Schutz der Eibe

Unser Engagement für eine enkeltaugliche Waldbewirtschaftung

Eines der wertvollsten Eibenvorkommen Sachsens und auch Deutschlands ist im FFH-Gebiet Müglitztal zu finden. Zum Erhalt dieser äußerst selten gewordenen Baumart engagiert sich seit vielen Jahren das Team vom LGKS.

Die Europäische Eibe

Die Europäische Eibe (Taxus baccata) ist ein immergrüner Nadelbaum, der besonders durch seine leuchtend rot gefärbten Früchte auffällt, die ab dem Spätsommer den Baum schmücken. Der rote Samenmantel ist eine begehrte Nahrung für zahlreiche Tierarten, wie Vögel, Marder und Füchse. Eiben sind im Gegensatz zu anderen Nadelbäumen in Europa diözisch, also zweihäusig. Weibliche und männliche Blüten wachsen dabei an verschiedenen Bäumen. Somit tragen auch nur weibliche Bäume die begehrten roten Früchte. Auch verschiedene Laubbäume wie Pappeln, Weiden und Ginkgo-Bäume sind diözisch.

Die Europäische Eibe ist ein immergrüner Nadelbaum.

Die Eibe wächst äußerst langsam. Ihr Holz ist extrem hart, langlebig und biegsam und wird heute immer noch zur Herstellung von Bogen, Armbrust und Pfählen genutzt. Ihr Stamm wächst zumeist sehr knorrig und verworren. Rinde, Samen und Nadeln der Eibe sind extrem giftig. Dies gilt es, beispielsweise bei einer Beweidung mit Pferden, zu beachten.

Die Eibe besitzt im Vergleich zu anderen Nadelbäumen die größte Regenerationsfähigkeit. Durch Stockausschlag, eine erstaunlich gute Wundheilung, und die Möglichkeit der vegetativen Vermehrung (Vermehrung über Pflanzenteile, nicht über Kernwuchs) kann sie auch starke Schädigungen ausgleichen. Des Weiteren gilt die Eibe als sehr dürreresistent, vergleichbar mit der Gemeinen Kiefer. Auch die Frostresistenz der Eibe ist beachtlich: Temperaturen bis ca. -20 °C sind kein Problem. Zudem weist die Eibe eine hohe Schattentoleranz auf, höher als bei anderen Schattenbaumarten, wie Buche oder Tanne.

Gefährdung

Trotz ihrer erstaunlichen Fähigkeiten ist die Eibe extrem selten geworden. In der Roten Liste Deutschland wird sie als „gefährdet“ geführt. Neben dem langsamen Wachstum und der intensiven Waldnutzung ist starker Wildverbiss ein Grund für ihre Seltenheit. Rehe und Rothirsche reagieren nämlich unempfindlich auf das in den Eiben enthaltene Gift.

Die 1000-jährige Eibe ist ein Anziehungspunkt im Wandergebiet Lederberg bei Schlottwitz.Schutz der wertvollen Eibenvorkommen

Im Müglitztal bei Schlottwitz liegt eines der bedeutendsten Eiben-Vorkommen Sachsens und auch Deutschlands. Viele junge und auch ältere Eiben haben im FFH-Gebiet Müglitztal überdauert. Nicht ohne Grund ziert das Wappen der Stadt Schlottwitz eine mächtige Eibe. Ein Anziehungspunkt im Wandergebiet Lederberg bei Schlottwitz ist die sagenumwobene 1000-jährige Eibe. Der Stamm dieses alten Baumes hat über 3,50 Meter Umfang und einen äußerst urigen Wuchs.


Das LGKS-Team engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz der Eiben, tatkräftige Unterstützung erhält es vom Staatsbetrieb Sachsenforst und dem Heimatschutzverein Schlottwitz.

Das Team vom LGKS engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz der Eiben im Müglitztal. Gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst und dem Heimatschutzverein Schlottwitz finden gemeinsame Naturschutzeinsätze statt, um die wertvolle Baumart zu kartieren und durch das Anbringen von Kürassieren zu schützen. 

Bei der Waldbewirtschaftung und regelmäßigen Wegepflegearbeiten am LGKS werden zudem gezielt junge Eiben verschont und nach Möglichkeit auch in den Waldbeständen integriert. Durch Vögel, aber auch andere Tiere werden die Samen der Eibe weit verbreitet, sodass Naturverjüngung auf den Waldflächen am LGKS keine Seltenheit ist. Die Naturverjüngung ist im Gegensatz zur Pflanzung besonders wertvoll, da hierbei die genetischen Informationen des alten Eibenvorkommens an den Müglitzhängen erhalten werden und man mit großer Sicherheit die autochthone (gebietseigene) Genetik und somit eine gute Angepasstheit der Eiben erhält.