Begrüßung zur Eibenwanderung

Erste Erklärungen zur Eibe

Ein wichtiges Habitat, die Schutthalden.

Die Teilnehmer erklimmen den Müglitztalhang.

Die Teilnehmer genießen den Ausblick

Der Blick in Richtung Osterzgebirge

Die Winter-Eibenwanderung

Ein eisiger Wind treibt graue Wolken durch das Müglitztal. Und von irgendwo klingt leise und traurig eine Harfe durch den Nebel, der an den Wipfeln und zwischen den imposanten Eiben am Lederberg hängen bleibt. Dort befindet sich der größte zusammenhängende Eibenbestand in Sachsen. Die Baumart gehört zu einer der ältesten auf der Welt und sticht mit besonderen Eigenschaften heraus. Genau damit beschäftigt sich die vom Landgut organisierte Wanderung.

Die Wolken schieben sich noch immer durch das noch ein bisschen verschlafene Müglitztal, als sich ca. 25 interessierte Wanderer am Sportplatz in Schlottwitz treffen. Sie werden von Jakob Richter, Projektleiter am Landgut und Kerstin Heyne vom Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz - Osterzgebirge begrüßt. Lange Nacht der FledermausNach der kurzen Einführung beginnt die Gruppe gleich mit dem Anstieg, auch um der Kälte keine Chance zu geben. Das erste Ziel ist die sehr beeindruckende „1000 jährige Eibe“ am Müglitztalhang.

Dort angekommen erklärt die Forstwissenschaftlerin einige spannende Fakten zur Eibe, angefangen von der Giftigkeit ihrer Bestandteile bis hin zu der Verwendung ihres Holzes zum Langbogenbau. Die Waffe war sehr gefürchtet und konnte früher Kriege entscheiden und hat somit dazu beigetragen, dass die Eibe ein seltener Baum geworden ist.Ein anderes Thema ist die Altersbestimmung von Bäumen, die über Bohrkernproben oder Umfangsmessungen und daraus resultierenden Zuwachsabschätzungen festgestellt werden kann, erklärt Frau Heyne. Sie enttarnt dabei, dass beim Alter des imposanten Baumes in Schlottwitz doch ein wenig geflunkert wurde. Nachdem noch ein paar Fragen zu Wuchsformen und zur Vermehrung der Eiben beantwortet wurden, schlängelt sich die Truppe weiter den Hang nach oben. An der nächsten Station wird eine weitere Besonderheit des Flora Fauna Habitat  (FFH) Schutzgebietes vorgestellt, die natürliche Schutthalde. Ein offener Lebensraum der gerade im Sommer thermophilen Arten ein Habitat oder Muffelwild die wichtige Möglichkeit ihre Schalen abzureiben bietet. Lange Nacht der FledermausDanach finden sich die Besucher an einem besonders schönen Eibenhain zusammen. Dort klingen melancholische Harfenklänge durch die Luft, alle lauschen andächtig den Tönen und lassen die besonderen Wuchsformen auf sich wirken. Mit der Musik im Ohr bewegt sich dann die Gemeinschaft auf den im wahrsten Sinne des Wortes, Höhepunkt der Wanderung zu. Zwei wunderbare Ausblicke, einmal auf das Osterzgebirge und der andere in Richtung der Sächsischen Schweiz. Mittlerweile hat sich die dichte Wolkendecke auch ein wenig gelichtet und lässt ein paar Sonnenstrahlen aufblitzen, dabei fallen zarte Schneeflocken. Gemeinsam genießt die Gruppe diesen Moment bei einem warmen Tee aus der Thermoskanne.

Über den Edelmannsteig und die Hirschsteigkoppe wird dann auch schon der Abstieg angetreten. Am Schulwaldareal erzählt Jakob Richter von den Bemühungen um den Naturschutz und die Umweltbildungsmaßnahmen des Landguts, bevor dann endgültig der Rückweg angetreten wird. Erneut am Parkplatz angekommen gibt es eine kurze Verabschiedung. Und nachdem sich gegenseitig eine besinnliche Adventszeit gewünscht wird, steigen alle in ihre Autos, wohlwissend auch zuhause diese besondere Baumart zu fördern.