet hatten, ging am Mittwoch die Seminarplanung so richtig los. In unseren 15er Gruppen wurden wir nochmals in drei 5er Gruppen unterteilt. Diese Gruppen sind nun verantwortlich für eine Seminarwoche. Unser Unterthema zu  „Ökologie im Alltag“ ist „Kleidung“ Wir haben schon viele gute Ideen für die Umsetzung, es soll ja schließlich nicht zu langweilig werden. Aber mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

Wie schon gesagt, kamen der Spaß und das Abenteuer hier keinesfalls zu kurz. Für abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten war bestens gesorgt. Es gab u.a. eine Tischtennisplatte, die eigentlich immer in Betrieb war, eine Seilbahn, die mich sehr faszinierte, einen Tischkicker, der Lias verborgene Talente an den Tag legte und ein Klavier, welches zwar ein wenig verstimmt war, aber trotzdem sehr schöne Musik von sich gab. (Also natürlich spielt das Klavier nicht von allein…)

FÖJ 2017/18Mittwochabend folgte auf unser gegrilltes Abendessen eine kleine Nachtwanderung zur Burgruine von Frauenstein mit anschließender Besichtigung. Die Burgruine ist traumhaft schön, besonders bei Nacht. Mit Fackeln bewaffnet machten wir uns auf die Spuren der Ritter und hörten interessante und witzige Geschichten. Dabei sind diese nächtlichen Besichtigungen nicht alltäglich, sondern nur für ganz besondere Gäste. So wie uns eben.
Donnerstag stand wieder komplett im Zeichen der Seminarplanung. Wochenpläne wurden erstellt, Referenten wie wild angerufen und Ausflüge geplant. Am Abend wurden dann unsere FÖJ Sprecher gewählt, quasi die Politiker unter uns FÖJlern. Sie vermitteln zwischen uns und unserem Träger und vertreten die Interessen des FÖJs im Bundesland Sachsen. Also ein höchst wichtiges Amt.

Nun war der Tag des Abschieds gekommen. Natürlich wurden wir nicht entlassen, ohne die Woche noch einmal so richtig auszuwerten.  Ich finde, das Seminar war wirklich schön, denn man lernt hier viele neue und lustige Leute kennen. Es macht echt Spaß, sich über die Arbeit und die Einsatzstellen auszutauschen. Allerdings freue ich mich auch darauf, mich Montagmorgen um Punkt 7 wieder in den Arbeitsalltag auf dem Landgut zu stürzen.

Eure FÖJlerin Madeline

Im Zeichen der Arbeitsteilung

11.09.- 15.09.2018

Hallo liebe Freunde der Natur!

Auch in die zweite Woche unseres FÖJs sind wir tatkräftig gestartet. Am Montag bewaffneten Manuela und ich uns mit Spaten und stachen Bäume ab. Keine Sorge, sie haben nicht lange gelitten. Aber nein, Spaß beiseite. Wir haben natürlich nicht die Bäume, sondern den Rasen um die Bauscheiben herum abgestochen, um eben besagte Baumscheiben zu erweitern. Allerdings wurde unsere Tätigkeit von Herr Thömel unterbrochen. Wir hatten endlich neues Holz zum Spalten. Am Nachmittag wurden wir abermals zum Mähnenschneiden bei drei Jungstuten beauftragt. Erst dachte ich, es würde wesentlich einfacher werden, als letze Woche bei den Stuten und ihren Fohlen. Dies stellte sich jedoch leider als Irrtum heraus. Auch sie haben uns das Arbeiten mit ihrer unglaublichen Neugier nicht gerade leicht gemacht. Aber Manuela und ich sind ja fast schon Profis.

FÖJ 2017/18Ab Dienstag herrschte Arbeitsteilung auf dem Landgut. Da uns das Holz zum Spalten am Tag zuvor ausgegangen war, hatte Jakob die ehrenvolle Aufgabe, neues für uns zu sägen. Lia und Manuela betrieben Weidepflege; im weitesten Sinne. Sie befreiten den untersten Weidedraht von Gras, damit dieser im Winter voll funktionstüchtig ist. Es ist äußerst wichtig, dass dieser Draht richtig funktioniert, da er die Wildschweine daran hindert, auf die Weide zu gelangen und diese zur Sau zu machen. Ich hingegen durfte beim Bewegen und Einreiten der Fjordpferde, oder  Fjordies, wie sie auch liebevoll genannt werden, helfen. Konkret hieß das: das richtige Pferd von der Weide holen, putzen, satteln, trensen und zum Teil longieren. Longieren war für mich zwar nicht neu, aber ich hatte es schon lange nicht mehr gemacht. Deshalb war ich froh, erst einmal in Lissla eine erfahrene Longierpartnerin gefunden zu haben. So klappte es dann später auch recht gut mit den beiden Jungspunden Lalelu und Lavanda. Am Nachmittag waren wir dann zum Glück endlich wieder vereint beim gemeinsamen Holz spalten.
Zum Mittwoch gibt es nicht viel zu berichten, denn er lief genauso ab wie der Dienstag. Nur einen Unterschied gab es: Ich hatte die Ehre, dem Bundesprämienhengst Valentino die Mähne hübsch zu machen. Jetzt ist der hübsche Hengst noch hübscher.
FÖJ 2017/18Donnerstag begannen Lia, Manuela und Herr Thömel gleich mit Holz spalten, während Jakob für Nachschub sägte. Doch anscheinend war er nicht schnell genug, kurze Zeit darauf waren die Mädels damit beschäftigt, Obstbäume anzubinden (Da muss man wirklich aufpassen bei jungen, wilden Obstbäumen - die sind wahre Meister im ausbüchsen).
Ich hatte wiederum allerhand mit den Fjordies zu tun. So langsam kann ich die Namen dem jeweiligen Pferd zuordnen. Auch die jungen Pferde machen bei Einreiten große Fortschritte. Es ist wirklich spannend zu beobachten, wie Lalelu und Lavanda innerhalb einer Woche lernten, einen Menschen auf ihrem Rücken zu akzeptieren.
Am Freitag war es Herr Vogel bereits möglich, ganze zwei Runden im Schritt auf Lalelu zu drehen. Und ich hatte das Vergnügen, sie zu führen. Ich weiß nicht, wer aufgeregter war, sie oder ich. Aber es lief alles ohne Komplikationen.  Manuela und Lia hatten nicht weniger nervenaufreibende Tätigkeiten zu verrichten. Beim Weidezaun freischneiden fanden sie ein prähistorisches Fossil: den Schädel eines männlichen Capreolus capreolus. Was man hier nicht alles findet.

Ihr seht, wir haben diese Woche wirklich viel geschafft. Der riesige Berg Holz ist fast schon besiegt. Doch leider müssen wir den Kampf gegen ihn für eine Woche unterbrechen, denn wir haben kommende Woche unser erstes Seminar.

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Ran an die Arbeit!

04.09.- 08.09.2017

Hallo an alle Pferdemädchen und Naturburschen dort draußen!

Im Jahr 2017/2018 haben Lia, Manuela und ich (Madeline, die mit dem Holz) die große Ehre, am Landgut Kemper und Schlomski unser Freiwilliges Ökologisches Jahr zu verbringen. Das FÖJ begann für uns am ersten September mit dem Kennenlernen unseres Trägers, der "Grünen Liga Sachsen e.V." und den anderen FÖJlern an der Naturschutzstation Herrenhaide in Burgstädt.

Nachdem alle Klarheiten beseitigt waren, ging es dann für uns am Montag den 4. September auf dem Landgut so richtig los. Als erstes wurden wir natürlich ausführlich eingewiesen und belehrt und haben unsere neuen Arbeitskollegen kennengelernt. Zu unserem Team gehören: Frau Kemper, Herr Thömel, Herr Vogel und der Projektleiter für Umweltbildung Herr Richter (aber wir nennen ihn Jakob).

FÖJ 2017/18Der erste Teil der Woche stand ganz im Zeichen der Obstbäume. Es ging ans Freischneiden der Baumscheiben auf der Streuobstwiese. Nachdem wir dann herausgefunden hatten was „Baumscheiben“ sind (Baumscheiben sind die  ca. 1m großen Bereiche um den Stamm der neu gepflanzten Obstbäumchen), ging die Unkrautbekämpfung auch schon los. Sämtliches Unkraut, das sich im Bereich der Baumscheibe befand, wurde von uns erfolgreich entfernt, sodass es für den jungen Obstbaum keine Konkurrenz mehr darstellt. Allerdings war dies nicht immer ohne schweres Gerät möglich, weshalb wir bereits an unserem ersten Tag mit einer Motorsense arbeiten durften.
Am Dienstag wurde eben diese Tätigkeit fortgesetzt. Nun jedoch nicht mehr auf der Streuobstwiese, sondern bei den Obstbäumen, die sich überall auf dem großen Areal des Landguts befinden. Mein persönliches Wochenhighlight folgte am Dienstagnachmittag. Manuela und ich wurden beauftragt, die Mähnen der Fjordpferde zu schneiden. Nachdem unser erster Versuch mit Valentino kläglich gescheitert ist, sollten wir uns an den Mähnen der Stuten auf der Weide versuchen. Dies funktionierte schon besser, jedoch wurde uns die Arbeit von 5 sehr neugierigen Fohlen erheblich erschwert. An allem musste herumgeknabbert werden. Wirklich an allem… ich wundere mich, dass meine Schnürsenkel noch ganz sind. Doch nach einiger Zeit hatten Manuela und ich den Bogen raus und ich war um die Erkenntnis reicher, dass ich besser kein Frisör werden sollte...
FÖJ 2017/18Am nächsten Tag stand wiederum die Pflege der Obstbäume im Vordergrund. Nun musste frischer Rindenmulch, der einerseits als Dünger dient, andererseits die Bäumchen vor dem Austrocknen schützt, um die freigeschnittenen Baumscheiben gestreut werden. Aber uns ist der Rindenmulch vorerst ausgegangen, deshalb wurden wir mit Herren Thömels „Lieblingstätigkeit“ vertraut gemacht: Holz spalten und stapeln.
Donnerstag war der Tag des Holzes für uns. Wir haben tatsächlich den ganzen Tag Holz gespaltet und gestapelt. Und ich finde, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Außerdem startete am Freitag auch das das Ganztagesangebot „Streuobstwiese“ in der Grundschule in Liebstadt, bei welchem Lia und Jakob den Kindern einen ersten Einblick in den Lebensraum Streuobstwiese gaben.

Ich finde, das war eine wirklich spannende Woche und ich bin sehr gespannt, was in der nächsten Zeit noch so auf uns zukommen wird. Eines kann ich nach der ersten Wochen mit Sicherheit jedenfalls sagen: man schläft hier wirklich sehr gut.

Eure FÖJlerin Madeline