Die alte Kirschbaumreihe wird zu neuem Leben erweckt

Damit  jeder weiß wie es funktioniert, wird der erste Kirschbaum gemeinsam gepflanzt

Donna und Leonie bringen vorsichtig einen Stammschutz am Baum an

Deborah und Jessica versorgen die Pflanzteams mit Rindenmulch

Hornspäne helfen als natürlicher Dünger den Bäumen in der Anwuchsphase

Fuchs und Hermelin sind fleißige Mäusejäger auf den Streuobstwiesen

Die Pflanzaktion "3 Äpfel für Goldmarie" 2015

Ungestümes Geschnatter klingt durch die Scheune am Landgut. Die Kinder des Ganztagsangebots „Lebensraum Streuobstwiese“, das vom Landgut in Kooperation mit der Grundschule Liebstadt angeboten wird, sind für ihre erste Exkursion in diesem Schuljahr zum Landgut gekommen. Die Aufregung ist groß, denn heute sollen endlich die Obstbäume gepflanzt werden, die der Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz-Ostergebirge (LPV) sponsert.

Bärbel Kemper chauffiert die GTA Kids in der Schubkarre„3 Äpfel für Goldmarie“ heißt die Pflanzaktion, die der LPV nun schon im dritten Jahr mit einer stetig wachsenden Teilnehmerzahl im Landkreis durchführt. Bewirtschafter einer Streuobstwiese werden aufgefordert einen kreativen Beitrag zum Thema Obstwiese einzureichen und bekommen im Gegenzug drei hochstämmige Obstbäume gestellt. Eine gemeinsame Pflanzung mit Familie, Freunden und Bekannten fördert das Bewusstsein für das Kulturgut Streuobstwiese und unterstützt den Erhalt alter regionaler Obstsorten. Keine Frage, dass eine solche Aktion ein Höhepunkt für unsere Streuobst-Kinder ist und eine gute Gelegenheit die Obstbaumbesitzer von morgen an das Thema heranzuführen.
Gemeinsam haben die Kinder in der Schule eine große Streuobstwiesen-Collage als Bewerbung für die Pflanzaktion gestaltet. Stolz zeigen sie ihren Eltern das Plakat, das die Obstwiese im Verlauf der Jahreszeiten mit allen Bewohnern und den Menschen als Bewirtschafter zeigt.
Katrin Müller sorgt für den passenden Pflanzschnitt

Nun kann es losgehen und die sechs Bäumchen in die Erde gebracht werden. Eine alte Obstbaumreihe entlang der Pferdeweiden am LGKS soll um sechs Bäume ergänzt werden. Ohne eine Nachpflanzung zwischen den überalterten Kirschbäumen wäre die Baumreihe als Landschaftselement verloren. Neue Kirschen, Pflaumen und Birnen sollen in Zukunft Mensch und Tier nützen.

Neugierig stehen die Kinder am ersten Pflanzloch, während Katrin Müller vom Landschaftspflegeverband erklärt, wie man einem Obstbaum zum erfolgreichen Anwachsen verhilft. Zuerst muss engmaschiger Draht in das vorbereitete Pflanzloch eingelassen werden. Um den Wurzelballen geschlossen, bietet er Schutz vor Wühlmausfraß, der zum Absterben des Baumes führen kann. Hierfür legt man am besten den Draht über das Pflanzloch und springt hinein. Eine Aufgabe, die von den Schülern nur zu gerne übernommen wird. Pflanzerde und Hornspäne ermöglichen den Bäumchen zusätzlich einen guten Start am neuen Standort. Ist der Baum fest eingegraben und gewässert, schützt Rindenmulch auf der Stammscheibe vor Austrocknung und ein Stammschutz vor Sonneneinwirkung und Wildverbiss. Nun muss der Baum nur noch sicher an den drei Pflanzpfählen angebunden werden. Besonders in den rauen Windlagen am Landgut ermöglicht der Dreibock den Bäumen eine ungestörte Wurzelentwicklung und damit eine sichere Verankerung im Boden. Auch Frau Müllers Pflanzschnitt hilft den Bäumchen im kommenden Jahr zu einem kräftigen Wurzelwachstum. Während die einen emsig mit Spaten und Eimern zu Gange sind, bringen die anderen Schilder an den Pflanzpfosten an. Mit Wangenheims- und Bühlers Frühzwetschke, Gellerts Butterbirne sowie Büttners- und Schneiders Knorpelkirsche, wurden alte bewährte Sorten gewählt, die bestens für den Standort geeignet sind.

Michael Roths Fuchspräparat mit WühlmausFür die nacktwurzeligen Obstgehölze ist der November ein idealer Pflanzeitraum, auch wenn die fleißigen Helfer dafür Sturmböen und kalten Temperaturen trotzen müssen. Doch im Team geht die Arbeit schnell von der Hand und die neue Obstbaumreihe kann sich sehen lassen. Bei Tee, Kaffee und natürlich einem Apfelkuchen in der Scheune des LGKS, wird allen schnell warm. Während es draußen langsam dunkelt, gibt es in der Scheune noch die Bewohner der Streuobstwiese zu entdecken. So nah und fast wie lebendig wie an einem Präparat sieht man Feldhase, Falke und Hermelin sonst kaum. Und auch der Fuchs beweist, warum er bei Obstbauern ein gern gesehener Gast ist, denn er hält die (Wühl)maus Population in Schach.

Mit viel Enthusiasmus und Freude haben unsere Streuobst-Kids und ihre Eltern diesen Nachmittag zu einem Erlebnis gemacht. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen am LGKS im Frühjahr und Sommer. Wir danken unserem Kooperationspartner LPV Osterzgebirge und Frau Müller für die fachmännische Unterstützung. Ein herzliches Dankeschön geht auch an Tierpräparator Michael Roth. Mit seinen Leihgaben ermöglicht er uns eine noch anschaulichere Gestaltung unserer Bildungsveranstaltungen.