Unser Freiwilliges Jahr am Landgut

 

Freiwilliges Ökologisches Jahr am LGKSDie Aufgaben in einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb sind vielfältig und ändern sich im Laufe der Jahreszeiten. Um einen Einblick zu geben, was das FÖJ an Aufgaben und Herausforderungen bereithält, wird das FÖJ-Jahr 2017/18 in einem Blog dokumentiert. Jede Woche fasst Madline die Erlebnisse der drei Mädchen in kurzweiligen Texten zusammen. Ob Umweltbildung, Streuobstpflege, Naturschutzprojekte oder der Umgang mit den Pferden: Langeweile kommt bei ihnen jedenfalls nie auf.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Pferde den ganzen Tag

08.01.-12.01.2018

Hallo liebe Pferdefans!
In dieser Woche waren wir wieder besonders produktiv; was vielleicht auch daran lag, dass wir wieder in voller Besetzung antreten konnten.
Der Montag startete gleich mit einer Schönheitskur- leider nicht für uns (wir haben sowas ja auch gar nicht nötig), sondern für Lavita. FÖJ 2017/18Für die hübsche Fjordstute hatten sich an diesem Tag Interessenten angekündigt und da sollte sie sich schon von ihrer besten Seite zeigen. Während Lia und Manuela dem Ausmisten nachgingen, schniegelte und bügelte ich Lavita bis kein einziges Staubkorn mehr an ihr war; mit Erfolg, denn die Interessenten schienen nicht abgeneigt. Es bleibt spannend. Nachdem Lia und Manuela mit dem Stall fertig waren, schnappte sich Lia Ferdinand und Manuela ebenfalls das Putzzeug und während sie und ich Lavita und Lavanda putzten, nutzte Lalelu die Zeit für ein Nickerchen. Ein bisschen neidisch waren wir schon auf Lalelu, aber auch sie kam an diesem Tag nicht um die Arbeit herum. Sie und Lavanda machen sich schon recht gut unter dem Sattel, von Ferdinand natürlich ganz zu schweigen. Aber auch Lavita und Valerio machen Fortschritte.
Am Dienstag haben beide zum ersten Mal einen Sattel auf den Rücken bekommen; natürlich ganz vorsichtig. Doch nach kurzem anfänglichen Unbehagen haben sie beide auch diese Herausforderung gemeistert. Während Lia longierte nutzten Manuela und ich die Zeit, um noch ein paar Mähnen zu schneiden und Pferde zu Putzen. (Irgendwie vergeht die Zeit viel zu schnell…Wir hatten erst allen Stuten die Mähne geschnitten…)

Am Mittwoch ging es dann den Fohlen an die Mähne. Die Mähnen vom kleinen Lalelu- Fohlen sah schon aus wie die von einem Zebra. Aber gewusst wie, haben wir sie wieder in ein Fjordpferd verwandelt. Sie entwickeln sich wirklich super. Die beiden ehemals scheuen Fohlen haben sich schon fast zu echten Schmusebacken gemausert. Doch natürlich blieben auch die „großen“ Pferde nicht auf der Strecke. Das gute Wetter musste genutzt werden, um so viel wie möglich mit ihnen zu arbeiten. (Wobei „gutes Wetter“ bedeutet, dass der Boden nicht gefroren ist) So wurden auch am Mittwoch Ferdinand. Lalelu, Lavanda,  Lavita und Valerio longiert und/oder geritten.  Mit Valerio freunden wir uns auch allmählich an. Da dieser als Junghengst nur so vor Energie (und auch jugendlichen Flausen im Kopf) strotzt, sind wir ihm bisher sehr vorsichtig begegnet. Aber die tägliche Arbeit scheint ihm gut zu bekommen, sodass wir mittlerweile auch ganz gut mit dem wirklich schönen Hengst zurechtkommen.

Am Donnerstag war ich in Sachen Zukunft unterwegs. Denn, auch wenn ich jetzt noch nicht wirklch darüber nachdenken möchte, es gibt auch eine Zeit nach dem FÖJ. Zu diesem Zweck war ich am Donnerstag in Dresden, zum Tag der offenen Hochschule. Doch natürlich haben Manuela und Lia wie immer die Stellung gehalten. Da die Veranstaltung früher zu Ende war, als ich dachte, bin ich am Nachmittag doch noch zum Arbeiten gekommen. Erfreut über mein Erscheinen hat man mir auch gleich Lavanda in die Hand gedrückt. Kein Problem für mich, denn schließlich habe ich diese Woche verhältnismäßig wenig longiert und freute mich deshalb über die Arbeit mit ihr.
Am Freitag war nun der große Tag gekommen. Nicht nur dass Valerio und Lavita schon mal eine Vorgeschmack darauf bekamen, wie es ist einen Reiter auf sich aufsteigen zu lassen, sondern auch die Lehrtätigkeiten von Herrn Vogel und mir wurden auf den Prüfstand gestellt. Ich weiß ja nicht, ob ihr es wusstet, aber seit diesem Jahr gibt es in der Grundschule in Liebstadt ein neues Ganztagesangebot, nämlich das „GTA Fjordpferd“. Jeden Freitag fahren entweder wir nach

Liebstadt, oder die Kinder kommen zu uns auf das Landgut, um alles Wissenswerte zum Thema Pferde; insbesondere natürlich zum Fjordpferd, zu lernen. Eben dieses GTA ist an vergangenen Freitag mit einem ersten Kennenlernen  gestartet. 19 Pferdebegeisterte Kinder (mit einer deutlich Mehrheit an Mädchen) warteten gespannt auf uns. Zunächst haben wir  natürlich ein paar organisatorische Dinge geklärt und später schon einmal herausgefunden, was die Kinder schon alles über Pferde wissen. Die Kinder waren natürlich hellauf begeistert. Ich denke, ich wäre auch ziemlich aus dem Häuschen gewesen. Ich bin gespannt, wie sich dich Sache noch weiter entwickelt. Doch bis dahin steht erst einmal wieder eine ereignisreiche Woche auf dem Landgut an.
In diesem Sinne!

Eure FÖJlerin Madeline

Neues Jahr, neue Herausforderungen

01.01.-05.01.2018

Hallo Liebe Pferdemädchen und Naturburschen!

Ich hoffe ihr habt die Feiertage und den Jahreswechsel gut überstanden. Viel zu vollgefuttert kehrte ich am 1.1. zurück nach Burkhardswalde um dann am 2.1. mit Manuela wieder voll durchzustarten. Lia hatte, verdienter Weise, ihren Weihnachtsurlaub noch um eine Woche verlängert.

Doch für uns war diese Woche einen kurze Woche. Wir sind schon voller Tatendrang im neuen Jahr angekommen. Wie immer begann der Dienstagmorgen für uns mit dem Ausmisten der Ställe. Danach allerdings lief es wieder rund; also ich lief rund- im Longierzirkel. Neben Ferdinand longierte ich auch zu meiner Freude wieder Lalelu und Lavanda. Manuela hingegen sorgte für ordentlich Wärme. Fleißig (wie immer) stapelte sie unser gespaltenes Holz in den Heizungsraum.

Am Mittwoch wurde die Fjordpferd-Power maximiert. Neben den drei Kandidaten vom Vortag wurden dann auch noch die beiden Jungspunde Valerio und Lavita longiert und ich finde, dass sieht schon sehr vielversprechend aus. Außerdem fegten, saugten und putzten Manuela und ich den Heizungsraum, sodass er blitzte und blinkte.

Auch am Donnerstag zog ich meine Kreise auf dem Longierzirkel. Und Ferdinand und ich hatten äußerst kritisches Publikum. Fünf freche Fjordpferd Fohlen (welch Alliteration!) beäugten aufmerksam dieses Spektakel, denn momentan befindet sich die Fohlenkoppel direkt dem Longierzirkel. Doch Ferdinand; ein Vollprofi, hat sich natürlich nicht ablenken lassen. Es war schon ein sehr lustiges Bild, wie die fünf in einer Reihe stehen und zusehen, wie wir arbeiten. Was die sich wohl gedacht haben? Vielleicht sowas wie „Ätsch! Ihr müsst arbeiten und wir können Quatsch machen!“ oder „Was hat der da komisches auf dem Rücken?“ Wir werden es wohl nie erfahren.  Aber eins ist sicher: Irgendwann blüht den Kleinen das gleiche. Doch jetzt noch nicht. Sie sind ja auch noch viel zu jung. Aber sie finden mittlerweile den Weg in den Stall schon wie die „Großen“. Auch die „Großen“ wurden natürlich nicht vernachlässigt. Ich hatte die Ehre, Lavita zum ersten Mal in ihrem jungen Fjordpferdleben einen Gurt und eine  Trense anzulegen. Verständlicherweise war beides anfangs ein bisschen ungewohnt, aber sie hatte sich schnell daran gewöhn und sah zudem noch sehr schick aus. Und um sie noch schicker zu machen schnitt ich ihr nach dem longieren auch noch die Mähne. Lavanda wurde natürlich auch nicht vergessen. Lalelu hatte Donnerstag frei- worüber sie wahrscheinlich nicht böse war.

FÖJ 2017/18Der Freitag verlief wieder ähnlich wie der Donnerstag. Neben Stall ausmisten und Longieren nutzten wir das ungewöhnlich warme Wetter um Lavitas Schweif zu waschen. Sie hat dies super entspannt über sich ergehen lassen und sieht mit ihrem frisch gewaschenen und verlesenen Schweif echt schick aus. Außerdem hatten wir am Freitag die Gelegenheit, Lavanda und Lalelu richtig ordentlich zu Putzten, was bei diesem Wetter zur Zeit keine leichte Aufgabe ist. Währens ich mit Lalelu Huf-geb- Training machte, frisierte Manuela Lavandas Mähne Diese ist aus unerklärlichen Gründen nicht mehr buschig und zerzaust, sondern steht genauso spitzenmäßig wie die von ihrer Mama Lalinga.
Und ich habe diese Woche einen neuen Freund gefunden. Eigentlich dachte ich, dass alle Katzen mich nicht leiden können, aber ich fand heraus, dass nur eine bestimmte Katze mich nicht sonderlich leiden kann. (An dieser Stelle möchte ich Krümel recht herzlich grüßen) Deswegen hab ich meistens einen Bogen um Katzen gemacht. Die Katzen auf dem Landgut allerdings, scheinen mich richtig zu mögen. (Okay, sie mögen jeden, der sie streichelt, aber das tut nichts zur Sache)  Jedenfalls sind der noch namenlose Hofkater und ich nun Best Buddies.

In den nächsten Wochen sind wir dann wieder voll besetzet. Und so viel sei verraten: Es kommen neue, große Herausforderungen auf uns zu. Doch ich bin sicher, dass wir diese meistern werden. Bis dahin!

Eure FÖJlerin Madeline

Was machen FÖJler eigentlich in ihrer Freizeit?

25.12.-29.12.2017

Was machen FÖJler eigentlich in ihrer Freizeit? Diese Frage habt ihr euch doch bestimmt auch schon gestellt. Und falls nicht, dann kommt hier jetzt trotzdem eine Antwort. Unser Leben außerhalb des Landgutes ist mindestens genauso spannend wie unser Arbeitsleben. Diese Woche wollte ich gern nutzen, um einen kleinen Einblick in dieses zu geben.

Lia, Manuela und ich wohnen und leben seit dem 3. September 2017 in einer Ferienwohnung bei  Familie Ullrich in Burkhardswalde, einem Nachbarort von Großröhrsdorf. Anfangs hatte ich einige Bedenken, dass wir Mädels uns nicht verstehen könnten, aber diese sind zum Glück absolut unbegründet. Mittlerweile sind wir nicht nur auf dem Hof ein unschlagbares Team, sondern auch zuhause, wenn es ums Kochen, Putzen, Deutsch lernen und Kühe treiben geht. Aber alles der Reihe nach.

FÖJ 2017/18Wenn wir am Montag von der Arbeit kommen steht meistens das Einkaufen an. Da Lia und ich mit jeweils einem Auto gesegnet sind, ist dies auch kein Problem. Zwar haben wir in Burkhardswalde auch die Möglichkeit in einem kleinen „Konsum“ einzukaufen, allerdings zieht es uns doch öfter in die große Stadt. Pirna ist nur einen Galoppsprung entfernt und dort finden wir neben Cornflakes, Frischkäse und Co. alles war unsere Hobbykoch-Herzen erfüllt. Kochen ist nämlich ein wichtiger Punkt in unserem After-Work-Leben. Wir kochen eigentlich jeden Tag zusammen. Und nein, unter Kochen verstehen wir nicht TK Pizza in den Ofen und fertig; bei uns gibt es hauptsächlich frische Kost. Dabei übernimmt meistens einer das „Kommando“ und die anderen beiden helfen beim Schnippeln oder Ähnlichen. So haben wir schon viele verschiedene Gerichte ausprobiert und neu kennen gelernt und vor allem gelernt, sie selbst zu kochen. So sind zum Beispiel Porree-Nudeln unser WG Gericht Nummer Eins. Aber auch Schnitzel, Kürbis-Kartoffel-Gratin, Möhrencremesuppe und Geschnetzeltes schaffen es immer wieder auf unsere Teller.

Ich freue mich sehr über unsere Kochaktivitäten, da ich super gerne kochen lernen wollte. Hier haben die Mädels und ich endlich die Gelegenheit dazu. Wir haben für das nächste Jahr auch schon wieder neue leckere Anregungen, die wir ausprobieren wollen. Ich bin sehr gespannt.

Ein weiterer wichtiger Punkt in unserer Freizeit spielt das Erlernen der deutschen Sprache. Ich weiß ja nicht ob ihr es wusstet, aber Manuela kommt ursprünglich aus Kolumbien und lebt schon seit geraumer Zeit in Deutschland. Daher lernt sie auch sehr fleißig Deutsch. Und wie könnte man besser Deutsch lernen als von Muttersprachlern? Allerding haben Lia und ich feststellen müssen, dass Deutsch eine super komplizierte Sprache ist. Oftmals können wir ihr zwar sagen, wie das nun richtig formuliert oder ausgesprochen wird, aber warum das so ist, können wir meist auch nicht erklären. Doch Manuela schlägt sich wirklich bravourös.

FÖJ 2017/18Auch verschiedene Ausflüge haben wir bereits getätigt. Die Sächsische Schweiz und ihre Umgebung bietet so einiges. So waren unsere Ziele zum Beispiel die Bastei, Schloss Moritzburg (ja Lia und ich stehen vor der berühmten Aschenbrödel-Kulisse) oder unsere Landeshauptstadt. Es ist kein Geheimnis, dass ich großer Fan von Dresden bin. Und dieses ist höchstens zwei Galoppsprünge entfernt; nicht nur mit dem Auto, sondern auch sehr gut mit dem Zug zu erreichen.

Selbst in unserer Freizeit lässt uns die Landwirtschaft nicht los. (Was wir persönlich nicht schlimm finden). Denn wenn Frau Ullrich klingelt und fragt, ob wir Angst vor Kühen haben, können wir natürlich nicht „Ja“ sagen. Familie Ulrich besitzt nämlich auch einen sehr schönen Hof und eben ein paar Rinder, die ab und zu von A nach B getrieben werden müssen. Und wir helfen natürlich gerne, auch weil die Kühe echt süß sind und man vor ihnen keine Angst haben muss. Wir fühlen uns allgemein bei Familie Ullrich sehr wohl. Wir können uns immer an Herren oder Frau Ullrich wenden, wenn wir Fragen oder Probleme haben. Auch zu kleinen Veranstaltungen der Familie, wie zum Beispiel zu einem kleinen Weihnachtsmarkt, wurden wir schon eingeladen.

Wenn sich die Woche dann dem Ende neigt, steht noch das Putzen an. Freitag ist Putztag. Und Putzplan? Nur Amateure brauchen einen Putzplan. Wir einigen uns so, wer welchen Part übernimmt. Wie gesagt, wir sind ein unschlagbares Team. Ab nächster Woche gibt es dann wieder neue Berichte vom Landgut, dann schon im neuen Jahr 2018. Ich hoffe ihr seid alle gut hinein- aber nicht ausgerutscht.

Eure FÖJlerin Madeline

„Schnee is schee!“

18.12.–22.12.2017

Hallo liebe Fangemeinde!
FÖJ 2017/18In dieser letzten Woche vor Weihnachten hielt doch tatsächlich der Winter Einzug in Großröhrsdorf. Naja, zumindest die ersten drei Tage. So nutzten wir das schöne Winterwetter am Montag, um schöne Schneebilder von den Pferden und natürlich auch von uns zu machen. Während Manuela uns ich ein bisschen Bewegung in die Herden brachte, fing Lia die Schokoladenseiten der Pferde ein.
Nicht nur wir freuten uns über das super schöne Winterwetter, sondern auch die Pferde; allen voran natürlich die Fjordies. Diese kommen ja ursprünglich aus dem kalten Norwegen und haben somit keinesfalls ein Problem mit dem Schnee. Wir hatten sogar das Gefühl, dass sie richtig Spaß hatten, im Schnee zu toben. Mit ihrem dicken, flauschigen Winterfell sind sie dafür ja auch bestens gerüstet. Aber auch die Rheinländer hatten sichtlich Spaß im Schnee. Das winterliche Wetter hielt auch am Dienstag an. Allerdings leider ohne Sonnenschein. So setzen wir nach der morgendlichen Stallarbeit unsere Malerarbeiten drinnen fort. Für den Nachmittag hatte sich dann noch einmal der Schmied angekündigt. Ferdinand sollte neue Winterschuhe bekommen. Und wie immer wenn der Schmied kommt, muss ihm auch etwas geboten werden. Also ließ ich meine Kaffe-Kochkünste walten und kochte Kaffee. Während Lia dann beim Beschlagen half, hatten Manuela und ich Zeit und Gelegenheit, einmal über die Fjordstuten zu putzen. Hier zeigte sich wieder einmal, wie verschmust die Damen doch sind, denn sie haben die extra Putz- und Kuscheleinheiten wirklich genossen.

Am Mittwoch machte sich dann schon leichtes Tauwetter bemerkbar. Auch eher ungemütlich und da unsere Wand immer noch nicht endgültig fertig war, nutzen wir unsere Zeit und strichen die Wand zu Ende. Nun stahlt sie in strahlendem Weiß und unser neuer Aufenthaltsraum nimmt so langsam Gestalt an. Außerdem haben wir noch für Weihnachten ein bisschen saubergemacht und aufgeräumt.

Donnerstag war der große Tag für die Fjordfohlen. Sie durften zum ersten Mal ohne ihre Mütter nach draußen auf die richtige Weide. Bisher standen sie nur auf dem Sandauslauf, da wir befürchteten, sie würden versuchen zu ihren Müttern zu laufen. (Fohlen sind da sehr erfinderisch, wenn es ums Ausbrechen geht, daher sollte man dies nicht unterschätzen) Aber da sich der Trennungsschmerz auf beiden Seiten gelegt hatte, war nun die Zeit gekommen, die Fohlen auf die große Weide zu lassen. Die Begeisterung der Fohlen war groß. So tobten und spielten sie mindestens eine halbe Stunde im mittlerweile Schneematsch und plötzlich hatten wir fünf Mausfalben. (Falbe = Färbung des Pferdefells; beigebraun mit Aalstrich; so wie z. B. bei den Fjordies; Mausfalbe ist das gleiche nur in grau) Leider hat es den Fohlen draußen so gut gefallen, dass es am Nachmittag ein ganz schöner Akt war, sie wieder in den Stall zu bekommen. Wir hatten alles an Personal aufgefahren, doch die letzten beiden Fohlen wollten sich einfach nicht in den Stall treiben lassen. Und als unsere Bemühungen in einer Schlammschlacht zu enden drohten (ich hatte bereits im Matsch gelegen), blieb uns nur noch die Option Herdentrieb. Also holten wir zunächst die Stutenherde herein und ließen die Weide der Fohlen offen, so dass sie den Stuten hinterher laufen konnten. Und Tadaaa! Als wäre nie etwas gewesen, liefen auch die zwei hartnäckigen Fohlen in den Stall. Jetzt mussten wir sie nur noch wieder aus der Herde sortieren.

FÖJ 2017/18Am Freitag wollten wir dieses Schauspiel nach Möglichkeit vermeiden.(Ich möchte nicht wissen wie das von außen ausgesehen haben muss…). Deshalb kam der Vorschlag, es mit Futter zu versuchen, denn die Pferde lieben dieses Müsli. Aber auch das hat nicht ganz so funktioniert – die Fohlen sind einfach an mir und dem Futtereimer vorbei gelaufen und haben sich wie die „Großen“ in ihren Stall treiben lassen, so als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Verstehe einer diese Pferde. Und so schnell wie sie gekommen war, was sie auch schon wieder vorbei, diese letzte Woche vor Weihnachten. Nächste Woche haben wir alle frei, daher wird es erst nächstes Jahr wieder neue Berichte vom Landgut geben. Allerdings kann ich sagen, dass es in der nächsten Woche einen Blogeintrag geben wird. Bis dahin wünschen wir euch allen schöne Weihnachten, viel Glück, Gesundheit und gutes Essen und einen Guten Rutsch ins Jahr 2018!

 

Eure FÖJlerinnen Lia, Manuela & Madeline

 

Time to say goodbye...

11.12.-15.12.2017

Hallo liebe Winterfreunde!
FÖJ 2017/18Die Woche startete für uns mit echtem Abschiedsschmerz. Dark Beauty hat das Landgut Montagmorgen verlassen und die Reise in seine neue Heimat zu seinen neuen Besitzern angetreten. Ich muss zugeben, dass wir schon ein bisschen traurig waren, aber ich bin sicher, dass er seinen neuen Besitzern viel Freude bereiten wird. Und so viel Zeit zum trauern hatten wir auch gar nicht, denn die nächste Trennungsaktion erfolgte schneller als man „Holz spalten“ sagen kann. Es war nun an der Zeit für die Fohlen „Tschüss“ zu ihren Müttern zu sagen. Diese sind nämlich teilweise wieder trächtig und brauchen auch ihre „Baby Pause“. Trotzdem war der Schmerz auf beiden Seiten groß. Den ganzen Tag über hallte sehnsüchtiges wiehern über den Hof.  Doch wir gaben natürlich unser Bestes, um sowohl den Stuten als auch den Fohlen die Trennung so angenehm wie möglich zu gestalten. So haben alle Stuten einen Haarschnitt bekommen und sehen jetzt wieder super schick schön aus. Die Fohlen haben von uns eine extra Portion Liebe bekommen und die Versicherung, dass es gar nicht so schlimm ist, „von zuhause auszuziehen“. Ferdinand wurde natürlich auch nicht vernachlässigt. Nachdem ich ihn longiert hatte wurde mit ihm ebenfalls das „Auf den Anhänger gehen“ geübt. Allerdings war bei ihm ein bisschen mehr Überredung nötig als bei Dark Beauty. Leider war Ferdinand wenig begeistert von der der Idee, in einen engen Raum auf Rädern zu gehen. Aber mit vereinten Kräften, viel Geduld und Müsli  hat er es letztendlich doch in den Anhänger geschafft.

Aber Übung macht den Meister. Daher haben wir das ganze Spiel am Mittwoch ebenfalls wiederholt. Immer noch skeptisch aber mit viel weniger Angst und vor allem viel schneller ging Ferdinand fast von allein in den Anhänger. Es wird. Wir bleiben dran. Doch natürlich blieb die Stallarbeit nicht auf der Strecke. Und unser Können als Weihnachtswichtel wurde noch einmal von uns abverlangt. Gemeinsam mit Frau Thömel bereiteten wir die Geschenke für Freitagabend vor. Am Freitag fand nämlich unsere Hofweihnachtsfeier statt. Doch vorher gab es wie immer noch allerhand zu tun. Da der Boden leider zu gefroren war, um mit den Pferden zu arbeiten, haben wir den Mittwochnachmittag genutzt, um den Stall wieder ein bisschen zu putzen. Da sich nicht nur die Pferde, sondern auch Spinnen im Stall ziemlich wohl fühlen, mussten die Wände von Spinnenweben befreit werden.

Am Donnerstag machte uns dann das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es Stürmte, wie verrückt. Kein Wetter, bei dem man unbedingt draußen sein möchte. Also suchten wir uns nach dem morgendlichen misten die Schlechtwetterbeschäftigung schlechthin: Lederzeug fetten. Lia uns ich schnappten uns die Sättel, während Manuela die Trensen übernahm.
Am Freitag stürmte es zwar nicht mehr, dafür schneeregnete es. Nun war es an der Zeit, die Sturmschäden vom vorherigen Tag zu beseitigen- der Sturm hatte die Streifenvorhänge heruntergerissen. Doch dank Lias Fachwissen wurde auch dieses Problem schnell gelöst. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Malerarbeiten. Die Wand von unserem neuen Aufenthaltsraum brauchte einen neuen Anstrich; und, wie sollte es auch anderssein, das Ergebnis kann sich sehen lassen. FÖJ 2017/18Freitagabend war sie dann nun endlich gekommen: Unsere Weihnachtsfeier. Frisch aufgehübscht ging es zu „Grahls Weinstube“ wo ein super leckeres Wildessen auf uns wartete. Es war ein wirklich schöner Abend. Wir haben sehr viel gelacht und uns gut unterhalten.
Und schwubdiwupp haben wir die letzte Woche vor Weihnachten erreicht. In diesem Sinne wünsche ich noch eine schöne Adventszeit und bis nächste Woche!
 

Eure FÖJlerin Madeline

Es weihnachtet schon

04.12.-08.12.2017

Ein fröhliches Ho-ho-ho an alle dort draußen!
FÖJ 2017/18 Der Montag startete leider ohne mich, da ich noch einen freien Tag übrig hatte, aber Lia und Manuela kommen natürlich auch ohne mich klar. (Behaupten sie jedenfalls)
Der Besuch des Nikolaus und seiner Gehilfen war natürlich das Highlight der Woche. Dafür waren am Dienstag natürlich noch so einige Vorbereitungen zu treffen; wie zum Beispiel das Verzieren und Packen der Geschenke. Da die Papiertüten ein bisschen unweihnachtlich aussahen, wurde unser ganzes kreatives Können gefordert, um ihnen den gewissen künstlerischen Touch zu geben. Da ich leider so künstlerisch begabt bin, wie eine Walnuss, hatten Manuela, Lia und Jakob diese Aufgabe zu meistern- mit durchaus brauchbaren Ergebnissen. Nun zierten eine Weihnachtsbaum und Sterne die Vorderseiten der Geschenktüten. (An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass alle Tüten  mit viel Liebe handbemalt wurden) Meine Aufgabe war nun das Bepacken der fertig bemalten Tüten. Zum Inhalt (den ich ja jetzt verraten kann) gehörten: ein kleines Heftchen zu Thema „Streuobstwiese“, eine wunderschöne Weihnachtskarte mit Pferdemotiv vom Landgut, Weihnachtsobst wie Äpfel und Mandarinen, Nüsse und natürlich darf ein Schoki- Nikolaus nicht fehlen.

Am  Mittwoch war dann nun der große Tag gekommen. Allerdings verlief der Vormittag eher unspektakulär. Neben den täglichen Stallarbeiten wurden auch Dark Beauty und Ferdinand bewegt. Dann wurden natürlich noch letzte Vorbereitungen getroffen. Kostüme wurden zusammengesammelt, Säcke mit Geschenken gefüllt, Wichtelmützen aufgesetzt und Laerke wurde auf Hochglanz poliert. Bevor die Fahrt dann losging, gab es noch ein kleines weihnachtliches  Fotoshooting. Natürlich vor weihnachtlicher Kulisse und mit weihnachtlichem Outfit. Mit Frau Kemper als Knecht Ruprecht, dem waschechten Nikolaus, Jakob dem Fotobeauftragten, Weihnachtspferd Laerke und uns Wichteln Anna, (Frau Kempers Tochter) Manuela, Lia und mir ging es dann in Richtung Liebstadt. Von den Hortkindern wurden wir mit einem Lied empfangen und dann erfüllten wir unsere Pflicht als Weihnachtswichtel. Einzeln oder in kleinen Gruppen präsentierten uns die Kinder Gedichte und Lieder und natürlich gab es dann auch ein kleines Geschenk. Wer wollte, durfte natürlich auch Weihnachtspferd Laerke streicheln. Ich hatte den Eindruck, sie sorgte sowieso für die meiste Begeisterung bei den Kindern.  Also ich wäre auf jeden Fall schwer begeistert gewesen. Auch hab ich mich in manchen Situationen an mich selbst erinnert gefühlt.  Zum Beispiel als ein kleines Mädchen Laerke zwar streicheln wollte, sich aber nicht allein getraut hat. (Ich muss auch zugeben Nikolaus und Knecht Ruprecht sahen schon sehr bedrohlich neben Laerke aus) Wir, als gute Weihnachtswichtel haben ihr natürlich geholfen, Laerke doch noch zu streicheln. Darüber hat sie sich wirklich gefreut; was wiederum uns gefreut hat. Laerke hat ihren Job auch bravourös gemeistert. Ohne Probleme trug sie die gut gefüllten Geschenkesäcke zu den Kindern und lies sich gern von ihnen streicheln. Ich glaube, sie ist nun der feste Gehilfe des Nikolaus.

FÖJ 2017/18Am Donnertag trat dann wieder Normalität ein. Neben dem ganzen normalen Ausmist –und Longierwahnsinn wurde das schöne Wetter noch einmal genutzt um ein paar Fotos zu machen, unter anderem von Dark Beauty; und er hat seinem Namen wirklich alle Ehre gemacht. Aber auch die Rheinländer Stuten haben ihre Fotogenität unter Beweis gestellt und Lia als Fotoprofi hat sie natürlich gekonnt in Szene gesetzt.

Außerdem wurde mit Dark Beauty auch noch Anhänger- Training absolviert. Er sollte lernen, dass ein Pferdeanhänger nichts Schlimmes ist und dass er davor keine Angst haben muss, sodass er später ohne Probleme hinein geht. Und mit ein bissen Überredungskunst und leckerem Pferdemüsli hat er auch die Hürde Pferdeanhänger bestens gemeistert

Den ganzen Spaß haben wir natürlich am Freitag wiederholt, denn sowohl Pferde als auch Menschen lernen am besten durch Wiederholung. Außerdem hat die kleine Levke, unser Fjordie- Jährling, eine Rundumschönheitskur bekommen, sodass sie nun super schick schön aussieht. Anschließend haben wir auch von ihr noch ein paar hübsche Fotos geschossen.

Die nächste Woche steht vermutlich im Zeichen des Trennungsschmerzes. Ich hoffe, es wird nicht allzu dramatisch. Bis dahin!

Eure FÖJlerin Madeline

Advent, Advent...

27.11.-01.12.2017

Einen schönen ersten Advent an alle fleißigen Blogleser!


FÖJ 2017/18 Auch bei uns auf dem Landgut kehrt so allmählich Weihnachtsstimmung ein. Immerhin ist ja schon Dezember. Wir haben jetzt schon ein Viertel unseres FÖJs hinter uns. Schon gruselig, wie die Zeit vergeht. Aber wir haben ja auch noch viele schöne Dinge vor uns. Wie zum Beispiel die Nikolausaktion in der Grundschule in Liebstadt am 6. Dezember. Aber was genau verbirgt sich denn eigentlich dahinter? Nun, der waschechte Nikolaus wird mit seinem treuen Gehilfen und den Weihnachtswichteln die Kinder in der Grundschule besuchen und gegen eine kleine Leistung, in Form eines Gedichtes oder Lieds, bekommen sie ein kleines Geschenk. (Ich glaube, ich sollte vielleicht auch ein Gedicht lernen, nur für den Fall.)

Jedenfalls wurden dafür diese Woche so langsam die Vorbereitungen getroffen. Wichtige Fragen mussten geklärt werden. Zum Beispiel: „Wie viele Kinder werden da sein? Was kommt in die kleinen Geschenktüten? Welches Pferd wird der treue Gehilfe vom Nikolaus? Und wer spielt überhaupt den Nikolaus? (Letztere Frage wurde allerdings noch nicht endgültig geklärt, da die Kandidaten noch zu großen Respekt vor dieser Aufgabe haben) Die Fragen kann ich natürlich noch nicht beantworten (besonders die mit den Geschenken nicht- es soll ja auch noch spannend bleiben) Aber ich kann verraten, dass die liebe Laerke sich den Posten als Gehilfe des Nikolaus gesichert hat. Allerdings wird man nicht einfach so der Gehilfe des Nikolaus, sondern man braucht eine überaus spezielle „Ausbildung“. Und eben diese „Ausbildung“ war nun meine Aufgabe. Also begann ich am Montag, nachdem wir unsere tägliche Stallarbeit erledigt hatten, Laerke so richtig schick schön zu machen, mit allem was so dazu gehört. Als Nikolausgehilfe kann man ja schließlich nicht aussehen wie frisch gewälzt.

FÖJ 2017/18Am Dienstag wurde es dann schon ernster für sie. Leichtes longieren stand an. Außerdem sollte sie sich daran Gewöhnen, dass 2 Säcke voller Geschenke an ihrem Rücken baumeln. Da wir die originalen Säcke noch ein bisschen schonen wollten, funktionierten Manuela und Lia kurzerhand zwei leere Futtersäcke um, und befüllten sie mit Stroh. Meine Bedenken, dass Laerke sich vor den Säcken erschrecken könnte, blieben absolut unbegründet. Sie ist die pferdgewordene Gelassenheit. Beste Voraussetzungen für ihren überaus wichtigen Job.

Am Mittwoch haben wir dann den ganzen Spaß wiederholt. Auch eine erste Kostümanprobe erfolgte, aber auch das ist kein Problem für Laerke. Doch natürlich wurden auch die anderen Pferde nicht vernachlässigt. Dark Beauty und Ferdinand wurden natürlich ebenfalls longiert und geritten.  Außerdem schmückt seit Mittwoch ein wunderschöner Weihnachtsbaum den Innenhof des Landguts. Unter professioneller Anleitung haben wir natürlich mitgeholfen, ihn zum Leuchten zu bringen, und wie sollte es auch anders sein, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Der Donnerstag begann für mich mit dem Assistieren beim Verteilen von Wurmkuren. Keine so leichte Aufgabe; zumindest bei den Pferden, die keine Lust auf Entwurmung hatten. Aber da müssen sie leider durch, auch wenn das Zeug nicht gerade wie frisches Bergwiesenheu schmeckt. Doch nach geraumer Zeit hatten wir dann auch alle Pferde erwischt. Ansonsten lief der Donnerstag seinen gewohnten Gang. Am Freitag war ich so frei, und habe mir frei genommen. (Ich hatte noch einen Feiertag übrig) Aber Lia und Manuela haben natürlich die Stellung gehalten und haben es endlich geschafft, dem „großen“ Valentino die Mähe zu schneiden. Hoffentlich sieht er jetzt wieder aus wie ein echter Bundesprämienhengst. Kommende Woche steht nun die Nikolausaktion an. Ich hoffe, das klappt alles so, wie wir uns das vorstellen. Bis dahin wünsche ich euch allen eine wunderschöne Adventszeit!

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Das letzte Fjordpferd

20.11.-24.11.2017

Hallo an alle Pferdemädchen und Naturburschen dort draußen!

Frisch vom Seminar wiedergekehrt, traten wir nun wieder eine neue Woche auf dem Landgut an- zumindest 2/3 von uns, da Manuela die Woche nach dem Seminar gleich für einen kleinen Urlaub nutzte.

FÖJ 2017/18Montagmorgen dachten wir, wir könnten unseren Augen nicht trauen: es schneite. Dicke, weiße Flocken. Mit einer Mischung aus Vorfreude und leichtem Entsetzten über dieses Wetterphänomen setzten wir unsere Arbeit wie gewohnt fort. Das Ausmisten am Vormittag ist schon zur Routine geworden. Diese wurde allerdings schnell durchbrochen. Für den Nachmittag hatte sich nämlich Besuch angekündigt. Die Kinder vom GTA Streuobstwiese besuchten uns am Montagnachmittag auf dem Landgut. Unter der professionellen Anleitung von Forstwissenschaftler Jakob haben sie den Spaten geschwungen und neue Obstbäumchen eingepflanzt. Leider hat das Wetter nicht so wirklich mitgespielt, doch die Kiddies haben tapfer durchgehalten. Als kleine Entschädigung gab es hinterher noch warmen Tee und von Jakob (selbst!!!) gebackenen Kuchen. (Da Lia und ich leider kein Stück abbekommen haben, fordern wir Jakob hiermit auf, nochmals einen Kuchen zu backen!)

Der Dienstag verlief dann wieder etwas unspektakulärerer. Neben unseren täglichen Pflichten vernachlässigten wir natürlich nicht die Arbeit mit Ferdinand und Dark Beauty. Herr Vogel hat während unseres Seminars ordentlich mit Dark Beauty gearbeitet, sodass er jetzt auch im Galopp unter dem Reiter eine traumhafte Figur macht. Am Mittwoch hatten wir (schon wieder) einen Feiertag. Und zur Feier des Tages, arbeiteten wir nur den halben Tag, sodass die wichtigsten Dinge erledigt wurden. Konkret bedeutete das: Ausmisten und Ferdinand und Dark Beauty bewegen. Und da das Wetter am Mittwoch schon beinahe sommerliche Ausmaße annahm, wurde Lia prompt aufs Pferd gesetzt. Ich finde, sie und Ferdinand bilden ein gutes Team. Auch in den folgenden zwei Tagen hatte sie die Ehre, mit dem guten Ferdinand zu arbeiten.

FÖJ 2017/18Zum Donnerstag gibt es eigentlich nicht wirklich viel zu berichten. Die richtig spannenden Dinge sind dann erst am Freitag passiert. Der Tag beginnt für uns immer zuerst mit dem Rausbringen der Pferde auf die Weide. Die große Fjordherde steht zurzeit auf dem „Hirschberg“, der hintersten Koppel des Landguts und um dort hin zugelangen wird die ganze Herde über einen eingezäunten Weg getrieben. Dabei muss einer von uns voraus laufen und den Zaun der Koppel öffnen, und der andere treibt die Pferde zur Weide.  An diesem Morgen lief Lia voraus und ich sollte die „Mädels“ nach hinten begleiten. Gesagt, getan. Ich begleitete die Fjordies aus ihrem Stall und trieb die Herde bis zu Hirschberg. Allerding hatte ich nicht noch einmal durchgezählt, ob auch alle Pferde da sind. Ihr könnt euch sicherlich denken, worauf das jetzt hinausläuft. Als Lia den Weidezaun gerade geschlossen hatte, hörte ich von ihr nur ein erschrockenes „Fjordie!!!“ und sah dann ein einsames Fjordpferd auf dem Triebweg umherirren. Doch plötzlich setzte die Stute zum Galopp an und in nahezu Überschallgeschwindigkeit raste sie an mir vorbei. Lia hatte es gerade noch so geschafft, den Zaun wieder zu öffnen und die Stute sicher auf die Koppel zu geleiten. Sie war so schnell, dass wir nicht einmal sehen konnten, wen ich da eigentlich im Stall vergessen hatte. Ich denke, es war Lalinga, aber Lia meint, es könnte auch Lavanda gewesen sein. Wir werden es  wohl nie erfahren, aber auf dem Rückweg zu Stall ist uns glücklicherweise kein weiteres Fjordie entgegen gekommen.

Im weiteren Verlauf des Vormittags ist Lia wieder Ferdinand geritten und ich habe meine fotografischen Fähigkeiten gezeigt. Und ich muss sagen, es sind recht passable Bilder entstanden. Allerding war der arme Ferdinand von meinen Paparazzi-Tätigkeiten ein wenig abgelenkt und so suchte ich mir neue Models, die ich in Szene setzen konnte. (Das hat zugegebener Maßen  nur so halb gut funktioniert, aber ein, zwei Schnappschüsse sind mir doch gelungen).

Ich bin schon sehr gespannt auf nächste Woche, da wir da dann verstärkt unsere Nikolausaktion in der Grundschule in Liebstadt vorbereiten werden.  Das könnte sehr amüsant werden.

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Ökos machen Kleidung

13.11.-17.11.2017

Hallo an alle Hobby-Ökos dort draußen!

Wie versprochen berichte ich diese Woche von unserem 2. Seminar. Dieses fand auf dem Kinderbauerngut Langstriegis bei Frankenberg (in der Nähe von Chemnitz) statt. Erst einmal muss ich sagen, dass es mir auf dem Kinderbauerngut richtig, richtig gut gefallen hat. Das Kinderbauerngut ist ein Bauernhof mit integrierter Jugendherberge. Der Hof hat sich darauf spezialisiert, Kindern (hauptsächlich Grundschülern) das Leben auf dem Bauernhof, insbesondere das Leben mit den Bauernhoftieren, näher zu bringen. Und Tiere haben sie dort eine Menge, was natürlich auch mich sehr erfreute. Dort leben unter anderem Pferde, Esel, Schafe, Ziegen, Schweine, Gänse, Hühner und sehr verschmuste Katzen. Zwei der Schweine und einige Hühner können sich sogar frei auf dem ganzen Hofgelände bewegen - sehr zu Freude aller, da die kleine Rosine und Paula (die beiden Schweine) echt goldig sind.

FÖJ 2017/18Aber wir waren dort natürlich nicht nur zum Tiere streicheln. Es wurde auch wieder viel nachgedacht, diskutiert, erarbeitet und auch gelacht. Allerdings merkt man, dass die Einrichtung eigentlich auf Grundschüler ausgelegt ist - es gab endlich Waschbecken auf meiner Höhe.

Das Seminar lief unter dem großen Thema „Ökologie in meinem Alltag“ und für uns, meine Gruppe und mich, stand das Thema „Kleidung“ im Mittelpunkt. Dies ist das Seminar, das meine Kollegen Antonia, Marleen, Walter und Elias und ich vorbereiteten, sodass es für unsere Teilnehmer eine informative, abwechslungsreiche und spannende Woche wurde.

Nachdem wir am Montag das übliche Begrüßungsritual und die Belehrung hinter uns hatten, ging es auch schon in den einzelnen Seminargruppen los. Montag war mein Tag. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, die Einleitung zu gestalten. Mein Ziel war es, dass unsere Teilnehmer sich ein erstes Mal mit dem Thema Ökologie und Kleidung auseinandersetzen und in die Materie hinein finden. Dabei habe ich sie mit Fragen bombardiert, wie zum Beispiel: „Was macht du mit alter oder kaputter Kleidung?“ oder „Achtest du beim Kauf neuer Kleidung auf die Herkunft / Herstellung und / oder nur auf den Preis?“

Danach wurde es schon etwas praktischer. Wir hatten auf dem Kinderbauerngut die Möglichkeit zu weben (sowohl an einem großen Webstuhl als auch an kleinen Webrahmen), zu filzen und zu spinnen. Am Nachmittag hat uns dann Marleen  unter dem Punkt „Vegane Kleidung“ alternative und vegane Stoffe vorgestellt, aus denen ebenfalls Kleidung hergestellt werden kann. Wusstet ihr, dass man aus den Blättern der Ananas, aus Sojasprossen oder Algen Kleidung herstellen kann? Abends hatten wir natürlich auch ein bisschen Freizeit. Und was machen FÖJler in ihrer Freizeit? Richtig: Tischkickern. Dabei musste ich auf die harte Tour lernen, dass ich eine echte Niete bin, denn gegen Lia hat niemand eine Chance. Auch beim Tischtennis spielen glänzte ich leider nicht so wirklich, aber Lia hatte in Antonia einen würdigen Gegner gefunden.

FÖJ 2017/18Am Dienstag beschäftigten wir uns mit der Herstellung und der Herkunft unserer Kleidung. Da dies ein wirklich sehr umfangreiches und komplexes Thema ist, haben wir uns fachkundige Unterstützung geholt. Sara Liebsch und Marlen Neumann vom Verein „Aha- Anders handeln e.V.“. brachten uns diese durchaus ernste Thematik sehr anschaulich näher. Es wurde viel diskutiert und vor allem der Film „Der Preis der Mode“ brachte uns alle zum Nachdenken. Wir haben aus diesem Workshop wirklich viele neue Erkenntnisse erhalten und ich kann euch zukünftigen FÖJlern diesen Workshop nur empfehlen. Den Nachmittag gestaltete dann Antonia mit der Frage, ob Markenklamotten besser sind als Nicht-Markenklamotten.

Der Mittwoch begann für mich um Punkt 7.30 Uhr mit dem Füttern der vielen Tiere. Man hatte uns angeboten, beim Füttern der Tiere mitzuhelfen und das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Den restlichen Mittwoch haben wir dann mit Re- und Upcycling verbracht. Konkret hieß das, aus alten Klamotten neue Dinge machen. Fachkundig unterstützt wurden wir dabei von Anett, der Mama von Walter. Lia und ich hatten uns an einem Stoffbeutel versucht, und ich muss sagen, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es sind zwei echte Unikate entstanden.

Am Donnerstag wurde es dann historisch. Wir besuchten das Esche-Museum in Limbach- Oberfrohna, in welchem die Geschichte der Strumpf- und Handschuhwirkerei ausgestellt ist. Im Anschluss daran informierte Elias uns über die verstecken Schadstoffe, die sich in unserer Kleidung befinden, und deren Folgen für Mensch und Natur. Am Abend gab es dann unsere märchenhaft schöne Wochenrückblickshow. In dieser stellen die Gruppen sich gegenseitig in sehr künstlerischer Form ihre Arbeiten der Woche vor.

Freitags hieß es schon wieder Abschied nehmen. Es war eine wirklich schöne Woche. Wir FÖJler wachsen als Gruppe immer mehr zusammen. Es macht Spaß, sich mit den andern zu unterhalten, Erfahrungen auszutauschen und einen Marathon im Tischtennis auszutragen. Ich freue mich sehr auf das nächste Seminar und hoffe, dass es dort auch einen Tischkicker und eine Tischtennisplatte gibt. Ich muss schließlich üben.

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Wasser marsch!

06.11.-10.11.2017

Hallo liebe Freunde!

Die Woche begann für uns mit einer traurigen Nachricht. Wir haben den guten Valør als überaus freundliches und liebenswürdiges Pferd kennengelernt und obwohl wir ihn „nur“ 2 Monate kannten, ist er uns wirklich sehr ans Herz gewachsen. Dementsprechend groß war die Trauer über sein Ableben auch bei Lia, Manuela und mir. Wir vermissen ihn. Aber, wie man bereits in seinem wunderschönen Nachruf lesen konnte, lebt er in seinen nicht weniger freundlichen und liebenswürdigen Söhnen und Töchtern weiter.

FÖJ 2017/18Dieser Gedanke hilft uns bei unserer Arbeit, denn diese muss auch in betrübten Zeiten weitergehen.
Und trotz gemischten Gefühlen hatten wir am Montag schon wieder ein bisschen Grund zu lachen. Denn fast hätten wir aus dem „kleinen“ Valentino und Valerio See-Fjordpferdchen gemacht. Aber alles der Reihe nach.

Der Montag startete für uns wie gewohnt. Erst brachten wir alle Pferde auf die Weide und dann wurde kräftig ausgemistet. Die Boxen der beiden Junghengste Valentino III und Valerio misten wir meist zum Schluss aus. Als dies dann auch erfolgreich erledigt war, musste nur noch frisches Wasser aufgefüllt werden. Gesagt, getan. Wasser marsch. Und da das Auffüllen immer ein Stück dauert, dachten wir uns, wir könnten in der Zwischenzeit bereits Dark Beauty und Ferdinand von der Weide holen und putzen. Und das Wasser lief und lief und lief. Nach einer guten Dreiviertelstunde bemerkte Manuela, dass wir womöglich etwas vergessen haben könnten. Panisch liefen Lia und Manuela zum Hengststall, um das Ausmaß der Katastrophe zu begutachten. Und tatsächlich stand der Hengststall ein bisschen unter Wasser. Als Lia die Sache nun Herr Vogel beichtete, wünschte dieser uns nur ein fröhliches Ausmisten und versicherte uns, dass wir nicht die ersten seien, denen das passiert ist. Trotzdem war die Sache sehr ärgerlich, da wir gerade alles frisch eingestreut hatten. Mit Schaufeln, Besen und Schubkarren bewaffnet konnten wir etwas Stroh retten und das Wasser bestmöglich aus dem Stall befördern, sodass Valerio und Valentino nicht schwimmen mussten und wieder eine schöne, kuschelig warme und vor allem trockene Box hatten.

FÖJ 2017/18Am Dienstag verfolgten wir dann wieder unser aller Lieblingstätigkeit: Holz spalten und stapeln. Und wir waren wirklich produktiv, wir spalteten alles weg, was ging. Die Pferde wurden natürlich auch nicht vernachlässigt. Lia hat es sogar auf den Rücken des guten Ferdinands verschlagen. Ich finde, die beiden geben ein schönes Gespann ab und Lia ist sogar zu Höherem berufen, aber dazu mehr, wenn es soweit ist. Auch für Dante wurde es am Dienstag ernst. Er soll jetzt nämlich so richtig rittig gemacht werden. Er hat sich auch schon mit Lia angefreundet.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Pferde. Wir haben es tatsächlich geschafft, mit Ferdinand, Dark Beauty, Dante, Lalelu und Lavanda zu arbeiten. Ich hab mich natürlich sehr gefreut, wieder mit „meinen“ Ponys zu arbeiten.  Aber auch Dark Beauty macht wirklich gute Fortschritte unter dem Sattel. Ich bin ganz begeistert von seiner reiterlichen Entwicklung, auch wenn er zurzeit meint, mich ärgern zu müssen. Aber ich gebe natürlich mein Bestes und lasse mich nicht ärgern, auch wenn das nicht immer einfach ist.

Ab Donnerstag waren Manuela und ich nur noch zu zweit, da Lia ihre Feiertage nachholte. Aber wir bewältigten die tägliche Stallarbeit natürlich mit Bravur. (Wie immer.) Allerdings müsste man meinen, wir hätten aus dem Vorfall  vom Montag gelernt und würden jetzt besser auf das Wasser aufpassen. Naja, dieses Mal hat es zum Glück nur den Auslauf des Paddocks im Hof getroffen. Der Freitag lief dann genau so ab, wie der Donnerstag, nur dass wir zwischendurch noch ein paar Baumscheiben Mulchen konnten und den Sand vom Rand des Longierzirkels wieder in die Mitte geharkt haben. Obwohl die Woche von diesem traurigen Ereignis überschattet wurde, haben wir doch wieder jede Menge geschafft.

Nächste Woche heißt es wieder: Hurra, hurra Seminar! Natürlich werde ich wie immer live und in Farbe berichten, immerhin ist es das Seminar von meiner Gruppe und mir. Das kann ja was werden.

In diesem Sinne: Au revoir mes amis!
Eure FÖJlerin Madeline

Schönheit beginnt mit schönem Haar

30.10.-03.11.2017

Hallo Freunde des stürmischen Wetters!

Ich hoffe, der Sturm hat euch nicht weggepustet. Wir hier in Großröhrsdorf haben das Sturmtief auch soweit gut überstanden. Da Manuela diese Woche Urlaub hatte und Lia aufgrund des Sturms im tiefsten Westen Deutschlands festsaß, musste ich FÖJ-Power für 3 aktivieren. Daher herrschte auch ein bisschen Ausnahmezustand auf dem Landgut. Nicht nur, dass ein kleiner Baum in den Sandauslauf des großen Laufstalls gekippt war und eine Pfütze so groß wie die Talsperre Pöhl den Auslauf überflutete, nein, der Sturm hatte auch noch meinen mühsam aufgehängten Streifenvorhang  heruntergeweht.

FÖJ 2017/18Aber von so ein bisschen Wind lassen wir uns doch nicht unterkriegen. So war ich dann den Tag über mit misten beschäftigt und als am Nachmittag Lia auch noch eintraf, stießen wir erst einmal mit Frau Kemper auf den überstandenen Sturm an. Am Dienstag, dem Feiertag, waren wir natürlich auch am Landgut, schließlich wollen die Pferde auch an Feiertagen Futter und ein gemachtes Bett. Also hieß es: die ganzen Pferde auf die Koppel bringen und misten bis die Gabeln glühen. Da ist man schon ein ganzes Stück beschäftigt, gerade wenn es um den großen Laufstall geht.

In den folgenden Tagen veränderte sich unser Tagesablauf wenig bis gar nicht. Das heißt konkret: Morgens die Pferde rausbringen, ausmisten, mit diversen Pferden arbeiten, Pferde wieder reinholen. Wenn dann zwischendurch doch mal Zeit ist, kommt ein bisschen Abwechslung ins Spiel. Am Mittwoch haben wir dann nämlich die heruntergefallenen Streifenvorhänge wieder aufgehängt. Mit einem Hammer, Lias fachmännischer Hilfe und ohne Fjordies im Laufstall war dies dann auch blitzschnell erledigt.

Am Donnerstag wurden wir wieder mit Mähnen schneiden beauftragt. Diesmal waren die Fohlen wieder an der Reihe. Da müssen sie leider durch, immerhin wollen sie aussehen wie echte Norwegische Fjordpferde. Deswegen muss sich die Mähne schon im jungen Alter ans aufrechte Stehen „gewöhnen“. Hier auf dem Landgut ist Mähnen schneiden, neben ausmisten, Pferde putzen, longieren, Holz spalten und Holz stapeln, eine der häufigsten Tätigkeiten von uns FÖJlerinnen. Daher möchte ich in dieser Woche diese wichtige Tätigkeit etwas näher beleuchten.
FÖJ 2017/18Eine schöne Stehmähne gehört, wie gesagt, einfach zu einem Fjordpferd dazu. Sie sollte möglichst nicht umkippen und auch nicht ausgefranst oder zerzaust sein. Natürlich hat jedes Pferd eine eigene Mähnenstruktur, das heißt, bei manchen Pfaden kippt die Mähne schneller als bei anderen. So stehen zum Beispiel die Mähnen von Lalinga und Lalelu wie eine eins, während die von Laerke und Valør selbst im kurzen Zustand schon ein wenig umkippen. Dann gibt es noch Mähen vom Typ „buschig und zerzaust“, so wie bei Lavanda. Aber auch das stellt kein Problem dar, wenn man die richtigen Tricks kennt.

Aber man schneidet die Mähe natürlich nicht irgendwie, sondern es gibt gewisse „Regeln“, an die man sich besser halten sollte. Erst einmal  kürzt man die Mähne auf ca. eine Hand Breit über dem Mähnenkamm. Dabei sollte man versuchen, den Bogen des Halses herauszuschneiden, das bedeutet, dass am Genick und am Wiederrist ein bisschen kürzer geschnitten wird, damit die Mähne eben einen schönen runden Bogen bekommt. Jetzt wird es tricky. Die Mähne bei den Fjordies besteht in der Mitte aus einem schwarzen Teil, der sich dann auf dem Rücken als Aalstrich fortsetzt, und einem weißen Teil, der das Schwarze in der Mitte begrenzt. Nun schneidet man das Weiße etwas kürzer, sodass der schwarze Streifen darüber hinausragt. Dabei darf der schwarze Teil nur einen Zentimeter über dem Weißen herausragen, sodass, ich zitiere: „die nicht ganz so aussehen wie Urpferde“ (Marko Vogel). Ich muss zugeben, dass ich das die letzten Male nicht ganz richtig gemacht habe. Bei mir war der schwarze Streifen immer breiter als ein  Zentimeter. Aber ich habe noch viel Gelegenheit zum Üben. Die Mähne sollte nämlich ca. alle 2 Monate geschnitten werden und nächste Woche sind die Hengste dran.

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Und es ist schon wieder Winter…

23.10.- 27.10.2017

Hallo liebe Freunde der kalten Jahreszeit!

Das Wetter ist schon komisch. Letzte Woche konnte man noch im T-Shirt longieren und in dieser war Regenjacke angesagt. Auch wenn wir es nicht wahr haben wollen: es geht straff auf den Winter zu. Deshalb wurden diese Woche allerhand Maßnahmen getroffen, um bestens für den Winter gewappnet zu sein.

FÖJ 2017/18So verbrachte ich den Montag neben meiner täglichen Arbeit mit den Pferden damit, Streifenvorhänge am Eingang des großen Laufstalls anzubringen. (Streifenvorhänge sind breite, stabile Kunststoffstreifen, die verhindern, dass Wind und Kälte in den Stall dringen, aber den Pferden gleichzeitig ermöglichen, nach draußen zu gehen, wann immer sie möchten.) Das klingt erst mal nach keiner schwierigen Aufgabe, allerdings sind die Halterungen für die Vorhänge in unerreichbarer Höhe. Zumindest für mich. Lia konnte am vorherigen Wochenende schon welche anbringen. Sie hat die erforderliche Mindestgröße für diese Arbeit - ich leider nicht. Aber was tun, wenn man nicht „ran kommt“? Ganz einfach - Trick 17: Man hole sich ein kleines Heugebund und benutzte es als „Fußbank“.  Gesagt, getan. Nur leider hatte ich die Rechnung ohne die Fjordies gemacht. Die meinten nämlich an meiner „Fußbank“ herumfressen zu müssen und mir so die Arbeit zu erschweren. Die Neugier dieser Tiere ist einfach nicht zu bremsen. Letztendlich hatte ich alle Streifenvorhänge angebracht und freute mich darüber, dass die Fjordies nun einen geschützten Stall haben. Doch leider hatte ich nicht bedacht, dass sie sich erst einmal an die Vorhänge gewöhnen müssen. Die Fohlen haben so etwas ja noch nie gesehen. Daher haben sie sich erst einmal nicht getraut, hindurch zu gehen und waren somit sowohl im Innen-, als auch im Außenbereich des Laufstalls „gefangen“. Erst als dann ein Streifenvorhang wieder abgenommen wurde, kam es zur großen Wiedervereinigung zwischen Fohlen und Mutterstuten. Die armen Fjordies haben es echt nicht leicht mit mir.

Am Nachmittag wartete dann noch eine ganz besondere Aufgabe auf uns: Wir sollten das GTA Streuobstwiese mit den Kindern in der Grundschule durchführen. Aber auch diese meisterten wir mit links. Die Kinder sind echte Künstler. Wir haben schöne Bilder gebastelt, auf denen die Tiere der Streuobstwiese zu sehen sind.

FÖJ 2017/18Auch am Dienstag wurden wintervorsorgende Maßnahmen getroffen: Holz wurde gespalten (leider ohne mich) und Boxen eingestreut.  Außerdem haben wir natürlich wieder mit Lalelu und Lavanda (die beiden sind echte Streber) und Ferdinand und Dark Beauty gearbeitet.

Da wir beim letzten Mal  nicht alle Pferde geschafft hatten, war am Mittwoch der Hufschmied noch einmal da, um auch die restlichen Pferde winterfest zu machen. Diesmal war ich die Auserwählte, die die Pferde festhalten sollte. Manuela und Lia waren wieder fleißig mit Holzspalten und -stapeln beschäftigt. Mit der Begründung: „Mann muss den Schmied ja bei Laune halten“ hatten wir dieses Mal alle zusammen eine kleine Frühstückspause mit Kaffee, belegten Broten und Weihnachtsgebäck. Wie gesagt: der Schmied könnte ruhig öfter kommen.

Der Donnerstag verlief dann wieder wie gewohnt. Ein Großteil der Pferde steht jetzt bereits die Nacht über im Stall, das bedeutete für uns erst mal gründlich ausmisten. Da ist man morgens schon ein ganzes Stück beschäftigt. Danach hieß es für mich wieder „Pferde fertig machen“ und für Manuela und Lia Holzspalten und -stapeln. Immerhin wollen wir es im Winter schön warm haben. Da das Wetter, vor allem nachts, immer unschöner wurde, holten wir Donnerstagnachmittag alle Pferde in den Stall. Das bedeutete für uns am Freitagmorgen: noch mehr Mist. Aber auch wenn das Ausmisten wirklich anstrengend ist, ist es wichtig und gehört nun einfach dazu. So waren wir den ganzen Vormittag gut beschäftigt. Für um 11 war dann unsere wöchentliche Teambesprechung inklusive Brunch angesetzt. In diesen Besprechungen bereden wir, was die vergangene Woche alles geschafft wurde und was in der kommenden Woche noch alles ansteht.

Ich würde sagen, wir waren diese Woche wieder echt produktiv. Wie immer eben. Und ich glaube, das wird sich nächste Woche auch nicht ändern.

In diesem Sinne, bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

Von Katzenjammer und großer Mühe

16.10.- 20.10.2017

Hallo ihr Lieben!

Diese Woche überschlagen sich die Ereignisse regelrecht. Allerdings habe ich den Montag trotz des schönen Wetters drinnen verbracht. Auch war ich nicht auf dem Landgut, sondern in Freiberg, im Büro der Grünen Liga. Meine Seminargruppe und ich hatten unser Vorbereitungstreffen für unser Seminar im November. Bei diesem Treffen haben wir unsere eigenen bisherigen Vorbereitungen vorgestellt, weiter am Seminarplan gefeilt und letzte Änderungen vorgenommen. Nun müssen wir noch selbständig an unseren Seminar-Projekten arbeiten und dann steht unserem Seminar nichts mehr im Weg.

FÖJ 2017/18Als ich dann Montagnachmittag in unserer FÖJ-WG ankam, hatten Lia und Manuela mir einiges zu berichten. Vor allem die frohe Kunde über Nachwuchs begeisterte mich sehr. Vier supersüße Katzenbabys tapsten nun im Stall umher.
Dienstagmorgen musste ich sie mir natürlich gleich anschauen und Manuela und Lia haben nicht zu viel versprochen: die Mietzen sind wirklich supersüß. Und alles könnte so perfekt sein, aber nicht nur wir, sondern auch die Hunde, die es hier in der Umgebung gibt, haben kleine Katzen wortwörtlich zum Fressen gern. Das konnten wir natürlich nicht zulassen und hatten immer ein Auge auf die Kleinen. Aber früher oder später würden sie anfangen, das Landgut zu erkunden und spätestens dann könnte es für die Kitten gefährlich werden. So ließen wir unsere Kontakte spielen und suchten nach Interessenten für die Mietzen. Manuela ist es tatsächlich gelungen, jemanden für die Babys zu finden und so konnten sie alle vier am Samstag in ihr neues Zuhause umziehen.

Ansonsten lief am Dienstag alles wie gewohnt. Lalelu und Lavanda machen weiterhin große Fortschritte in ihrer Ausbildung. Herr Vogel reitet sie mittlerweile ohne meinen Beistand am Boden. Und auch Dark Beauty macht sich inzwischen richtig gut unter dem Sattel. Mich hat es diese Woche ebenfalls auf den Pferderücken verschlagen. Laerke wurde mir als Partnerin zu Seite gestellt und mit ihr gemeinsam konnte ich ein wenig mein reiterliches Können auffrischen.

Ab Mittwoch waren Lia und ich leider nur zu zweit, da Manuela sich aus gesundheitlichen Gründen ein bisschen schonen musste. Daher konnte sie leider nicht beim Holzspalten dabei sein. Ja, ihr habt richtig gehört: Wir haben (endlich!!!) wieder Holz gespalten. Auch der Donnerstag begann mit unserer Lieblingstätigkeit. Damit waren wir den ganzen Vormittag beschäftigt und wir haben wirklich ein ganzes Stück geschafft. Jetzt müssen wir wieder warten, bis neues Holz gesägt wird.

FÖJ 2017/18Vor der Mittagpause brachen dann noch einmal rodeoartige Zustände aus. Wie im wilden Westen haben wir drei Jungstuten vom einen Ende des Landguts zum anderen getrieben und mit der großen Fjordherde vergesellschaftet. Eine wirklich spannend Sache. Am Nachmittag wurde dann wieder mit Dark Beauty und Ferdinand gearbeitet.
Der Freitag nahm ebenfalls seinen gewohnten Gang. Lalelu, Lavanda, Ferdinand und Dark Beauty wurden longiert und geritten, während Lia sich um das Grünfutter kümmerte. Was ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen sollte, ist, dass die Fjordfohlen seit dieser Woche Namen besitzen, die wir mit aussuchen durften. Allerdings sind sie, denke ich, noch nicht offiziell. Aber sie werden bestimmt bald auf der Seite des Landguts erscheinen. Bis dahin bleibt es spannend.

Da wir drei FÖJ-Mädels alle über 18 Jahre sind, arbeiten wir auch ab und zu am Wochenende. Für Lia und mich war es dieses Wochenende so weit. Die Arbeit am Wochenende ist zurzeit noch ein bisschen entspannter, da der Großteil der Pferde nachts noch auf der Weide ist. So verbrachten Lia und ich den Samstag mit Holz stapeln, Katzenbabys einfangen und diverser Stallarbeit.

Am Sonntag wurden dann Dark Beauty und Ferdinand wieder longiert und geritten. Außerdem hatten sich für den Nachmittag Kaufinteressenten angemeldet. Deswegen hatten Lia und ich die Aufgabe, drei der Fjordstuten so richtig schick schön zu machen. Wir haben uns wirklich allergrößte Mühe gegeben und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Ich bin wirklich gespannt, wie sich die Interessenten entscheiden werden.

In diesem Sinne, bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

Zwischen Holz und Hufen

09.10.-13.10.2017

Hallo liebe Naturfreunde!

Diese Woche war ganz schön was los auf dem Landgut. Der Montag stand wieder ganz im Zeichen des Holzes. Wir betrieben intensive Waldarbeit. Das ist zwar nicht das gleiche wie Holz spalten, aber zumindest hat es mit Holz zu tun (Wir hatten schon Entzugserscheinungen). Während die Männer sich um die großen Bäume kümmerten, kümmerten wir uns um die kleinen. Unsere Aufgabe bestand darin, die Ränder des Weges von kleinen Bäumen und Ästen zu befreien, damit der Traktor ohne Probleme den schmalen Weg passieren kann.

FÖJ 2017/18Im weiteren Verlauf des Vormittags benötigten die Männer dann doch noch unsere FÖJ-Power. Ein Stahlseil musste nachgegeben werden. Aber alles der Reihe nach. Die Aufgabe der Männer bestand darin, kranke und von Käfern befallene Bäume mit Hilfe eines Traktors und einer extra dafür vorgesehenen Vorrichtung, mit einem Stahlseil, herauszuziehen. Und dieses Stahlseil musste eben nachgegeben werden. Klingt erst mal einfach; wäre es vielleicht auch, wenn die Bäume nicht an einem Berg mit nahezu 90% Steigung stehen würden. Okay, ich muss zugeben, es sind nicht ganz 90%, aber es ist schon sehr steil, und felsig und rutschig. Daher galt äußerste Vorsicht. Aber mit vereinten Kräften haben wir die Bäume aus dem kritischen Bereich gezogen bekommen und sind unbeschadet aus dem Wald zurückgekehrt. Am Nachmittag kehrte ein wenig Routine ein. Manuela und Lia schnappten sich die Motorsense und ich longierte den guten Ferdinand.

Am Dienstag trat wieder Normalität ein. Ich hatte alle Hände voll zu tun mit Lalelu und Co - trotz des miesen Wetters. Meine Befürchtungen von letzter Woche haben sich übrigens nicht bestätigt. Ich musste nicht  vom einen Ende des Landguts zum anderen laufen, um die Stuten einzeln herein zu holen. Wir haben gleich die ganze Herde hereingetrieben. Das hatte nur Vorteile. Ich musste nicht so viel laufen und wir konnten gleich noch die Halfter der Fohlen richten und die beiden „Wilden“ ein bisschen „zähmen“. Am Nachmittag wurden sie dann natürlich wieder in die Freiheit entlassen.
FÖJ 2017/18Für den Mittwoch hatte sich der Hufschmied angemeldet. Auch an diesem Tag haben wir die ganze Herde in den Stall getrieben. Ein Fjordie nach dem anderen bekam eine Pediküre, auch die Fohlen, und Ferdinand bekam sogar neue Schuhe. Die durfte er dann auch gleich beim logieren mit mir ausprobieren. An dieser Stelle muss ich einmal anmerken, dass Ferdinand ein echt super Pferd ist (Man kann ihn übrigens auch kaufen). Während Lia dem Schmied half und ich longierte, mähte Manuela fleißig den gesamten Hinterhof, sodass nun alles wieder schick schön aussieht. Zur Feier des Tages hatte Herr Thömel dann den Grill angeworfen und es gab leckere Würstchen zum Mittag. Die hatten wir uns verdient. Da könnte der Schmied ruhig öfter kommen.

Am Donnerstag wurde es dann ernst für Lavanda und Lalelu. Reiten war angesagt und  Herr Vogel hatte die Ehre. Erst im Schritt an der Longe, dann im Trab und schließlich konnten wir die Longe sogar ganz weglassen. Es hat super gut geklappt mit den beiden und ich bin wirklich begeistert über diese Fortschritte. Aber sie sind natürlich lange noch nicht fertig eingeritten.
Auch unsere beiden scheuen Fohlen machen Fortschritte. Sie merken langsam, dass Streicheleinheiten nicht unbedingt schlecht sind und Fohlen streicheln ist ja jetzt auch keine schlechte Aufgabe für uns. Nachmittags wurden wieder Schere und Kamm geschwungen - diesmal beim „kleinen“ Valentino (= Valentino III) Er hat es mehr oder weniger begeistert über sich ergehen lassen, aber dafür sieht er jetzt wieder hübsch aus.

Am Freitag hatte ich, wie der Name schon sagt, frei. Aber Manuela und Lia haben natürlich die Stellung auf dem Landgut gehalten. Nun war es Lias Aufgabe mit den Pferden zu arbeiten und laut ihrer Berichterstattung hat das auch bestens funktioniert.
Ich finde, das war eine durchaus produktive Woche. Hoffentlich bleibt das Wetter gut, sodass wir in der kommenden Zeit genauso viel schaffen.

Bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

„Saubermachen gehört ins Reich der Notwendigkeit“ - Walter Ludin

2.10.- 6.10.2017

Hallo liebe Naturbuschen und Pferdemädchen!

Diese Woche war wohl bisher eine der entspannteren auf dem Landgut. Vielleicht lag es am Feiertag, vielleicht auch am schlechten Wetter. Wer weiß das schon. Auf jeden Fall haben wir diese Woche sehr viel geputzt.

FÖJ 2017/18Am Montag hatte ich frei. Da der Tag der Deutschen Einheit ein Dienstag ist, haben Lia und ich unseren Feiertag vorgezogen beziehungsweise nach hinten geschoben, um eine verlängertes Wochenende zu haben. Da wir einen längeren Anreiseweg haben, lohnt sich das für uns eher, als mitten in der Woche frei zu haben. Manuela spart sich ihren Feiertag auf.
So waren wir am Feiertag glücklich vereint und zur Feier des Tages brachten wir den Stall zum Glänzen. Großreinemachen und Streichen war angesagt. Den Vormittag verbrachten wir damit, die Gitterstäbe der Boxen zu schrubben. Nachmittags strichen wir dann die hintere Boxenwand mit Kalkfarbe. Dies dient einerseits der Hygiene, da die Kalkfarbe durch ihre besonderen Eigenschaften desinfizierend wirkt, andererseits auch der Verschönerung. Nachdem wir unsere Arbeit erfolgreich erledigt hatten, war der Stall blitzblank -  aber von uns konnte man das nicht behaupten…

Am Mittwoch nutzten die Männer das schöne Wetter, um im Wald Forstarbeiten zu verrichten. Wir wiederum betrieben Weidepflege. Weidedrähte mussten freigeschnitten werden, um im Winter vollkommen funktionstüchtig zu sein. Lia und Manuela schnitten wieder den vierten unteren Weidedraht frei und ich kämpfte mich mit Säge und Astschere durch den Urwald von Großröhrsdorf. Ganze Bäume habe ich gefällt. Okay, es waren nur kleine Bäumchen, aber die wuchsen zu nah am Zaun, sodass sie dessen Funktionalität beeinträchtigten.
FÖJ 2017/18Lia, die mittlerweile ein Meister an der Motorsense ist, hatte die Wiese im Handumdrehen fertig und wies mich anschließend in die Geheimnisse des Freischneiders ein. Der Nachmittag wurde wieder nass. Diesmal reinigten Lia und ich den kleinen Naturschutzteich. Allerdings mussten wir an diesem Tag hungrig zu Bett gehen, da wir nicht mit Anglerglück gesegnet waren.

Am Donnerstag  machte uns das Wetter einen  Strich durch die Rechnung. Es regnete.  Aber wir hatten trotzdem keine Langeweile. Im Gegenteil: unser Aufenthaltsraum hatte eine Grundreinigung mal  wieder nötig. Deswegen sortierten, räumten, wischten und saugten wir wild drauf los und fanden so einige interessante Dinge.  Als sich das Wetter am Nachmittag gebessert hatte, begannen Lia und ich am Rand des Longierzirkels das Unkraut zu bekämpfen, während Manuela die übrig gebliebenen Baumscheiben erweiterte.

Am Freitag hatte Lia frei und Manuela hatte Behördengänge zu erledigen. Deshalb bin ich an diesem Morgen allein zum Landgut gefahren. Nachdem ich die tägliche morgendliche Stallarbeit (2 Boxen ausmisten, da momentan alle anderen Pferde nachts noch auf der Weide sind) erledigt hatte, setzte ich meine Tätigkeit am Longierzirkel weiter fort. Als dieser dann vom Unkraut befreit war, schwang ich noch einmal die Pinsel und strich noch eine Box mit Kalkfarbe. Nach der Mittagspause trieben Herr Thömel und ich dann die große Fjordherde, bestehend aus 5 Stuten und ihren Fohlen, von der einen Weide auf die andere. Es ist ein wirklich beeindruckendes Bild, wenn sich die ganze Herde in Bewegung setzt und mit Vorfreude auf frisches Gras  auf die neue Weide galoppiert. Aber es gibt einen Nachteil daran, dass die Fjordies jetzt auf einer anderen Weide stehen: Immer wenn mit Laleleu oder Lavanda gearbeitet werden soll, muss ich bis ans andere Ende des Landguts laufen. Naja, jeder Gang macht schlank.

In diesem Sinne bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

Rodeo und Anglerglück

25.09.-29.09.2017

Hallo liebe Naturfreunde!

Diese Woche wurde es wild auf dem Landgut. Allerdings startete der Montag noch nicht ganz so wild. Schön gemütlich begannen wir sämtliches Lederzeug zu fetten. Klingt einfach, war es aber nicht so ganz. Denn die Trensen auseinander zu nehmen und zu fetten ist eine Sache, aber sie hinterher wieder richtig zusammen zu setzen, ist die andere. Kurz darauf war es dann meine Aufgabe, frisch gemähtes Grünfutter (Gras) zusammen zu rechen - bei schönstem Regenwetter. Aber bei Sonnenschein kann das ja jeder.

FÖJ 2017/18So richtig wild wurde es dann erst am Nachmittag. Die Fjordfohlen sollten zum ersten Mal aufgehalftert werden. Drei von ihnen ließen sich das auch ganz gut gefallen, die anderen beiden waren leider nicht so begeistert. Rodeoartige Zustände brachen aus. Doch dank dem Fachwissen und der Ausdauer von Herr Vogel und unserer Hilfe wurde auch diese Herausforderung erfolgreich gemeistert. 
Nach unserer spektakulären Einfangaktion ging es wieder etwas ruhiger zu. Während Lia die Fohlen schläfrig kraulte, putzen Manuela und ich wie die Weltmeister bis das Fohlenfell schön sauber war.

Am Dienstag hieß es für mich erst einmal wieder Pferde putzen und longieren. Am Nachmittag waren Lia und ich dann im Wald, um die Speicherkarten der Wildkameras auszutauschen. Die von den Kameras fernab der Wege aufgenommenen Fotos sind regelmäßig auf der Landgut-Homepage zu sehen.

Der Mittwoch lief ähnlich ab wie der Dienstag. Ich war wiederum vollkommen mit den Pferden beschäftigt, während Manuela und Lia die Weidedrähte freischnitten. Doch neben Lavanda und Lalelu  longierte ich zum ersten Mal ein Pferd, das kein Pony war. Dark Beauty und ich kannten uns natürlich schon und er ist auch ein super liebes Pferd, aber eben nicht ganz meine Größenordnung. Doch trotz des Höhenunterschieds funktionierte das Longieren mit ein wenig Unterstützung  wirklich gut.

FÖJ 2017/18Am Donnerstag hieß es: „Bitte lächeln!“, denn es war Fototag auf dem Landgut. Daher herrschte ein bisschen Ausnahmezustand, denn wir wollten uns natürlich von unserer besten Seite präsentieren. Aber Frau Imke, die auch die Webseite des Landguts betreut, hat uns gekonnt in Szene gesetzt und unsere Modelqualitäten zum Vorschein gebracht, sodass sicherlich sehr schöne Bilder entstanden sind. Ich bin gespannt auf das Resultat.
Am Nachmittag wurde es nass. Allerdings nicht, weil es regnete und auch nur für Manuela und Jakob. Der Naturschutzteich musste von Wasserpest und Co. befreit werden, was sich als nicht ganz so leicht herausstellte. Aber sie sind trocken geblieben und haben sogar unser Abendessen aus dem Teich geangelt. Nein, natürlich haben sie den kleinen Fisch wieder in die Freiheit entlassen. Ich denke, wir wären eh nicht satt geworden.

Irgendwie werden meine Berichte immer länger und ich weiß auch nicht, wie ich mich kürzer fassen soll, deswegen der Freitag in weniger Worten: Pferde geputzt, longiert, Weidezäune freigeschnitten, ausgemistet, Teich gereinigt.

Bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

Das Seminar der Seminare

18.09.-22.09.2017

Hallo liebe Hobbyökos dort draußen!

In dieser Woche berichte ich euch live und in Farbe von unserem ersten Seminar in Frauenstein. Diese Seminare werden von unserem Träger, der Grünen Liga, organisiert und dienen zum Zweck der Umweltbildung. Allerdings kommt der Spaß nicht zu kurz. Ziel dieses Seminars ist die Planung unserer eigenen Seminare, die im Laufe eines FÖJ folgen.

FÖJ 2017/18Am Montag startet die Woche mit intensivem Kennenlernen. Alle FöJler stellen sich und ihre Einsatzstelle vor. Nach diesem intensiven Vorstellen wurden wir in drei kleinere Gruppen zu je 15 Mann eingeteilt, in denen wir unsere Seminare vorbereiten werden. Die Folgenden 3 Seminare beinhalten die Themen „Ökologie in meinem Alltag“, „Stadtökologie“ und „Spezifik einer Region“. Ich werde mich mit dem Thema  „Ökologie in meinem Alltag“ beschäftigen, während Lia und Manuela die „Spezifik einer Region“ untersuchen.
Dienstag  beschäftigten wir uns in unserer Gruppe intensiver mit der Thematik Ökologie im Alltag. Dabei ist das hier keinesfalls mit normalem Schulunterricht zu vergleichen. Es ist viel lockerer, entspannter und kreativer, aber keinesfalls weniger informativ.

Ein fester Bestandteil unsere Seminare sind gewisse „Spiele“, bei denen wir Köpfchen und Teamgeist an den Tag legen müssen und uns manchmal auch ganz schön zum Obst machen. (Eine sehr schöne Redewendung, die ich hier neu gelernt habe. Aber sie trifft es ziemlich gut.) So waren wir zum Beispiel Frösche, die mithilfe von viel zu wenigen Teppich-Seerosen einen Teich überqueren mussten. Oder hatten als Team einen 1,50m hohen gespannten Faden zu überwinden und wild gewordene Kühe im Spiel „Kuhstall“ einzufangen. Und das ist nur ein Bruchteil…
FÖJ 2017/18
Dienstagabend war der sogenannte „Kreativ-Abend“.  Dort konnten (oder mussten) wir unsere schauspielerischen Talente  unter Beweis stellen.  Unsere Stücke handelten natürlich von umweltrelevanten Themen, gepaart mit einer ordentlichen Portion Humor. Auch unsere Beteuer ließen sich allerhand Amüsantes einfallen. So bekamen wir Besuch von Prinzessin Lilifee, Darth Vader, Fred Feuerstein und einem Flamingo.
Nachdem wir den vorherigen Abend verarbeitet hatten, ging am Mittwoch die Seminarplanung so richtig los. In unseren 15er Gruppen wurden wir nochmals in drei 5er Gruppen unterteilt. Diese Gruppen sind nun verantwortlich für eine Seminarwoche. Unser Unterthema zu  „Ökologie im Alltag“ ist „Kleidung“ Wir haben schon viele gute Ideen für die Umsetzung, es soll ja schließlich nicht zu langweilig werden. Aber mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

Wie schon gesagt, kamen der Spaß und das Abenteuer hier keinesfalls zu kurz. Für abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten war bestens gesorgt. Es gab u.a. eine Tischtennisplatte, die eigentlich immer in Betrieb war, eine Seilbahn, die mich sehr faszinierte, einen Tischkicker, der Lias verborgene Talente an den Tag legte und ein Klavier, welches zwar ein wenig verstimmt war, aber trotzdem sehr schöne Musik von sich gab. (Also natürlich spielt das Klavier nicht von allein…)

FÖJ 2017/18Mittwochabend folgte auf unser gegrilltes Abendessen eine kleine Nachtwanderung zur Burgruine von Frauenstein mit anschließender Besichtigung. Die Burgruine ist traumhaft schön, besonders bei Nacht. Mit Fackeln bewaffnet machten wir uns auf die Spuren der Ritter und hörten interessante und witzige Geschichten. Dabei sind diese nächtlichen Besichtigungen nicht alltäglich, sondern nur für ganz besondere Gäste. So wie uns eben.
Donnerstag stand wieder komplett im Zeichen der Seminarplanung. Wochenpläne wurden erstellt, Referenten wie wild angerufen und Ausflüge geplant. Am Abend wurden dann unsere FÖJ Sprecher gewählt, quasi die Politiker unter uns FÖJlern. Sie vermitteln zwischen uns und unserem Träger und vertreten die Interessen des FÖJs im Bundesland Sachsen. Also ein höchst wichtiges Amt.

Nun war der Tag des Abschieds gekommen. Natürlich wurden wir nicht entlassen, ohne die Woche noch einmal so richtig auszuwerten.  Ich finde, das Seminar war wirklich schön, denn man lernt hier viele neue und lustige Leute kennen. Es macht echt Spaß, sich über die Arbeit und die Einsatzstellen auszutauschen. Allerdings freue ich mich auch darauf, mich Montagmorgen um Punkt 7 wieder in den Arbeitsalltag auf dem Landgut zu stürzen.

Eure FÖJlerin Madeline

Im Zeichen der Arbeitsteilung

11.09.- 15.09.2018

Hallo liebe Freunde der Natur!

Auch in die zweite Woche unseres FÖJs sind wir tatkräftig gestartet. Am Montag bewaffneten Manuela und ich uns mit Spaten und stachen Bäume ab. Keine Sorge, sie haben nicht lange gelitten. Aber nein, Spaß beiseite. Wir haben natürlich nicht die Bäume, sondern den Rasen um die Bauscheiben herum abgestochen, um eben besagte Baumscheiben zu erweitern. Allerdings wurde unsere Tätigkeit von Herr Thömel unterbrochen. Wir hatten endlich neues Holz zum Spalten. Am Nachmittag wurden wir abermals zum Mähnenschneiden bei drei Jungstuten beauftragt. Erst dachte ich, es würde wesentlich einfacher werden, als letze Woche bei den Stuten und ihren Fohlen. Dies stellte sich jedoch leider als Irrtum heraus. Auch sie haben uns das Arbeiten mit ihrer unglaublichen Neugier nicht gerade leicht gemacht. Aber Manuela und ich sind ja fast schon Profis.

FÖJ 2017/18Ab Dienstag herrschte Arbeitsteilung auf dem Landgut. Da uns das Holz zum Spalten am Tag zuvor ausgegangen war, hatte Jakob die ehrenvolle Aufgabe, neues für uns zu sägen. Lia und Manuela betrieben Weidepflege; im weitesten Sinne. Sie befreiten den untersten Weidedraht von Gras, damit dieser im Winter voll funktionstüchtig ist. Es ist äußerst wichtig, dass dieser Draht richtig funktioniert, da er die Wildschweine daran hindert, auf die Weide zu gelangen und diese zur Sau zu machen. Ich hingegen durfte beim Bewegen und Einreiten der Fjordpferde, oder  Fjordies, wie sie auch liebevoll genannt werden, helfen. Konkret hieß das: das richtige Pferd von der Weide holen, putzen, satteln, trensen und zum Teil longieren. Longieren war für mich zwar nicht neu, aber ich hatte es schon lange nicht mehr gemacht. Deshalb war ich froh, erst einmal in Lissla eine erfahrene Longierpartnerin gefunden zu haben. So klappte es dann später auch recht gut mit den beiden Jungspunden Lalelu und Lavanda. Am Nachmittag waren wir dann zum Glück endlich wieder vereint beim gemeinsamen Holz spalten.
Zum Mittwoch gibt es nicht viel zu berichten, denn er lief genauso ab wie der Dienstag. Nur einen Unterschied gab es: Ich hatte die Ehre, dem Bundesprämienhengst Valentino die Mähne hübsch zu machen. Jetzt ist der hübsche Hengst noch hübscher.
FÖJ 2017/18Donnerstag begannen Lia, Manuela und Herr Thömel gleich mit Holz spalten, während Jakob für Nachschub sägte. Doch anscheinend war er nicht schnell genug, kurze Zeit darauf waren die Mädels damit beschäftigt, Obstbäume anzubinden (Da muss man wirklich aufpassen bei jungen, wilden Obstbäumen - die sind wahre Meister im ausbüchsen).
Ich hatte wiederum allerhand mit den Fjordies zu tun. So langsam kann ich die Namen dem jeweiligen Pferd zuordnen. Auch die jungen Pferde machen bei Einreiten große Fortschritte. Es ist wirklich spannend zu beobachten, wie Lalelu und Lavanda innerhalb einer Woche lernten, einen Menschen auf ihrem Rücken zu akzeptieren.
Am Freitag war es Herr Vogel bereits möglich, ganze zwei Runden im Schritt auf Lalelu zu drehen. Und ich hatte das Vergnügen, sie zu führen. Ich weiß nicht, wer aufgeregter war, sie oder ich. Aber es lief alles ohne Komplikationen.  Manuela und Lia hatten nicht weniger nervenaufreibende Tätigkeiten zu verrichten. Beim Weidezaun freischneiden fanden sie ein prähistorisches Fossil: den Schädel eines männlichen Capreolus capreolus. Was man hier nicht alles findet.

Ihr seht, wir haben diese Woche wirklich viel geschafft. Der riesige Berg Holz ist fast schon besiegt. Doch leider müssen wir den Kampf gegen ihn für eine Woche unterbrechen, denn wir haben kommende Woche unser erstes Seminar.

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Ran an die Arbeit!

04.09.- 08.09.2017

Hallo an alle Pferdemädchen und Naturburschen dort draußen!

Im Jahr 2017/2018 haben Lia, Manuela und ich (Madeline, die mit dem Holz) die große Ehre, am Landgut Kemper und Schlomski unser Freiwilliges Ökologisches Jahr zu verbringen. Das FÖJ begann für uns am ersten September mit dem Kennenlernen unseres Trägers, der "Grünen Liga Sachsen e.V." und den anderen FÖJlern an der Naturschutzstation Herrenhaide in Burgstädt.

Nachdem alle Klarheiten beseitigt waren, ging es dann für uns am Montag den 4. September auf dem Landgut so richtig los. Als erstes wurden wir natürlich ausführlich eingewiesen und belehrt und haben unsere neuen Arbeitskollegen kennengelernt. Zu unserem Team gehören: Frau Kemper, Herr Thömel, Herr Vogel und der Projektleiter für Umweltbildung Herr Richter (aber wir nennen ihn Jakob).

FÖJ 2017/18Der erste Teil der Woche stand ganz im Zeichen der Obstbäume. Es ging ans Freischneiden der Baumscheiben auf der Streuobstwiese. Nachdem wir dann herausgefunden hatten was „Baumscheiben“ sind (Baumscheiben sind die  ca. 1m großen Bereiche um den Stamm der neu gepflanzten Obstbäumchen), ging die Unkrautbekämpfung auch schon los. Sämtliches Unkraut, das sich im Bereich der Baumscheibe befand, wurde von uns erfolgreich entfernt, sodass es für den jungen Obstbaum keine Konkurrenz mehr darstellt. Allerdings war dies nicht immer ohne schweres Gerät möglich, weshalb wir bereits an unserem ersten Tag mit einer Motorsense arbeiten durften.
Am Dienstag wurde eben diese Tätigkeit fortgesetzt. Nun jedoch nicht mehr auf der Streuobstwiese, sondern bei den Obstbäumen, die sich überall auf dem großen Areal des Landguts befinden. Mein persönliches Wochenhighlight folgte am Dienstagnachmittag. Manuela und ich wurden beauftragt, die Mähnen der Fjordpferde zu schneiden. Nachdem unser erster Versuch mit Valentino kläglich gescheitert ist, sollten wir uns an den Mähnen der Stuten auf der Weide versuchen. Dies funktionierte schon besser, jedoch wurde uns die Arbeit von 5 sehr neugierigen Fohlen erheblich erschwert. An allem musste herumgeknabbert werden. Wirklich an allem… ich wundere mich, dass meine Schnürsenkel noch ganz sind. Doch nach einiger Zeit hatten Manuela und ich den Bogen raus und ich war um die Erkenntnis reicher, dass ich besser kein Frisör werden sollte...
FÖJ 2017/18Am nächsten Tag stand wiederum die Pflege der Obstbäume im Vordergrund. Nun musste frischer Rindenmulch, der einerseits als Dünger dient, andererseits die Bäumchen vor dem Austrocknen schützt, um die freigeschnittenen Baumscheiben gestreut werden. Aber uns ist der Rindenmulch vorerst ausgegangen, deshalb wurden wir mit Herren Thömels „Lieblingstätigkeit“ vertraut gemacht: Holz spalten und stapeln.
Donnerstag war der Tag des Holzes für uns. Wir haben tatsächlich den ganzen Tag Holz gespaltet und gestapelt. Und ich finde, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Außerdem startete am Freitag auch das das Ganztagesangebot „Streuobstwiese“ in der Grundschule in Liebstadt, bei welchem Lia und Jakob den Kindern einen ersten Einblick in den Lebensraum Streuobstwiese gaben.

Ich finde, das war eine wirklich spannende Woche und ich bin sehr gespannt, was in der nächsten Zeit noch so auf uns zukommen wird. Eines kann ich nach der ersten Wochen mit Sicherheit jedenfalls sagen: man schläft hier wirklich sehr gut.

Eure FÖJlerin Madeline