Familienvormittag: Den Tieren auf der Spur

Den Tieren auf der SpurMittlerweile hat es jeder gemerkt: der Winter steht vor der Tür. Wenn man das schöne, warme Zuhause verlassen muss wird die Jacke fest zugebunden und Mütze und Schal schützen vor dem Wind. Tatsächlich haben sich nur wenige an diesem windigen und nassen Samstagmorgen ins Müglitztal getraut, um mit Jakob Richter vom Landgut Kemper & Schlomski, der Frage nach zu gehen, wie sich Tiere eigentlich vor der Kälte schützen. Nach einer herzlichen Begrüßung beginnt die Veranstaltung mit einer kurzen Einführung in die Winterstrategien der verschieden Tierarten. Mit diesen Informationen sollen die Teilnehmer zunächst ins Gespräch kommen. Dafür bekommt jeder ein Foto mit einem Tier an den Rücken geheftet und muss mithilfe von Fragen, die dem Gesprächspartner gestellt werden, herausfinden um welches Tier es sich handelt. Wird eine Art erkannt, überlegen beide, mit welcher Strategie dieses Tier die kalte Jahreszeit überlebt. Zum Abschluss werden die Zuordnungen diskutiert und der Forstwissenschaftler muss die ein oder andere Berichtigung vornehmen. So ist z.B. einigen der Unterschied zwischen Winterschlaf und Winterruhe nicht ganz klar. Dabei werden beim Winterschlaf alle Lebensfunktionen auf ein Minimum herunter gefahren und die Tiere schlafen bis zu sechs Monate. Der Schlaf wird nur gelegentlich ganz kurz unterbrochen um beispielsweise Kot oder Urin abzusetzen, erklärt Herr Richter. Den Tieren auf der SpurIm Gegensatz dazu sind Blutdruck und Herzfrequenz bei Tieren, die Winterruhe halten nicht so deutlich herabgesetzt und sie können den dämmerartigen Zustand jederzeit unterbrechen. Ein Beispiel dafür ist das Eichhörnchen, welches im Herbst anfängt unzählige Futterverstecke anzulegen. Wenn es schließlich diese Reserven benötigt, unterbricht es seine Winterruhe und findet die Vorräte dank des Zusammenspiels eines ausgezeichneten Gedächtnisses und des guten Geruchssinns wieder. Aufmerksame Teilnehmer entdecken auf dem Weg angefressene Zapfen, die eben diesem Eichhörnchen zuzuordnen sind.
An einer anderen Stelle geht es um die Fledermaus. Sie ist das Beispiel für eine Art, die Winterschlaf hält. Dafür verlassen die Tiere im Herbst ihre Sommerquartiere und fliegen oft große Strecken in die Winterquartiere, wobei es sich oft um Höhlen, Stollen oder alte Keller handelt. Die Tiere senken ihre Körpertemperatur und versuchen sich gegenseitig, in großen Gruppen ein wenig Wärme zu spenden. In dieser Zeit leben sie von ihren Fettreserven. Darum müssen Störungen dringend vermieden werden, denn diese würden unnötige Energie kosten und können bis zum Tod der Tiere führen.