Zurück in Schlottwitz erwartet die Wanderer ein zünftiges Mittagsmahl mit Gegrilltem und Weesensteiner Fassbier.

Der Weesensteiner Schlossbote erscheint mit Bundesprämienhengst Valentino, um Herrn von Bünau abzuholen.

Enthüllt wird die neue Informationstafel im Anschluss an die festliche Rede des Herrn von Bünau, Kammerherr des Markgrafen von Meißen.

An der Hirschsteigkoppe erwartet die Wanderer anlässlich der Einweihung des Edelmannsteigs eine historische Darbietung mit musikalischer Begleitung.

Zwischenstopp am Panoramablick Lederberg.

Historische Grenzsteine am Wegesrand markieren die Grenze zu Liebstadt.

Am Aussichtspunkt Richtung Müglitztal erläutert LGKS-Forstwissenschaftlerin Nora Hennig Wissenswertes zur Waldbewirtschaftung im Wandel der Zeiten.

Der Edelmannsteig wurde vom Heimatverein Schlottwitz wieder begehbar gemacht, markiert und beschildert.

Der historische Edelmannsteig verläuft parallel zur einstigen Grenze zwischen den Rittergütern Weesenstein und Reinhardtsgrimma am Müglitztalhang.

Startpunkt der Wanderung ist der Wanderparkplatz in Schlottwitz. Heidrun Göbel vom Schlottwitzer Heimalverein und Bärbel Kemper begrüßen die Wanderfreunde.

Unterwegs auf historischen Pfaden – naturkundliche Wanderung entlang des Edelmannsteigs

Ungewohnt und gleichzeitig genau richtig klingen der Gesang und die zarte Melodie der Mandoline zwischen Blätterrauschen und Vogelgezwitscher. Mehr als achtzig Menschen haben sich an diesem Sonntag an der Hirschsteigkoppe am Müglitzhang zwischen Schlottwitz und Großröhrsdorf (Liebstadt) versammelt, um dem Schauspiel beizuwohnen.

Naturkundliche Wanderung 2017

Sie lauschen der Sängerin im mittelalterlich-historischen Gewand und stimmen leise mit ein. Es folgt eine wortgewandte Rede des stattlich gekleideten Herrn von Bünau, Kammerherr des Markgrafen von Meißen, der Interessantes zur Geschichte der Hirschsteigkoppe und der Entstehung des Edelmannsteigs zu berichten weiß. Anschließend enthüllt er feierlich die neue Tafel, die von nun an alle Wanderer über die historischen Hintergründe des Ortes informiert. Viel Zeit bleibt ihm nicht, denn schon hört man die Hufschläge des Weesensteiner Schlossboten, der auf seinem temperamentvollen Fjordhengst gekommen ist, um den Herrn von Bünau abzuholen.

Die historische Inszenierung ist der Höhepunkt der Wanderung, die gemeinsam vom Heimatverein Schlottwitz und dem Landgut Kemper & Schlomski (LGKS) organisiert wurde. Der Hintergrund ist eigentlich ein Zufall: der Termin zur Eröffnungswanderung des vom Heimatverein neu instand gesetzten historischen Edelmannsteigs fiel genau mit dem Datum der ersten vom LGKS geplanten naturkundlichen Wanderung an den Müglitztalhängen zusammen. Was im ersten Moment ungünstig erschien, wurde zum Glücksfall. „Wir sind Nachbarn“, so LGKS-Betriebsleiterin Bärbel Kemper „warum sollte jeder sein eigenes Süppchen kochen?“

Naturkundliche Wanderung 2017Aus zwei Veranstaltungen wurde eine und die Aufgaben werden auf beide Seiten verteilt. Rolf Biber vom Heimatverein übernimmt die Führung der Wandergruppe, LGKS-Forstwissenschaftlerin Nora Hennig erläutert an markanten Punkten des Weges Wissenswertes zur Waldbewirtschaftung im Wandel der Zeiten. Der Herr von Bünau und seine musikalische Begleitung stammen aus Schlottwitz, der Schlossbote und sein Pferd Valentino
LGKS aus Großröhrsdorf.

Spannend bei dieser Art von Veranstaltung ist immer auch die Zahl der Teilnehmer. Bei Sonnenschein und angenehm milden Temperaturen standen die Chancen gut, zahlreiche Wanderfreunde auf den Wanderparkplatz in Schlottwitz zu locken. Mit einer solchen Menge hatte allerdings niemand gerechnet und so ist die Freude beim Aufbruch entsprechend groß. Zuerstgeht es in Richtung 1000-jährige Eibe und nach einem kurzen Anstieg treffen wir auf den Edelmannsteig. Der historische Wanderweg verläuft parallel zur einstigen Grenze zwischen den Rittergütern Weesenstein und Reinhardtsgrimma. Mehrere Grenzsteine am Wegesrand markieren die Grenze zu Liebstadt. Pausen gibt es am Aussichtspunkt in Richtung Müglitztal und am Panoramablick am Lederberg, von wo aus man bis in die Sächsische Schweiz blicken kann. Anschließend geht es wieder ein Stück hangabwärts bis zur Hirschsteigkoppe. Im Gegensatz zur angekündigten Enthüllung der neuen Informationstafel, ist die historische Darbietung für die meisten Gäste eine Überraschung, die richtig gut ankommt.

Naturkundliche Wanderung 2017Beschwingt geht es anschließend zurück ins Müglitztal, wo der Heimatverein Schlottwitz im „Boot“, Begegnungsstätte und Vereinsdomizil, bereits ein zünftiges Mittagsmahl mit Gegrilltem und Weesensteiner Fassbier vorbereitet hat. Die Wanderer lassen es sich schmecken. Alle Tische im Garten vor dem „Boot“ sind voll besetzt und auch lange nach dem Essen wird noch geredet und gelacht. Heidrun Göbel, Vereinsvorsitzende des Schlottwitzer Heimatvereins, Bärbel Kemper und alle anderen Organisatoren und Helfer sind vollauf zufrieden. Mehr Nachbarschaft statt nur nebeneinander wohnen ist das Ziel für die Zukunft und auch die Chance auf weitere gemeinsame Projekte will auf jeden Fall genutzt werden.

Alle Wanderfreunde, die die Veranstaltung verpasst haben oder ein weiteres Mal das einmalige Naturschutzgebiet Müglitztal mit uns erkunden möchten, sind herzlich eingeladen: Am Pfingstsonntag (04.06.2017) gibt es eine naturkundliche Wanderung zum Thema: „Artenvielfalt und Eibenzauber“. Forstwissenschaftlerin Kerstin Heyne führt uns durch den größten Eibenwald Sachsens. Sie erläutert faszinierende Fakten und kulturhistorische Hintergründe dieser einzigartigen und seltenen Bäume. Herrliche Ausblicke über das Müglitztal und in die Sächsische Schweiz gibt es außerdem. Treffpunkt ist 10:00 Uhr am Wanderparkplatz in Schlottwitz (gegenüber vom Sportplatz).

Wir freuen uns auf Euch!