Das Landgut-Team mit Teamchefin Bärbel Kemper und Weimaraner Quanto Prima bei den Waldjugendspielen 2017 im Wildgehege Moritzburg.

Die dürfen natürlich nicht fehlen: die einheimischen Wildtiere im Wildgehege Moritzburg.

Ein gutes Riechvermögen ist für die Duftorgel an Station 1 wichtig. Bei der Zuordnung von Blättern und Früchten zu Stämmen an Station 8 ist es aber auch hilfreich.

Fragen zur Bedeutung der Forstwirtschaft für den Wald müssen an Station 5 richtig beantwortet werden.

Hinter Station 7, der Suchliste, verbirgt sich eine spannende Aufgabe: im Wildgehege müssen bestimmte Dinge gesucht werden, die z.B. Insekten als Nahrung dienen.

Der Waldarbeiter und sein Werkzeug sind Thema an Station 9. Die Pflanzwerkzeuge dürfen sogar ausprobiert werden.

Station 6, der Holztransport - bevor es richtig losgeht, muss das Team eine Strategie entwickeln, um möglichst viel Zeit zu sparen.

Forstwissenschaftlerin Nora Hennig beim Zapfen-Weitwurf an Station 4. Treffsicherheit ist das, worauf es hier vor allem ankommt.

FÖJlerin Maria betreut das Stockspiel an Station 3. Dabei ist Teamgeist gefragt, denn weder der Stock des Vordermanns noch der eigene darf zu Boden fallen.

Rüdiger Juffa, Leiter des Wildgeheges, begrüßt die Teilnehmer der diesjährigen Waldjugendspiele. Dann starten Schüler und Betreuer in den Wald.

Flinke Rehe und schlaue Füchse bei den Waldjugendspielen im Wildgehege Moritzburg

Praktisches, erlebnisorientiertes Lernen in der Natur steht im Vordergrund der Waldjugendspiele, die seit 1999 jährlich in Sachsen stattfinden. Einen Tag lang messen sich Schüler und Schülerinnen der dritten, vierten und sechsten Klassen in den sächsischen Forstbezirken an verschiedenen waldpädagogischen Wissens-, Spiel- und Geschicklichkeitsstationen. Neben Waldjugendspiele 2017Flora und Fauna lernen sie die Waldfunktionen kennen, erfahren Wissenswertes zum sinnvollen Umgang mit Naturressourcen und gewinnen Einblick in die grünen Berufe. Organisiert werden die Waldjugendspiele vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Sie sind ein Gemeinschaftsprojekt der Sächsischen Staatsministerien für Umwelt und Landwirtschaft sowie Kultus und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V.

Jedes Jahr beteiligen sich rund 6.000 Mädchen und Jungen an dem beliebten waldpädagogischen Aktionstag. Es wird sachsenweit in allen Forstbezirken und in mehreren Großschutzgebieten umgesetzt. Unter anderem auch im Wildgehege Moritzburg. Unweit des Jagdschlosses mitten im Wald nah der Moritzburger Teiche gelegen, verbindet das Wildgehege Historie mit zeitgemäßer Tierhaltung und Naturpädagogik. 1693 unter Kurfürst Georg IV als Tiergarten angelegt, wurde es im 18 Jahrhundert zur Hochburg der Jagdhundeausbildung und -haltung. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Anlage als „Wildgehege Moritzburg“ neu begründet. Heute findet man auf den 43 ha Waldgelände unter anderem ein modernes Großgehege für Wölfe, naturnahe Anlagen für Wildschweine, Sika, Rot- und Damwild sowie zahlreiche waldpädagogische Angebote.

Am 06.Juni ist es soweit: mehrere Busse mit Schülern und Schülerinnen der Grundschule in Nossen treffen auf dem Parkplatz in Moritzburg ein. Sie werden an den diesjährigen Waldjugendspielen teilnehmen. Begrüßt werden sie vom Leiter des Wildgeheges, Rüdiger Juffa, und den Betreuern der einzelnen Stationen. Unter ihnen sind Jäger, Förster und Waldarbeiter. Bärbel Kemper, selbst passionierte Jägerin, Waldbesitzerin und Betriebsleiterin am LGKS und ihr Landgut-Team sind ebenfalls dabei. Sie werden zwei der insgesamt zehn Stationen betreuen. Passend zum Thema Jagd werden sie von Weimaraner Quanto Prima begleitet.

Waldjugendspiele 2017Zunächst werden die Kinder in Gruppen mit klangvollen Namen wie „Heulende Wölfe“, „Flinke Rehe“ und „Starke Keiler“ aufgeteilt. Dann kann es auch schon losgehen. Die Aufgaben sind vielfältig und erfordern ganz unterschiedliche Stärken. Während an Station 5, „Die Bedeutung der Forstwirtschaft für den Wald“, gutes Zuhören notwendig ist, um die Fragen von Betreuer Lutz Rügner im Anschluss an seine Ausführungen richtig beantworten zu können, zählt an Station 4, „Zapfen-Zielwerfen“, vor allem die Geschicklichkeit. Teamgeist ist an Station 3, dem „Stockspiel“, ausschlaggebend für ein gutes Ergebnis. An Station 6, „Holztransport“, kommen die Kinder durch flinke Füße allein nicht zur besten Lösung. Wie im echten Leben ist hier die richtige Strategie gefragt.

Schön und einprägsam ist natürlich das reale Erleben der Natur. So gibt es an Station 8, „Bäume und ihr Holz“, eben nicht nur Infotafeln, sondern richtige Äste, Blätter und Früchte der Bäume, die erkannt und zugeordnet werden müssen. Die Kinder können die Äste anfassen, daran riechen, ihre Schwere spüren und sie direkt mit den umstehenden Waldbäumen vergleichen. Die an Station 11, „Fährten und Spuren“ dargestellten Trittsiegel finden sich als reale Abdrücke am Boden der Tiergehege wieder.Waldjugendspiele 2017 Ein Teil der Ausrüstung des Forstwirts darf an Station 9 „Der Waldarbeiter und sein Werkzeug“ in die Hand genommen und, wie z. B. die Pflanzwerkzeuge, sogar vor Ort ausprobiert werden.

Der ebenso lehr- wie abwechslungsreiche Parcours begeistert die Kinder. Die Aussicht, die Spiele als Team gewinnen zu können, lässt sie über sich hinaus wachsen. Und das nicht ohne Grund, denn die Hauptpreise für die drei besten Teams passen bestens zum Konzept: zwei eindrucksvolle Hirschgeweihe und eine Elchschaufel dürfen die Sieger zum Schluss mit nach Hause nehmen.

Naturnahe praxisorientierte Umweltbildungsarbeit ist auch am Landgut Kemper & Schlomski (LGKS) ein zentrales Thema. Sehr gern haben wir Herrn Juffa und den Staatsbetrieb Sachsenforst daher bei dieser wunderbaren Aktion unterstützt. Die Arbeit mit so aufgeschlossenen und interessierten Grundschülern wie diesen ist eine wahre Freude. Die Waldjugendspiele zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, die Natur selbst in die Naturpädagogik einzubeziehen. Nur so können nachfolgende Generationen, die im Alltag oft nur noch wenige Berührungspunkte zu Wald und Wild haben, für umweltrelevante Themen sensibilisiert und/oder auch für grüne Berufe begeistert werden.