Praktikantin Annett Borath bei der Arbeit

Praktikantin Sammy Weller beim Aufstellen der Wildscheuchen

Praktikantin Birte Peisker bei der Kirschernte

Praktikumsbericht Birte Peisker

 

Von März bis September 2014 absolvierte ich am Landgut Kemper & Schlomski (LGKS) ein siebenmonatiges Praktikum in den Bereichen Waldbau und Umweltbildung/Waldpädagogik. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem von Bärbel Kemper initiierten Schulwaldprojekt.

Mein erster Arbeitstag begann damit, zusammen mit einem Mitarbeiter im Wald des Landgutes Fangbäume für den Borkenkäfer zu legen. Der Vorteil dieser Fangbäume ist, dass die Borkenkäfer bevorzugt in diesen Stämmen ihre Eier ablegen und so den verbleibenden Bestand verschonen. Entrindet man die Stämme dann rechtzeitig (bis zum 15. Juni) sterben die Käfer bereits im Larvenstadium ab und können keine Schäden mehr anrichten.

Am nächsten Tag stand direkt das erste Mal der Unterricht an der Goethe-Oberschule Pirna mit Schülern der 7., 8. und 9. Klasse an. In dieser Unterrichtseinheit befassten wir uns wie auch in den drei nachfolgenden Unterrichtseinheiten mit den drei Waldfunktionen (Nutzfunktion, Schutzfunktion, Erholungsfunktion).

Wenn ich nicht im Büro in Dresden war, um den Unterricht vorzubereiten oder in der Schule in Pirna, um den Unterricht zu halten, war ich meistens auf dem Landgut in Liebstadt-Großröhrsdorf bzw. dem angrenzenden Wald. Dort führte ich allein oder im Team mit unseren FÖJlerinnen verschiedene Waldpflege- und Naturschutzmaßnahmen durch. Zu diesen Maßnahmen zählte auch die Pflanzung von 50 jungen Weißtannen, die in Sachsen auf der Roten Liste steht, auf einer geeigneten Fläche im Landgut-Wald. Mit Pia, unsere FÖJlerin aus dem letzten Jahr, und Sophie und Anna, unseren diesjährigen FÖJlerinnen, pflegte ich mit Freischneider, Astschere und Sichel im Frühjahr und im Herbst das Silvoretum – das knapp 3500 m² große Herzstück des 4,5 ha großen Schulwaldareals. Diese Pflegeeingriffe dienten der Entfernung des Konkurrenzbewuchses rund um die gepflanzten Bäume.

Da zum Landgut nicht nur die Weideflächen für die Pferde und der Wald gehören, sondern auch zwei Naturschutzteiche und eine inzwischen prämierte Streuobstwiese, fielen auch dort gelegentlich Arbeiten an. Als im Juni und Juli die Kirschen reif waren, standen alle Landgut-Mitarbeiter zusammen etwa eine Woche in den Kirschbäumen, um für die Landgut-Marmelade und den Landgut-Kirschbrand insgesamt etwa 400 kg Kirschen zu pflücken. Einer der Naturschutzteiche war an besonders heißen Tagen im Juli dran. Schwimmend oder im Boot entfernten Pia und ich einen Großteil der dort angesiedelten Wasserpest. Diese Pflanze sorgt dafür, dass genügend Sauerstoff im Wasser vorhanden ist, geht es jedoch auf den Herbst zu, sterben die Pflanzen ab und sorgen mit der dabei anfallenden Biomasse für ein Umkippen des Wassers.

Die Arbeit auf dem Landgut und mit den Schülern hat mir, nicht zuletzt wegen der netten Kollegen, stets Spaß gemacht und mir viele neue Erfahrungen gebracht. Vielen Dank dafür.

Praktikumsbericht Samantha Weller

 

Während meines Arbeitseinsatzes am LGKS war es mir möglich, mich im aktiven, selbstständigen Arbeiten zu erproben. Die Arbeiten am und ums Pferd sowie die körperliche Betätigung generell haben mir sehr gefallen. Auch alle anderen Aufgaben waren auf meine Fähig- und Fertigkeiten gut abgestimmt. Es war mir möglich, eine Menge neuer Fähigkeiten im Bereich der Landschaftspflege zu erwerben. Diese werden mir stets nützlich sein. Es wird mir zeitlich leider nicht mehr möglich sein, mich auf dem LGKS einzubringen. Ein Arbeitseinsatz auf dem LGKS ist für jeden, der in der Landwirtschaft bzw. Landschaftspflege arbeiten möchte, absolut empfehlenswert! Das LGKS hat nicht nur einen großen, vielfältigen Aufgabenbereich zu bieten sondern auch sehr nette Kollegen.

Praktikumsbericht Annett Bonrath

 

Im Rahmen der modularen Umschulung zur Gärtnerin – Fachrichtung Garten und Landschaftsbau beim Berufsbildungswerk des Sächsischen Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus e. V. absolvierte ich im Zeitraum vom 02.04.2013 bis zum 23.05.2013 mein erstes Fachpraktikum am Landgut Kemper & Schlomski. Die Ausbildung zur Gärtnerin dauert zwei Jahre und beinhaltet insgesamt vier Fachpraktika.

Während des Praktikums wurde ich in die Arbeitsabläufe am Landgut Kemper & Schlomski integriert und erhielt Einblick in folgende Bereiche:

1. Pflege von Außenanlagen
2. Unterhaltung der Wegeinfrastruktur
3. Forstschutz
4. Streuobstbau

Ich konnte mich in allen Bereichen aktiv einbringen, neues Wissen erlangen und meine praktischen Fertigkeiten ausbauen.

1. Pflege von Außenanlagen

Die Außenanlagen des Landgut Kemper & Schlomski umfassen die Hofstelle mit Zufahrtswegen, Entwässerungsgräben, Bachläufen und Teichen, Paddocks und einen Longierzirkel sowie ausgedehnte Grünlandflächen. Zu Beginn des Praktikums bildete witterungsbedingt der Winterdienst einen Schwerpunkt. Hier kam größtenteils der Schäffer-Lader zum Einsatz. Die spätere Pflege der Biotop- und Grünlandflächen erledigte ich mit Hilfe eines Einachsschleppers von Agria und eines Honda-Rasenmähers.

2. Unterhaltung der Wegeinfrastruktur

Zum Landgut Kemper & Schlomski gehört eine ca. 65 ha große Forstfläche, die über Rückwege und einen neuen Holzabfuhrweg erschlossen ist. Die Wegestruktur im Forst wird regelmäßig gepflegt und unterhalten. Dazu zählt die Unterhaltung von Abschlägen und Durchlässen ebenso wie die Freihaltung des Lichtprofils des Wegekörpers. Nach Wetterereignissen werden operativ Äste oder umgestürzte Bäume beseitigt. Während meines Praktikums habe ich die turnusmäßigen Arbeiten zum Freihalten des Lichtprofils am Wegekörper des Forstabfuhrweges unterstützt. Hierbei stand mir ein erfahrener Mitarbeiter zur Seite. Im Anschluss unterstützte ich diesen beim Häckseln der Holzabfälle, sowie beim Stapeln und Abtransportieren der Holzzuschnitte.

3. Forstschutz

Um den Befall der Bäume durch Borkenkäfer zu verhindern bzw. so weit wie möglich einzudämmen, werden im zeitigen Frühjahr sogenannte Fangbäume gelegt. Erfahrene Forstleute wählen die geeigneten Fichten aus und kennzeichnen sie entsprechend. Waldarbeiter übernehmen die Fällarbeiten. In den Hangbereichen braucht man viel Erfahrung für diese Arbeit. Meine Aufgabe bestand darin, die gefällten und entasteten Fichten aufzubereiten. Das heißt, der Stamm wird mit den Ästen bedeckt und so vor zu schneller Austrocknung geschützt, damit er möglichst lange „fängisch“ bleibt und die Forstschädlinge gezielt anlockt. Zur Eiablage bohren die Käfer Gänge in Rinde oder Holz des Baumes, die Larven wachsen unter der Rinde heran und ernähren sich von der saftführenden Rindenschicht. Da diese Schicht die Lebensader des Baumes darstellt, führt der Befall meist zu dessen Absterben. Das betrifft natürlich nur den Stehendbefall. Die Fangbäume werden gezielt geopfert. Mit Schäleisen werden die Fangbäume später entrindet, um die Larven des Borkenkäfers abzutöten.

4. Streuobstbau

Auf den Streuobstwiesen des Landgut Kemper & Schlomski befinden sich derzeit ca. 80 neu gepflanzte Obstbäume alter Sorten, u. a. Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume. Ich durfte einen Fachmann beim Obstbaumschnitt begleiten und erhielt dabei wertvolle Hinweise auf diesem Gebiet. Alle meine Nachfragen zum Warum und Wieso gerade dieser Ast entfernt und ein anderer erhalten bleibt, woran man erkennt, dass ein Baum zu nass, bzw. zu trocken steht, oder nicht optimal mit Nährstoffen versorgt ist, wurden geduldig beantwortet. Die anschließende Pflege der Bäume war meine Aufgabe. Ich entfernte die Grasnarbe im Durchmesser von etwa einem Meter um die Bäume herum. Die freigelegte Erde wurde im Anschluss gedüngt und mit Rindenmulch bedeckt.

Ein Dutzend Obstbäume die noch zur Pflanzung anstanden, wurden während dieser Zeit von mir unterhalten.

Fazit

Während des Praktikums wurde ich herzlich aufgenommen, konnte mich aktiv einbringen, und eigenverantwortlich arbeiten. Ich habe viel gelernt, von dem ich später profitieren werde. Insbesondere auch der Umgang mit der Biotop-Pflegetechnik von Agria und der Einsatz auf dem Schäffer-Lader haben mir gut gefallen. Das ist Technik, die ich auch in meinem späteren Berufsalltag einsetzen werde. Ich könnte mir gut vorstellen ein weiteres Praktikum am Landgut Kemper & Schlomski zu absolvieren.