Wie die Zeit vergeht!

von Anna Kluge und Sophie Richter, FÖJ 2014/15


Das Jahr 2014 ist schon wieder fast vorbei und seit nunmehr vier Monaten sind wir – Sophie und Anna- ein Teil des Teams auf dem Landgut.
In diesen Monaten haben wir schon so einiges erlebt.
Direkt zu Beginn des FÖJ`s haben wir den Schulwald und sein Herzstück, das Silvoretum, kennengelernt. Das Silvoretum haben wir zunächst gepflegt, bevor die erste Exkursion mit den Schülern des Neigungskurses „Schulwald“ der Goethe-Oberschule stattfand. Die Schüler, die wir schon vorher mit Kerstin im Unterricht betreut haben, hatten viel Spaß an den ihnen aufgetragenen Aufgaben, wie das Freischneien von Bäumen und das Ausheben einer Bodengrube.

Anna und Sophie betreuen die Walderlebnisrallye

Außerdem konnten wir Mitte September auf unseren Hengst Valentino anstoßen, der nach einem Jahr beim Bereiter wieder auf das Landgut zurückkam. Valentino ist bei der Hengstleistungsprüfung in Erbach Rassesieger Fjord sowie Gesamtsieger über alle Rassen geworden. Das war natürlich ein Grund zum Feiern!
Anfang Oktober stand die Walderlebnisrallye, die Kerstin und wir organisiert und durchgeführt hatten, an. Die Schüler der 5.Klasse der Goethe-Oberschule Pirna lernten den Wald von einer ganz anderen Seite kennen. Dazu gebrauchten sie alle ihre Sinne, denn Düfte mussten Bäumen zugeordnet, Bäume und Pilze erkannt und Dinge, welche man im Wald findet, erfühlt werden. Am Ende der Rallye ging es aufs Landgut, wo es Bratwürste und Brötchen gab. Mitte November fand die große Wild-und Jagdexkursion für den Neigungskurs „Schulwald“ statt, auf die wir uns schon vorher sehr gefreut hatten.
Die Exkursion wurde von den Jägern Richard Schwald und Horst Unflath geplant und durchgeführt.
An zahlreichen Zwischenstopps haben die Jäger unter anderem gezeigt, was sie beim Jagen immer dabei haben, welche Tierarten gejagt werden und welche verschiedenen Funktionen ein Jagdhund haben kann. Als wir am Landgut ankamen, gab es, passend zur Exkursion, Wildschwein und Muffel vom Grill.
Und zu guter Letzt haben wir im Dezember einen Weihnachtsbaum für die Pferde aus dem Wald geholt, aufgestellt und wunderschön mit Äpfeln, Möhren, Strohsternen und getrockneten Brotsternen geschmückt, damit es auch für unsere vierbeinigen Freunde am Landgut weihnachtlich wurde. Den Baumschmuck haben wir zuvor selbst gebastelt und mit Strohaufhängungen versehen und so war der gesamte Baumschmuck (fr)essbar.
Kurz vor Weihnachten haben wir den Baum dann den Pferden gezeigt, die sich mit Begeisterung die Äpfel und Möhren vom Baum geangelt haben.
Und das waren sie auch schon, die Höhepunkte der letzten Monate.
Wir wünschen euch besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Bis dahin!


Eure FÖJlerinnen Sophie und Anna

Meine Schnuppertage am LGKS

von Anna Kluge, FÖJ 2014/15

Nachdem ich mein Abitur beendet habe, möchte ich im nächsten Jahr ein FÖJ absolvieren. Es gibt zahlreiche Einsatzstellen und um die richtige zu finden, sollte man zunächst einen Schnuppertag an der jeweiligen Einsatzstelle machen. Im Internet habe ich mich nach verschiedenen Einsatzstellen erkundigt, und habe dabei auch das „Landgut Kemper & Schlomski“ entdeckt. Die Pferdezucht ist ein wichtiger Bestandteil,  was sofort mein Interesse geweckt hat. Ich habe mich nach einem Termin für einen Schnuppertag erkundigt und bekam auch schnell eine Antwort.

So machte ich mich am 29. 05.2014 auf den Weg zum „Landgut Kemper & Schlomski“. Der Tag begann um halb 8 damit, die Pferdeställe auszumisten. Ich arbeitete mit Birte Peisker und Pia, der derzeitigen FÖJlerin zusammen. Anschließend ging es in den Wald, um Pflanzen für ein Herbarium zu sammeln, die wir dann auch noch direkt gepresst haben.  Der Tag war schon um 12 Uhr mittags beendet, da es immerzu regnete.

Deshalb beschloss ich, noch einen weiteren Schnuppertag zu machen. Dieser fand am 11.06.2014 statt. Diesmal war das Wetter auf unserer Seite. Wir bauten Wildscheuchen. Dabei kannte unsere Kreativität keine Grenzen. Anschließend stellten wir die Wildscheuchen im Feld auf. Die Rehe haben Angst vor den Wildscheuchen, und nehmen ihre Kitze vor der Mahd aus der Wiese.

Es waren zwei lehrreiche Tage, an denen der Spaß nicht zu kurz kam. Ich verstand mich auf Anhieb mit den Mitarbeitern, die mir gegenüber sehr freundlich waren und fühlte mich aufgenommen. Ich konnte in die verschiedenen Aufgabenbereiche „reinschnuppern“ und mir ein Bild von der Arbeit machen.

Am Ende gab es noch ein Abschlussgespräch mit Frau Kemper. Ich konnte alle Fragen loswerden, die mir noch auf dem Herzen lagen. Außerdem wurde ich über die verschieden Aufgaben informiert, die mich erwarten, wenn ich am LGKS mein FÖJ beginnen werde. Dadurch konnte ich immer mehr feststellen, dass ich mir ein FÖJ am „Landgut Kemper & Schlomski“ vorstellen kann.

Nun freue ich mich darauf, nächstes Jahr viele solcher Tage erleben zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Anna Kluge

Mein Jahr auf dem Landgut

von Pia Below, FÖJ 2013/14

Seit Anfang September 2013 arbeite ich im Rahmen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) auf dem Landgut Kemper & Schlomski (LGKS). Das Landgut liegt am Rand der Sächsischen Schweiz und betreibt eine Pferdezucht für Rheinische Warmblüter und Fjordpferde. Zu einem Teil gibt es Grünflächen von 45 ha und zum anderen Teil bewirtschaftet das LGKS auch 65 ha Wald. Zu meinen täglichen Aufgaben gehören am Morgen das Misten der Ställe und die Versorgung des verletzten Hufes der Fjordstute Lalinga. Er muss von Schmutz befreit, ausgekratzt und eingecremt werden. Außerdem putze ich sie und ihr Fohlen Lalelu. Bei diesem musste ich erst ganz behutsam anfangen, damit es Vertrauen zu den Menschen aufbaut. Mittlerweile ist Lalelu richtig zutraulich. Im Frühjahr 2014 kamen auf dem Landgut 4 Fjordpferdfohlen zur Welt, deren Betreuung auch zu meinen Aufgaben gehörte.

Pia und Hamlet

Eine wichtige Aufgabe ist die Pflege der Koppeln. Dort habe ich die Ochsenzunge, ein sehr hartnäckiges Unkraut, mit einer Sichel von der Weide geschnitten. Die Samen dieses breitblättrigen Gewächses können bis zu 50 Jahre im Boden überleben. Es verdrängt das Gras und kann so eine ganze Weide unbrauchbar machen. Zur Koppelpflege gehört außerdem das Auflesen von Birnen und Eicheln (es ist nicht gut, wenn die Pferde zu viel davon fressen, weil die Birnen zum Beispiel einen Gärungsprozess im Magen-Darm-Trakt auslösen und es zu schlimmen Erkrankungen führen kann).
Eine interessante und abwechslungsreiche Arbeit war das Pflanzen von Beerensträuchern rund um den Naturschutzteich. Im Herbst habe ich die jungen, im Vorjahr gepflanzten Obstbäume, die auch am Naturschutzteich stehen, so festgebunden, wie es mir im September durch einen Fachmann gezeigt wurde. Rund um die Bäume haben wir in diesem Zuge mit einem Durchmesser von etwa einem Meter die Baumscheiben freigelegt und mit Rindenmulch abgedeckt.

Anfang Mai 2014 fand am Landgut die 48h-Aktion statt, bei der ich Kinder zwischen 8 und 13 Jahren bei dem Bau von Fledermauskästen und Insektenhotels unterstützen durfte. Im Vorfeld lag es in meiner Verantwortung, die Scheune zu schmücken. Dazu wurden wir mit den Schäffer in den Wald gefahren, was mir viel Spaß gemacht hat. Im Wald fallen auch gelegentlich Arbeiten an. Dort habe ich zusammen mit Birte die kleinen Bäume des Silvoretums, dem Herzstück des knapp 4 ha großen Schulwaldes, und den umgebenden Zaun freigeschnitten. An einem Steilhang haben wir mit Handsäge und Baumschere Kulturpflege betrieben und kleine Birken entfernt, damit die gepflanzten Bäume mehr Licht und Nährstoffe bekommen.

Im Frühsommer habe ich zusammen mit Anna, der neuen FÖJlerin, und den Praktikantinnen Sammy und Birte im Rahmen des Wildschutzes Wildscheuchen gebaut, damit die Rehe rechtzeitig vor der Mahd ihrer Kitze aus den Feldern holen. Das LGKS besitzt eine Vielzahl von alten Kirschbäumen, die im Juni und Juli beerntet werden konnten. Wir pflückten über 300 kg, um den berühmten Landgut-Schnaps brennen lassen zu können. Als wir die Kirschen in der Brennerei ablieferten, haben wir noch einen kostenlosen Rundgang durch die Brennerei bekommen.

Mit den steigenden Temperaturen im Juli vermehrten sich die Wasserpflanzen im Naturschutzteich so stark, dass wir uns an zwei besonders heißen Tagen das Boot schnappten, um einen Großteil der Wasserpflanzen aus dem Teich zu entfernen. Diese Wasserpflanzen sind dafür gut, dass sich keine Algen im Wasser bilden, bei zu großer Menge jedoch stören sie beim Badevergnügen.

Doch nicht nur die Arbeit möchte ich erwähnen, sondern auch die schönen Pausen mit meinen treuen Freunden Hamlet, Branca und der netten Kollegin Birte. Nach meiner einjährigen Arbeit hier auf den Hof, die mir viel Spaß bereitet hat, fühle ich mich in meinem Berufswunsch Tierpflegerin bestärkt. Ich freue mich, dass ich mein FÖJ hier am LGKS absolvieren durfte und bedanke mich für die Ermöglichung dieser Chance!