Der Waldsaum wird von vielen Arten bewohnt, wie z. B. der Zauneidechse …

Der Waldsaum wird von vielen Arten bewohnt, wie z. B. der Zauneidechse …

An den Waldrändern bietet sich ein wertvolles Jagdhabitat der ansässigen Fledermausarten, zu ihrem Schutz werden Nistkästen aufgehängt

An den Waldrändern bietet sich ein wertvolles Jagdhabitat der ansässigen Fledermausarten, zu ihrem Schutz werden Nistkästen aufgehängt

Artenreicher Waldsaum

Unser Engagement für eine enkeltaugliche Waldbewirtschaftung

Das EPLR-Projekt „Ein grünes Netz für die Fledermaus“ am LGKS.Im Rahmen des EPLR-Projektes „Ein grünes Netz für die Fledermaus“ werden am LGKS artenreiche Waldsäume gestaltet. Diese Biotope bilden ein wertvolles Jagdhabitat für die ansässigen Fledermausarten und bieten jede Menge Nahrung für die nachtaktiven Säugetiere.

Als lineares Landschaftselement dienen Waldränder zudem besonders der Orientierung von Fledermäusen, beispielsweise zum Auffinden ihrer Haupt-Jagdhabitate.

 

Besonders hervorzuheben sind die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) und das Große Mausohr (Myotis myotis). Beide Arten sind in der Roten Liste Deutschland sowie Sachsen gelistet. Zudem sind sie im Anhang IV der FFH-Richtlinie aufgeführt und stehen somit europaweit unter Schutz. Um diese Arten zu schützen, müssen vor allem auch ihre Lebensräume geschützt und ausgebaut werden. Dies geschieht am LGKS, beispielsweise durch die Gestaltung artenreicher Waldsäume.

Was ist ein artenreicher Waldsaum?

Waldsäume oder auch Waldränder beschreiben die Grenze zwischen Wald und anderen Landnutzungsformen, wie Offenland (Wiese/Acker), Gewässern oder Siedlungen. Dies sind klassische Beispiele für Waldaußenränder, die den Abschluss eines Waldbestandes bilden.

Waldsäume bzw. Waldränder schützen den Waldbestand, bspw. vor Wind. Waldinnenränder hingegen liegen innerhalb eines Waldes, bspw. als Grenze zwischen Waldbestand und Waldweg, Bachlauf oder Lichtung. Waldsäume sind extrem wertvolle Lebensräume, da sie auf kleinster Fläche verschiedene Pflanzenarten sowie Strukturelemente (Totholz, Steinhaufen) vereinen und unter dem Einfluss von unterschiedlich stark ausgeprägten Umweltfaktoren (Licht, Temperatur, Feuchtigkeit) stehen. So vereinen sich in diesem Bereich sowohl Einflüsse des geschlossenen Waldbestandes als auch jene des angrenzenden Offenlandes. Waldränder sind Landschaftselement und artenreicher Lebensraum zugleich; stabilisieren und schützen den angrenzenden Waldbestand, z. B. vor Wind od. Nährstoffeinträgen.

Aufbau eines artenreichen Waldsaumes

Aufbau eines artenreichen Waldsaumes

Ein gut ausgebauter Waldsaum besteht aus einer Traufzone (Waldmantel) sowie einem Strauch- und Krautsaum. An den Waldbestand grenzen dabei im Waldmantel lichtliebende Laubbaumarten wie Weide, Linde oder Feldahorn und auch fruchttragende Bäume, wie Wildapfel und Wildbirne. In der anschließenden Strauchzone finden sich im Idealfall Arten wie Holunder, Schlehe, Hasel, Brombeere und Heckenrose. Den Abschluss bildet die Krautzone bzw. der Krautsaum, der je nach Ausprägung Arten wie Brennnessel, Fingerhut oder Heidelbeere beherbergt.

Gestaltung artenreicher Waldsäume am LGKS

Zur Förderung artenreicher Waldsäume werden am LGKS gezielt Pflegemaßnahmen und gemeinsame Naturschutz-Einsätze mit Kooperationspartnern, Schulen, KiTas und Vereinen durchgeführt. Kaum ein Waldrand existiert ohne menschliches Zutun. Natürliche Waldränder existieren nur an Waldgrenzstandorten, wie im Übergangsbereich zu Mooren, Felsbereichen oder Gewässern. Nur durch das Offenhalten und Zurückdrängen bestimmter Arten kann dieser wertvolle Lebensraum auch an anderen Standorten dauerhaft entstehen.

Gezielte Pflegemaßnahmen und Naturschutz-Einsätze zur Förderung artenreicher Waldsäume am LGKS In Verbindung mit der Waldwegepflege wurden und werden am LGKS artenreiche Waldsäume mit vielzähligen Baum- und Straucharten geschaffen. Neben Arten wie Wildapfel, Waldhasel, Schlehdorn, Holunder, Brom- und Himbeere lassen sich auch diverse krautige Pflanzen, wie zahlreiche Gräser, Wurmfarn, Fingerhut, Scharbockskraut und Huflattich finden. Neben der gezielten Pflanzung von Bäumen und Sträuchern wird auch auf die Nutzung natürlicher Potenziale in Form von Naturverjüngung gesetzt, um einen artenreichen Baum- und Strauchsaum zu etablieren.

 

Die Pflegearbeiten zu Anlage, Erhalt und Förderung der artenreichen Waldränder sind zeitlich versetzte, immer wiederkehrende Tätigkeiten am LGKS. Die natürliche Sukzession hat zur Folge, dass Waldrandbereiche mit der Zeit immer wieder von Schlusswaldbaumarten besiedelt und damit ausgedunkelt werden und andere Arten dabei verdrängt würden. Somit sind die Gestaltung und der Erhalt der artenreichen Waldsäume am LGKS ein langfristig angelegtes Engagement.