Unser Freiwilliges Jahr am Landgut

 

Freiwilliges Ökologisches Jahr am LGKSDie Aufgaben in einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb sind vielfältig und ändern sich im Laufe der Jahreszeiten. Um einen Einblick zu geben, was das FÖJ an Aufgaben und Herausforderungen bereithält, wird das FÖJ-Jahr 2017/18 in einem Blog dokumentiert. Jede Woche fasst Madline die Erlebnisse der drei Mädchen in kurzweiligen Texten zusammen. Ob Umweltbildung, Streuobstpflege, Naturschutzprojekte oder der Umgang mit den Pferden: Langeweile kommt bei ihnen jedenfalls nie auf.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Zwischen Holz und Hufen

09.10.-13.10.2017

Hallo liebe Naturfreunde!

Diese Woche war ganz schön was los auf dem Landgut. Der Montag stand wieder ganz im Zeichen des Holzes. Wir betrieben intensive Waldarbeit. Das ist zwar nicht das gleiche wie Holz spalten, aber zumindest hat es mit Holz zu tun (Wir hatten schon Entzugserscheinungen). Während die Männer sich um die großen Bäume kümmerten, kümmerten wir uns um die kleinen. Unsere Aufgabe bestand darin, die Ränder des Weges von kleinen Bäumen und Ästen zu befreien, damit der Traktor ohne Probleme den schmalen Weg passieren kann.

FÖJ 2017/18Im weiteren Verlauf des Vormittags benötigten die Männer dann doch noch unsere FÖJ-Power. Ein Stahlseil musste nachgegeben werden. Aber alles der Reihe nach. Die Aufgabe der Männer bestand darin, kranke und von Käfern befallene Bäume mit Hilfe eines Traktors und einer extra dafür vorgesehenen Vorrichtung, mit einem Stahlseil, herauszuziehen. Und dieses Stahlseil musste eben nachgegeben werden. Klingt erst mal einfach; wäre es vielleicht auch, wenn die Bäume nicht an einem Berg mit nahezu 90% Steigung stehen würden. Okay, ich muss zugeben, es sind nicht ganz 90%, aber es ist schon sehr steil, und felsig und rutschig. Daher galt äußerste Vorsicht. Aber mit vereinten Kräften haben wir die Bäume aus dem kritischen Bereich gezogen bekommen und sind unbeschadet aus dem Wald zurückgekehrt. Am Nachmittag kehrte ein wenig Routine ein. Manuela und Lia schnappten sich die Motorsense und ich longierte den guten Ferdinand.

Am Dienstag trat wieder Normalität ein. Ich hatte alle Hände voll zu tun mit Lalelu und Co - trotz des miesen Wetters. Meine Befürchtungen von letzter Woche haben sich übrigens nicht bestätigt. Ich musste nicht  vom einen Ende des Landguts zum anderen laufen, um die Stuten einzeln herein zu holen. Wir haben gleich die ganze Herde hereingetrieben. Das hatte nur Vorteile. Ich musste nicht so viel laufen und wir konnten gleich noch die Halfter der Fohlen richten und die beiden „Wilden“ ein bisschen „zähmen“. Am Nachmittag wurden sie dann natürlich wieder in die Freiheit entlassen.
FÖJ 2017/18Für den Mittwoch hatte sich der Hufschmied angemeldet. Auch an diesem Tag haben wir die ganze Herde in den Stall getrieben. Ein Fjordie nach dem anderen bekam eine Pediküre, auch die Fohlen, und Ferdinand bekam sogar neue Schuhe. Die durfte er dann auch gleich beim logieren mit mir ausprobieren. An dieser Stelle muss ich einmal anmerken, dass Ferdinand ein echt super Pferd ist (Man kann ihn übrigens auch kaufen). Während Lia dem Schmied half und ich longierte, mähte Manuela fleißig den gesamten Hinterhof, sodass nun alles wieder schick schön aussieht. Zur Feier des Tages hatte Herr Thömel dann den Grill angeworfen und es gab leckere Würstchen zum Mittag. Die hatten wir uns verdient. Da könnte der Schmied ruhig öfter kommen.

Am Donnerstag wurde es dann ernst für Lavanda und Lalelu. Reiten war angesagt und  Herr Vogel hatte die Ehre. Erst im Schritt an der Longe, dann im Trab und schließlich konnten wir die Longe sogar ganz weglassen. Es hat super gut geklappt mit den beiden und ich bin wirklich begeistert über diese Fortschritte. Aber sie sind natürlich lange noch nicht fertig eingeritten.
Auch unsere beiden scheuen Fohlen machen Fortschritte. Sie merken langsam, dass Streicheleinheiten nicht unbedingt schlecht sind und Fohlen streicheln ist ja jetzt auch keine schlechte Aufgabe für uns. Nachmittags wurden wieder Schere und Kamm geschwungen - diesmal beim „kleinen“ Valentino (= Valentino III) Er hat es mehr oder weniger begeistert über sich ergehen lassen, aber dafür sieht er jetzt wieder hübsch aus.

Am Freitag hatte ich, wie der Name schon sagt, frei. Aber Manuela und Lia haben natürlich die Stellung auf dem Landgut gehalten. Nun war es Lias Aufgabe mit den Pferden zu arbeiten und laut ihrer Berichterstattung hat das auch bestens funktioniert.
Ich finde, das war eine durchaus produktive Woche. Hoffentlich bleibt das Wetter gut, sodass wir in der kommenden Zeit genauso viel schaffen.

Bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

„Saubermachen gehört ins Reich der Notwendigkeit“ - Walter Ludin

2.10.- 6.10.2017

Hallo liebe Naturbuschen und Pferdemädchen!

Diese Woche war wohl bisher eine der entspannteren auf dem Landgut. Vielleicht lag es am Feiertag, vielleicht auch am schlechten Wetter. Wer weiß das schon. Auf jeden Fall haben wir diese Woche sehr viel geputzt.

FÖJ 2017/18Am Montag hatte ich frei. Da der Tag der Deutschen Einheit ein Dienstag ist, haben Lia und ich unseren Feiertag vorgezogen beziehungsweise nach hinten geschoben, um eine verlängertes Wochenende zu haben. Da wir einen längeren Anreiseweg haben, lohnt sich das für uns eher, als mitten in der Woche frei zu haben. Manuela spart sich ihren Feiertag auf.
So waren wir am Feiertag glücklich vereint und zur Feier des Tages brachten wir den Stall zum Glänzen. Großreinemachen und Streichen war angesagt. Den Vormittag verbrachten wir damit, die Gitterstäbe der Boxen zu schrubben. Nachmittags strichen wir dann die hintere Boxenwand mit Kalkfarbe. Dies dient einerseits der Hygiene, da die Kalkfarbe durch ihre besonderen Eigenschaften desinfizierend wirkt, andererseits auch der Verschönerung. Nachdem wir unsere Arbeit erfolgreich erledigt hatten, war der Stall blitzblank -  aber von uns konnte man das nicht behaupten…

Am Mittwoch nutzten die Männer das schöne Wetter, um im Wald Forstarbeiten zu verrichten. Wir wiederum betrieben Weidepflege. Weidedrähte mussten freigeschnitten werden, um im Winter vollkommen funktionstüchtig zu sein. Lia und Manuela schnitten wieder den vierten unteren Weidedraht frei und ich kämpfte mich mit Säge und Astschere durch den Urwald von Großröhrsdorf. Ganze Bäume habe ich gefällt. Okay, es waren nur kleine Bäumchen, aber die wuchsen zu nah am Zaun, sodass sie dessen Funktionalität beeinträchtigten.
FÖJ 2017/18Lia, die mittlerweile ein Meister an der Motorsense ist, hatte die Wiese im Handumdrehen fertig und wies mich anschließend in die Geheimnisse des Freischneiders ein. Der Nachmittag wurde wieder nass. Diesmal reinigten Lia und ich den kleinen Naturschutzteich. Allerdings mussten wir an diesem Tag hungrig zu Bett gehen, da wir nicht mit Anglerglück gesegnet waren.

Am Donnerstag  machte uns das Wetter einen  Strich durch die Rechnung. Es regnete.  Aber wir hatten trotzdem keine Langeweile. Im Gegenteil: unser Aufenthaltsraum hatte eine Grundreinigung mal  wieder nötig. Deswegen sortierten, räumten, wischten und saugten wir wild drauf los und fanden so einige interessante Dinge.  Als sich das Wetter am Nachmittag gebessert hatte, begannen Lia und ich am Rand des Longierzirkels das Unkraut zu bekämpfen, während Manuela die übrig gebliebenen Baumscheiben erweiterte.

Am Freitag hatte Lia frei und Manuela hatte Behördengänge zu erledigen. Deshalb bin ich an diesem Morgen allein zum Landgut gefahren. Nachdem ich die tägliche morgendliche Stallarbeit (2 Boxen ausmisten, da momentan alle anderen Pferde nachts noch auf der Weide sind) erledigt hatte, setzte ich meine Tätigkeit am Longierzirkel weiter fort. Als dieser dann vom Unkraut befreit war, schwang ich noch einmal die Pinsel und strich noch eine Box mit Kalkfarbe. Nach der Mittagspause trieben Herr Thömel und ich dann die große Fjordherde, bestehend aus 5 Stuten und ihren Fohlen, von der einen Weide auf die andere. Es ist ein wirklich beeindruckendes Bild, wenn sich die ganze Herde in Bewegung setzt und mit Vorfreude auf frisches Gras  auf die neue Weide galoppiert. Aber es gibt einen Nachteil daran, dass die Fjordies jetzt auf einer anderen Weide stehen: Immer wenn mit Laleleu oder Lavanda gearbeitet werden soll, muss ich bis ans andere Ende des Landguts laufen. Naja, jeder Gang macht schlank.

In diesem Sinne bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

Rodeo und Anglerglück

25.09.-29.09.2017

Hallo liebe Naturfreunde!

Diese Woche wurde es wild auf dem Landgut. Allerdings startete der Montag noch nicht ganz so wild. Schön gemütlich begannen wir sämtliches Lederzeug zu fetten. Klingt einfach, war es aber nicht so ganz. Denn die Trensen auseinander zu nehmen und zu fetten ist eine Sache, aber sie hinterher wieder richtig zusammen zu setzen, ist die andere. Kurz darauf war es dann meine Aufgabe, frisch gemähtes Grünfutter (Gras) zusammen zu rechen - bei schönstem Regenwetter. Aber bei Sonnenschein kann das ja jeder.

FÖJ 2017/18So richtig wild wurde es dann erst am Nachmittag. Die Fjordfohlen sollten zum ersten Mal aufgehalftert werden. Drei von ihnen ließen sich das auch ganz gut gefallen, die anderen beiden waren leider nicht so begeistert. Rodeoartige Zustände brachen aus. Doch dank dem Fachwissen und der Ausdauer von Herr Vogel und unserer Hilfe wurde auch diese Herausforderung erfolgreich gemeistert. 
Nach unserer spektakulären Einfangaktion ging es wieder etwas ruhiger zu. Während Lia die Fohlen schläfrig kraulte, putzen Manuela und ich wie die Weltmeister bis das Fohlenfell schön sauber war.

Am Dienstag hieß es für mich erst einmal wieder Pferde putzen und longieren. Am Nachmittag waren Lia und ich dann im Wald, um die Speicherkarten der Wildkameras auszutauschen. Die von den Kameras fernab der Wege aufgenommenen Fotos sind regelmäßig auf der Landgut-Homepage zu sehen.

Der Mittwoch lief ähnlich ab wie der Dienstag. Ich war wiederum vollkommen mit den Pferden beschäftigt, während Manuela und Lia die Weidedrähte freischnitten. Doch neben Lavanda und Lalelu  longierte ich zum ersten Mal ein Pferd, das kein Pony war. Dark Beauty und ich kannten uns natürlich schon und er ist auch ein super liebes Pferd, aber eben nicht ganz meine Größenordnung. Doch trotz des Höhenunterschieds funktionierte das Longieren mit ein wenig Unterstützung  wirklich gut.

FÖJ 2017/18Am Donnerstag hieß es: „Bitte lächeln!“, denn es war Fototag auf dem Landgut. Daher herrschte ein bisschen Ausnahmezustand, denn wir wollten uns natürlich von unserer besten Seite präsentieren. Aber Frau Imke, die auch die Webseite des Landguts betreut, hat uns gekonnt in Szene gesetzt und unsere Modelqualitäten zum Vorschein gebracht, sodass sicherlich sehr schöne Bilder entstanden sind. Ich bin gespannt auf das Resultat.
Am Nachmittag wurde es nass. Allerdings nicht, weil es regnete und auch nur für Manuela und Jakob. Der Naturschutzteich musste von Wasserpest und Co. befreit werden, was sich als nicht ganz so leicht herausstellte. Aber sie sind trocken geblieben und haben sogar unser Abendessen aus dem Teich geangelt. Nein, natürlich haben sie den kleinen Fisch wieder in die Freiheit entlassen. Ich denke, wir wären eh nicht satt geworden.

Irgendwie werden meine Berichte immer länger und ich weiß auch nicht, wie ich mich kürzer fassen soll, deswegen der Freitag in weniger Worten: Pferde geputzt, longiert, Weidezäune freigeschnitten, ausgemistet, Teich gereinigt.

Bis nächste Woche!
Eure FÖJlerin Madeline

Das Seminar der Seminare

18.09.-22.09.2017

Hallo liebe Hobbyökos dort draußen!

In dieser Woche berichte ich euch live und in Farbe von unserem ersten Seminar in Frauenstein. Diese Seminare werden von unserem Träger, der Grünen Liga, organisiert und dienen zum Zweck der Umweltbildung. Allerdings kommt der Spaß nicht zu kurz. Ziel dieses Seminars ist die Planung unserer eigenen Seminare, die im Laufe eines FÖJ folgen.

FÖJ 2017/18Am Montag startet die Woche mit intensivem Kennenlernen. Alle FöJler stellen sich und ihre Einsatzstelle vor. Nach diesem intensiven Vorstellen wurden wir in drei kleinere Gruppen zu je 15 Mann eingeteilt, in denen wir unsere Seminare vorbereiten werden. Die Folgenden 3 Seminare beinhalten die Themen „Ökologie in meinem Alltag“, „Stadtökologie“ und „Spezifik einer Region“. Ich werde mich mit dem Thema  „Ökologie in meinem Alltag“ beschäftigen, während Lia und Manuela die „Spezifik einer Region“ untersuchen.
Dienstag  beschäftigten wir uns in unserer Gruppe intensiver mit der Thematik Ökologie im Alltag. Dabei ist das hier keinesfalls mit normalem Schulunterricht zu vergleichen. Es ist viel lockerer, entspannter und kreativer, aber keinesfalls weniger informativ.

Ein fester Bestandteil unsere Seminare sind gewisse „Spiele“, bei denen wir Köpfchen und Teamgeist an den Tag legen müssen und uns manchmal auch ganz schön zum Obst machen. (Eine sehr schöne Redewendung, die ich hier neu gelernt habe. Aber sie trifft es ziemlich gut.) So waren wir zum Beispiel Frösche, die mithilfe von viel zu wenigen Teppich-Seerosen einen Teich überqueren mussten. Oder hatten als Team einen 1,50m hohen gespannten Faden zu überwinden und wild gewordene Kühe im Spiel „Kuhstall“ einzufangen. Und das ist nur ein Bruchteil…
FÖJ 2017/18
Dienstagabend war der sogenannte „Kreativ-Abend“.  Dort konnten (oder mussten) wir unsere schauspielerischen Talente  unter Beweis stellen.  Unsere Stücke handelten natürlich von umweltrelevanten Themen, gepaart mit einer ordentlichen Portion Humor. Auch unsere Beteuer ließen sich allerhand Amüsantes einfallen. So bekamen wir Besuch von Prinzessin Lilifee, Darth Vader, Fred Feuerstein und einem Flamingo.
Nachdem wir den vorherigen Abend verarbeitet hatten, ging am Mittwoch die Seminarplanung so richtig los. In unseren 15er Gruppen wurden wir nochmals in drei 5er Gruppen unterteilt. Diese Gruppen sind nun verantwortlich für eine Seminarwoche. Unser Unterthema zu  „Ökologie im Alltag“ ist „Kleidung“ Wir haben schon viele gute Ideen für die Umsetzung, es soll ja schließlich nicht zu langweilig werden. Aber mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

Wie schon gesagt, kamen der Spaß und das Abenteuer hier keinesfalls zu kurz. Für abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten war bestens gesorgt. Es gab u.a. eine Tischtennisplatte, die eigentlich immer in Betrieb war, eine Seilbahn, die mich sehr faszinierte, einen Tischkicker, der Lias verborgene Talente an den Tag legte und ein Klavier, welches zwar ein wenig verstimmt war, aber trotzdem sehr schöne Musik von sich gab. (Also natürlich spielt das Klavier nicht von allein…)

FÖJ 2017/18Mittwochabend folgte auf unser gegrilltes Abendessen eine kleine Nachtwanderung zur Burgruine von Frauenstein mit anschließender Besichtigung. Die Burgruine ist traumhaft schön, besonders bei Nacht. Mit Fackeln bewaffnet machten wir uns auf die Spuren der Ritter und hörten interessante und witzige Geschichten. Dabei sind diese nächtlichen Besichtigungen nicht alltäglich, sondern nur für ganz besondere Gäste. So wie uns eben.
Donnerstag stand wieder komplett im Zeichen der Seminarplanung. Wochenpläne wurden erstellt, Referenten wie wild angerufen und Ausflüge geplant. Am Abend wurden dann unsere FÖJ Sprecher gewählt, quasi die Politiker unter uns FÖJlern. Sie vermitteln zwischen uns und unserem Träger und vertreten die Interessen des FÖJs im Bundesland Sachsen. Also ein höchst wichtiges Amt.

Nun war der Tag des Abschieds gekommen. Natürlich wurden wir nicht entlassen, ohne die Woche noch einmal so richtig auszuwerten.  Ich finde, das Seminar war wirklich schön, denn man lernt hier viele neue und lustige Leute kennen. Es macht echt Spaß, sich über die Arbeit und die Einsatzstellen auszutauschen. Allerdings freue ich mich auch darauf, mich Montagmorgen um Punkt 7 wieder in den Arbeitsalltag auf dem Landgut zu stürzen.

Eure FÖJlerin Madeline

Im Zeichen der Arbeitsteilung

11.09.- 15.09.2018

Hallo liebe Freunde der Natur!

Auch in die zweite Woche unseres FÖJs sind wir tatkräftig gestartet. Am Montag bewaffneten Manuela und ich uns mit Spaten und stachen Bäume ab. Keine Sorge, sie haben nicht lange gelitten. Aber nein, Spaß beiseite. Wir haben natürlich nicht die Bäume, sondern den Rasen um die Bauscheiben herum abgestochen, um eben besagte Baumscheiben zu erweitern. Allerdings wurde unsere Tätigkeit von Herr Thömel unterbrochen. Wir hatten endlich neues Holz zum Spalten. Am Nachmittag wurden wir abermals zum Mähnenschneiden bei drei Jungstuten beauftragt. Erst dachte ich, es würde wesentlich einfacher werden, als letze Woche bei den Stuten und ihren Fohlen. Dies stellte sich jedoch leider als Irrtum heraus. Auch sie haben uns das Arbeiten mit ihrer unglaublichen Neugier nicht gerade leicht gemacht. Aber Manuela und ich sind ja fast schon Profis.

FÖJ 2017/18Ab Dienstag herrschte Arbeitsteilung auf dem Landgut. Da uns das Holz zum Spalten am Tag zuvor ausgegangen war, hatte Jakob die ehrenvolle Aufgabe, neues für uns zu sägen. Lia und Manuela betrieben Weidepflege; im weitesten Sinne. Sie befreiten den untersten Weidedraht von Gras, damit dieser im Winter voll funktionstüchtig ist. Es ist äußerst wichtig, dass dieser Draht richtig funktioniert, da er die Wildschweine daran hindert, auf die Weide zu gelangen und diese zur Sau zu machen. Ich hingegen durfte beim Bewegen und Einreiten der Fjordpferde, oder  Fjordies, wie sie auch liebevoll genannt werden, helfen. Konkret hieß das: das richtige Pferd von der Weide holen, putzen, satteln, trensen und zum Teil longieren. Longieren war für mich zwar nicht neu, aber ich hatte es schon lange nicht mehr gemacht. Deshalb war ich froh, erst einmal in Lissla eine erfahrene Longierpartnerin gefunden zu haben. So klappte es dann später auch recht gut mit den beiden Jungspunden Lalelu und Lavanda. Am Nachmittag waren wir dann zum Glück endlich wieder vereint beim gemeinsamen Holz spalten.
Zum Mittwoch gibt es nicht viel zu berichten, denn er lief genauso ab wie der Dienstag. Nur einen Unterschied gab es: Ich hatte die Ehre, dem Bundesprämienhengst Valentino die Mähne hübsch zu machen. Jetzt ist der hübsche Hengst noch hübscher.
FÖJ 2017/18Donnerstag begannen Lia, Manuela und Herr Thömel gleich mit Holz spalten, während Jakob für Nachschub sägte. Doch anscheinend war er nicht schnell genug, kurze Zeit darauf waren die Mädels damit beschäftigt, Obstbäume anzubinden (Da muss man wirklich aufpassen bei jungen, wilden Obstbäumen - die sind wahre Meister im ausbüchsen).
Ich hatte wiederum allerhand mit den Fjordies zu tun. So langsam kann ich die Namen dem jeweiligen Pferd zuordnen. Auch die jungen Pferde machen bei Einreiten große Fortschritte. Es ist wirklich spannend zu beobachten, wie Lalelu und Lavanda innerhalb einer Woche lernten, einen Menschen auf ihrem Rücken zu akzeptieren.
Am Freitag war es Herr Vogel bereits möglich, ganze zwei Runden im Schritt auf Lalelu zu drehen. Und ich hatte das Vergnügen, sie zu führen. Ich weiß nicht, wer aufgeregter war, sie oder ich. Aber es lief alles ohne Komplikationen.  Manuela und Lia hatten nicht weniger nervenaufreibende Tätigkeiten zu verrichten. Beim Weidezaun freischneiden fanden sie ein prähistorisches Fossil: den Schädel eines männlichen Capreolus capreolus. Was man hier nicht alles findet.

Ihr seht, wir haben diese Woche wirklich viel geschafft. Der riesige Berg Holz ist fast schon besiegt. Doch leider müssen wir den Kampf gegen ihn für eine Woche unterbrechen, denn wir haben kommende Woche unser erstes Seminar.

Bis dahin!
Eure FÖJlerin Madeline

Ran an die Arbeit!

04.09.- 08.09.2017

Hallo an alle Pferdemädchen und Naturburschen dort draußen!

Im Jahr 2017/2018 haben Lia, Manuela und ich (Madeline, die mit dem Holz) die große Ehre, am Landgut Kemper und Schlomski unser Freiwilliges Ökologisches Jahr zu verbringen. Das FÖJ begann für uns am ersten September mit dem Kennenlernen unseres Trägers, der "Grünen Liga Sachsen e.V." und den anderen FÖJlern an der Naturschutzstation Herrenhaide in Burgstädt.

Nachdem alle Klarheiten beseitigt waren, ging es dann für uns am Montag den 4. September auf dem Landgut so richtig los. Als erstes wurden wir natürlich ausführlich eingewiesen und belehrt und haben unsere neuen Arbeitskollegen kennengelernt. Zu unserem Team gehören: Frau Kemper, Herr Thömel, Herr Vogel und der Projektleiter für Umweltbildung Herr Richter (aber wir nennen ihn Jakob).

FÖJ 2017/18Der erste Teil der Woche stand ganz im Zeichen der Obstbäume. Es ging ans Freischneiden der Baumscheiben auf der Streuobstwiese. Nachdem wir dann herausgefunden hatten was „Baumscheiben“ sind (Baumscheiben sind die  ca. 1m großen Bereiche um den Stamm der neu gepflanzten Obstbäumchen), ging die Unkrautbekämpfung auch schon los. Sämtliches Unkraut, das sich im Bereich der Baumscheibe befand, wurde von uns erfolgreich entfernt, sodass es für den jungen Obstbaum keine Konkurrenz mehr darstellt. Allerdings war dies nicht immer ohne schweres Gerät möglich, weshalb wir bereits an unserem ersten Tag mit einer Motorsense arbeiten durften.
Am Dienstag wurde eben diese Tätigkeit fortgesetzt. Nun jedoch nicht mehr auf der Streuobstwiese, sondern bei den Obstbäumen, die sich überall auf dem großen Areal des Landguts befinden. Mein persönliches Wochenhighlight folgte am Dienstagnachmittag. Manuela und ich wurden beauftragt, die Mähnen der Fjordpferde zu schneiden. Nachdem unser erster Versuch mit Valentino kläglich gescheitert ist, sollten wir uns an den Mähnen der Stuten auf der Weide versuchen. Dies funktionierte schon besser, jedoch wurde uns die Arbeit von 5 sehr neugierigen Fohlen erheblich erschwert. An allem musste herumgeknabbert werden. Wirklich an allem… ich wundere mich, dass meine Schnürsenkel noch ganz sind. Doch nach einiger Zeit hatten Manuela und ich den Bogen raus und ich war um die Erkenntnis reicher, dass ich besser kein Frisör werden sollte...
FÖJ 2017/18Am nächsten Tag stand wiederum die Pflege der Obstbäume im Vordergrund. Nun musste frischer Rindenmulch, der einerseits als Dünger dient, andererseits die Bäumchen vor dem Austrocknen schützt, um die freigeschnittenen Baumscheiben gestreut werden. Aber uns ist der Rindenmulch vorerst ausgegangen, deshalb wurden wir mit Herren Thömels „Lieblingstätigkeit“ vertraut gemacht: Holz spalten und stapeln.
Donnerstag war der Tag des Holzes für uns. Wir haben tatsächlich den ganzen Tag Holz gespaltet und gestapelt. Und ich finde, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Außerdem startete am Freitag auch das das Ganztagesangebot „Streuobstwiese“ in der Grundschule in Liebstadt, bei welchem Lia und Jakob den Kindern einen ersten Einblick in den Lebensraum Streuobstwiese gaben.

Ich finde, das war eine wirklich spannende Woche und ich bin sehr gespannt, was in der nächsten Zeit noch so auf uns zukommen wird. Eines kann ich nach der ersten Wochen mit Sicherheit jedenfalls sagen: man schläft hier wirklich sehr gut.

Eure FÖJlerin Madeline